Mobiltelefone und Linux
Gammu und Wammu
LinuxPlus
Wammu - eine grafische Oberfläche für das wahrscheinlich beste Programm zur Kommunikation mit einem Handy - Gammu
Das Programm Gammu ist momentan die komplexeste Applikation zur Verwaltung von Mobiltelefonen, die von der Kommandozeile aus funktioniert. Sie hat auch weit mehr Möglichkeiten als alle anderen Programme diesen Typs und unterstützt die meiste Hardware. Fertige rpm-Pakete kann man unter der Adresse ftp://ftp.falsehope.com/home/tengel/gammu/ finden. Die Komplexität bedeutet allerdings auch eine nicht leichte Programmbedienung - man muss sehr viel Zeit investieren, um zu verstehen, wie man das Programm handhaben muss. Wenn wir schnell neue Möglichkeiten von Gammu ausprobieren möchten, ist es am besten, gleich dessen grafische Oberfläche namens Wammu zu installieren. Fertige Binärpakete finden wir auf der Seite http://www.cihar.com/gammu/wammu/. Zusätzlich brauchen wir noch Pakete von WxPython und Python-gammu - deren Adressen finden wir auf derselben Seite. Nach dem Start des Programms Wammu kann man auf klicken. Das Programm sucht alle seriellen Ports im System durch (ausgenommen BlueTooth) und findet unser Telefon. Dann klicken wir auf und auf Retrieve, wo wir sämtliche Daten vom Handy auslesen können. Sehr bequem ist auch das Backup der gesamten Daten in einer Datei. Mit meinem Siemens S55 funktioniert in Wammu lediglich das Senden von SMS-Nachrichten und der todo-Liste nicht. Das Mobiltelefon wurde bei einer IrDA-Verbindung automatisch erkannt, im Falle von BlueTooth hat es gereicht, den Port /dev/rfcomm0 einzutragen.
Andere
Ein interessantes Programm ist noch der GNOME Phone Manager. Momentan sucht es noch seinen Platz in populären Distributionen. Es ist ziemlich neu und sehr einfach handzuhaben. Man kann damit mit Hilfe der GUI mit einem Telefon über BlueTooth kommunizieren und SMS-Nachrichten schreiben. Wenn eine SMS-Nachricht ankommt, erscheint ein Umschlag-Zeichen im System-Tray.
Datenaustausch
In einigen Linux-Distributionen finden wir Pakete openobex, openobex-apps und obexftp. Sie können zum Dateiaustausch zwischen einem Mobiltelefon und einem Rechner dienen, sowohl über IrDA als auch über BlueTooth. Die beiden Technologien verwenden den OBEX-Standard.
Die Tools der erwähnten Pakete arbeiten in der Kommandozeile. Wenn wir sie nicht in unserer Distribution dabei haben, finden wir deren Quellen auf der Seite http://sourceforge.net/projects/openobex/. Senden von Daten von einer Kommandozeile aus ist nicht so ganz bequem, aber auch nicht schwierig. Beispielsweise können wir bei einer funktionierenden IrDA-Verbindung die Anweisung obexftp -i -p datei.mid ausführen, damit datei.mid an das Telefon geschickt wird. Um eine Datei von meinem Siemens S55 zu empfangen, führe ich die Anweisung irobex_palm3 aus und starte dann im Telefon die Operation des Versendens über IrDA. In anderen Geräten kann dieselbe Funktion das Programm obexftpd mit der Option -i für IrDA besser erfüllen. Natürlich kann man auch Dateien vom Telefon herunterladen, z.B. mit Hilfe der Anweisung obexftp -i -g southp.bmp. In allen diesen Kommandos können wir statt der Option -i für IrDA die Option -b <BlueToothAdresse> benutzen, z.B. obexftp -b 00:01:E3:38:BF:CF -g southp.bmp.
Die Software zum Austausch von Dateien zwischen einem Rechner und einem Telefon in der Kommandozeile existiert schon viele Jahre, bisher hat aber noch eine bequeme GUI gefehlt. Den Durchbruch haben erst die neuesten GNOME-Versionen gebracht, die mit dem Paket gnome-bluetooth ausgestattet sind. Wenn unser BlueTooth-Adapter richtig erkannt und im System installiert wurde, finden wir nach dem Start von gnome-obex-server (oder nach der Wahl der Menüoption ) ein Antennen-Symbol im System-Tray. In dem Moment, in dem wir im Telefon die Anweisung des Sendens einer Datei über BT ausführen, erscheint auf dem Bildschirm des Rechners ein Fenster mit der Frage, was man mit der gesendeten Datei machen soll (anzeigen, speichern, löschen usw.). Die Überprüfung, ob unser Mobiltelefon sichtbar ist, kann man auch von der GUI aus mit Hilfe des Kommandos gnome-bluetooth-manager realisieren. Zusätzlich erscheint, wenn wir im GNOME-Dateimanager mit der rechten Maustaste auf irgendeine Datei klicken, die Option - wie leicht zu erraten ist, kann man damit sehr leicht eine Datei an das Telefon schicken.
Die Unterstützung für BlueTooth wird auch allmählich in die KDE-Umgebung eingeführt. In der Distribution Mandriva 2005 LE können wir Kbtobexclient finden - dieses Programm dient zum Senden von Dateien über BT. Es ist sehr ästhetisch und bequem.
Beim Schreiben über den Datenaustausch mit Mobiltelefonen darf man das Programm Multisync nicht vergessen. Es funktioniert zwar nur mit einer geringen Anzahl von Geräten - neben dem Siemens S55 kann man es mit SonyEricsson T39, T65, T68, T68i, T610, T616, T300, T310, T630 benutzen - es hat aber einen modernen Ansatz bezüglich der Datensynchronisation. Nun kann man nämlich nicht nur alle Daten vom Telefon auf die Festplatte kopieren, sondern sie auch mit dem Programm Evolution synchronisieren oder auf einem entfernten Server plazieren.


