Mobiltelefone und Linux
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Xgnokii ist eine von zwei Oberflächen für das populärste Programm zur Verwaltung eines Mobiltelefons in Linux - Gnokii
Das Programm Gnokii selbst arbeitet in der Kommandozeile, man kann aber auch die grafischen Oberflächen XGnokii und Gnocky benutzen. Als ersten Schritt nach der Installation des Paketes sollte man die Konfigurationsdatei /etc/gnokiirc modifizieren. In der Zeile model= tragen wir die Modelnummer unseres Nokia-Gerätes ein, z.B. 6510. Für andere Handys, z.B. Siemens, tragen wir model=AT ein, für Geräte mit dem Symbian-System, z.B. Nokia 3650, 6600, 3660, 7650, Siemens SX1 oder Sony-Ericsson P800 und P900 geben wir model=series60 an. Den Parameter connection setzen wir auf bluetooth, irda bzw. serial für alle restlichen Verbindungen. Außerdem gibt es noch die Option infrared, die für die Modelle 6110, 6130 und 6150 bestimmt ist, die einen mit IrDA inkompatiblen Infrarot-Anschluss besitzen. Die Verwendung eines solchen Anschlusses ist nicht so leicht wie die von IrDA, man kann aber die Beschreibung aus der Datei gnokii-ir-howto verwenden, die wir in /usr/share/doc/gnokii finden können. Im Falle von BlueTooth-Verbindungen haben wir die Möglichkeit, den Kanal anzugeben, der standardmäßig auf rfcomm_channel = 1 gesetzt ist. Der Parameter port hängt natürlich vom Typ der Verbindung ab:
- für serielle Kabel -
port=/dev/ttyS0 - für USB-Kabel -
port=/dev/ttyUSB0 - für IrDA-Verbindungen -
port=/dev/ircomm0
Im Falle von BlueTooth geben wir statt dem Ort des Ports nur die Adresse des Geräts an - port = 00:01:E3:38:BF:CF. Für die Arbeit von Gnokii müssen wir /dev/rfcomm0 nicht aktivieren.
Es lohnt sich, in der Konfigurationsdatei use_locking=no zu setzen - zwar ist das Sperren des Ports vor dem Zugriff anderer Applikationen eine gute Idee, wir würden aber weitere Schritte zwecks der Sicherung des Zugriffes auf das Verzeichnis mit Sperrungen gehen müssen.
Unsere Konfiguration überprüfen wir mit Hilfe der Anweisung gnokii --identify. Wir sollten die IMEI-Nummer unseres Geräts und dessen Typ sehen. Wenn dem so ist, können wir jetzt XGnokii oder Gnocky starten. Die zweite Oberfläche hat einen mehr traditionellen Aufbau, der mir besser gefällt, leider funktioniert sie mit meinem Siemens schlechter als XGnokii.
Im Allgemeinen kann man mit Hilfe von Gnokii und seinen grafischen Oberflächen neben der Überprüfung der Signalstärke und des Akkuzustandes auch SMS-Nachrichten schreiben und lesen sowie die Kontakte und den Kalender im Telefon verwalten. Mit meinem Siemens ist diese Funktionalität aber sehr beschränkt. Man kann SMS-Nachrichten nicht lesen, sondern nur versenden. Ich habe Zugriff auf das Adressbuch, aber nur auf das einfache, das auf der SIM-Karte oder im Speicher des Geräts gespeichert wird. Normalerweise verwenden Siemens-Geräte ausgebaute Einträge im vcard-Format, die durch Gnokii und seine grafischen Oberflächen nicht unterstützt werden.
SCMxx
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Das Programm Scmxx mit der grafischen Oberfläche Gscmxx kommt mit Siemens-Geräten ziemlich gut zurecht
Dieses Programm hat ähnliche Möglichkeiten wie Gnokii und ist für Geräte der Firma Siemens bestimmt. Sein größter Nachteil ist allerdings, dass es keine gute GUI hat. Es gibt nur das in Perl geschriebenen Gscmxx, aber das wird seit einer längeren Zeit nicht mehr entwickelt und es ist schwierig, es aus Quellen heraus zu erstellen.
Ich verwende das Binärpaket Gscmxx, das in Aurox Linux vorhanden ist - es funktioniert bei mir sogar unter Debian, nach einer Umwandlung mit dem Programm Alien. Die GUI funktioniert nur mit älteren Versionen des Programms richtig, z.B. mit 0.6.4.1, die in Aurox Linux vorhanden ist. Wenn wir neuere Versionen benutzen möchten, z.B. die neueste mit der Nummer 0.7.5, bleibt uns nur die Arbeit in der Kommandozeile.
Das Programm SCMxx kann bei jeder Art von serieller Verbindung funktionieren - ich habe es mit verschiedenen Siemens-Telefonen getestet, sowohl mit /dev/ttyS0, /dev/ircomm0, sowie mit dem schnellsten - /dev/rfcomm0. Dasselbe betrifft auch Gscmxx, wobei es sich lohnt, bei der Arbeit mit IrDA alle timeout-Optionen auf das Maximum zu setzen. In Gscmxx kann man den entsprechenden Port im GUI des Programms angeben - wenn wir mit der Kommandozeile arbeiten, muss man eine entsprechende Option verwenden, oder, was sogar bequemer ist, eine Systemvariable benutzen. Für alle, die die Arbeit in der Kommandozeile mögen, gibt es auf der Seite des Systemhandbuches man scmxx viele Beispiele und alle notwendigen Informationen über die Nutzung des Programms. Für mich ist die wichtigste Funktion die Bedienung von vcards, also den Adressbucheinträgen der Siemens-Geräte. Beispielsweise bewirkt das Kommando SCMXX_TTY=/dev/rfcomm0 scmxx --get --binary --mem="vcf" --out="", dass der gesamte Inhalt des Adressbuches ausgelesen wird (in älteren Versionen des Programms hat scmxx --get -vcard=all ausgereicht). Mit der Anweisung SCMXX_TTY=/dev/rfcomm0 scmxx --send --binary --mem="vcf" --slot="all" `ls`, die im Verzeichnis mit vcard-Dateien ausgeführt wird, sendet man sie an das Handy und gleichzeitig wird der alte Inhalt gelöscht. Dringend beachtet werden muss, dass sich ls am Ende dieser Anweisung in umgekehrten Anführungszeichen befindet.


