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Mi, 1. Juni 2005, 00:00

Linux-Wochen Wien 24.-27. Mai 2005

Vom 24. bis 27. Mai 2005 fanden in Wien im Museumsquartier die alljährlichen Linux-Wochen statt. In diesem Bericht werden die Inhalte der eher technischen Vorträge an den beiden letzten Tagen zusammengefasst.

Einleitung

Die Linux-Wochen in Wien 2005 fanden vom 24. bis 27. Mai 2005 im Wiener Museumsquartier bei herrlichem Wetter statt. Wie auch schon im Vorjahr gliederte sich der Bereich in drei Teile:

Vortragssaal Arena

Johann Glaser

Vortragssaal Arena

Die vier Tage der Linux-Wochen waren unterteilt in

  • 24. Mai 2005 Mid-Range-Server & Back-Office Day
  • 25. Mai 2005 B2B- und Behörden-Tag
  • 26. Mai 2005 Community-Tag
  • 27. Mai 2005 Community-Tag

Wegen Zeitmangels und den ohnehin für mich nicht besonders relevanten Vorträge an den ersten beiden Tagen besuchte ich nur die Vorträge an den Community-Tagen. In Ermangelung eines zweiten Körpers konnte ich immer nur einem der zwei parallel gehaltenen Vorträgen beiwohnen. Meine Auswahl fiel auf die eher technischen Themen, über die ich in den folgenden Abschnitten berichte.

Donnerstag, 26. Mai 2005 (Fronleichnam)

11:00 DRDB (Philipp Reisner)

DRDB ist ein Linux-Blockdevice, das für hochverfügbare Datenspeicherung eingesetzt wird. Es spiegelt quasi die Daten über ein Netzwerk auf mehreren Rechnern. Zusätzlich wird heartbeat benötigt, um den Ausfall eines anderen Rechners zu detektieren. Philipp Reisner stellte in seinem Vortrag die Anwendungsgebiete sowie die Grundlagen der Funktionsweise von DRDB vor und zeigte anschließend in einer Live-Vorführung mit zwei Laptops DRDB im Einsatz.

12:00 OpenOffice.org 2.0 und Anwendungsfälle (Harald Schilly und Martin Winkler)

Martin Winkler und Harald Schilly

Johann Glaser

Martin Winkler und Harald Schilly

Am Beginn stellte Harald Schilly die Neuerungen von OpenOffice.org 2.0 vor. Es handelt sich dabei vor allem um neue Funktionen und Verbesserungen bestehender Funktionen, um die Kompatibilität mit einem Konkurrenzprodukt zu verbessern. So ist es mit OOo 2.0 jetzt möglich, in einem Writer-Dokument eine Tabelle innerhalb einer anderen Tabelle einzufügen. Daneben gab es Verbesserungen im Presenter und im der Tabellenkalkulation. Insbesondere der neue Datenpilot, mit dem man sehr einfach vorhandene Daten gruppieren und zusammenfassen kann, zeigt die intensive Arbeit an OOo 2.0. Zusätzlich gibt es in OOo 2.0 ein Datenbank-Frontend mit eingebauter Datenbank. Diese ist ähnliche wie das Konkurrenzprodukt aufgebaut und überzeugt mit einfacher Bedienbarkeit und umfassenden Funktionen.

Danach übernahm Martin Winkler und zeigte einen Anwendungsfall von OOo 1.1 im Backoffice-Bereich, also OOo ohne graphische Oberfläche auf einem Server. Die von ihm entwickelte Anwendung dient zur Erstellung von Verträgen. Dazu wird eine Writer-Datei, die eine ge-'zip'-te Verzeichnisstruktur mit XML-Dateien ist, von einem Python-Skript geparsed und auf der Web-Seite dargestellt. Dort können die in der Datei vorgesehenen Felder ausgefüllt werden. Durch Anklicken des [Drucken] Buttons wurden die eingegebenen Daten zum Web-Server übertragen, der mit UNO mit dem OOo-Server kommuniziert. Von letzterem wird eine PDF-Datei erstellt (die richtigen UNO-Kommandos vorausgesetzt), die dann wieder zum Browser übertragen wird. Die gezeigte Lösung erreicht eine hohe Performance (10 Seiten/Sekunde PDF-Umwandlung) und glänzt mit Stabilität.

Herbert Pötzl

Johann Glaser

Herbert Pötzl

14:00 Linux-VServer (Herbert Pötzl)

Nach eine Mittagspause führt Herbert Pötzl in die Geheimnisse von Linux-VServer ein, ist er doch (einer) der Hauptentwickler dieses Projekts. Server werden oft nur zu 5% ausgelastet, was eine Verschwendung der Ressourcen ist. Viele Virtualisierungsplattformen pflanzen ein ganzes Betriebssystem in jede Instanz, was viel Speicher verbraucht. Linux-VServer hingegen ist schlank, weil es nur ein dünner Aufsatz auf den Linux-Kernel ist. Nachteilig wirkt sich aus, dass nur ein Kernel läuft und dass es leichter zu Sicherheitsproblemen kommen kann. Die schlanke Architektur verwendet bereits im Kernel vorhandene Infrastruktur wie das Linux Capability System (eine Capability wurde hinzugefügt), ulimit, xattr und chroot. Zusätzlich sind einige Erweiterungen und Modifikationen am Kernel notwendig, um das Accounting der einzelnen virtuellen Server zu ermöglichen. Es ist sogar möglich, dem Gast eine völlig andere Kernel-Version vorzugaukeln, was Herbert Pötzl zum Abschluss an einem konkreten Beispiel vorführte.

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