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So, 28. November 2004, 00:00

Anbindung von Kontact an eGroupware

Es muss nicht immer Kolab sein...

Obwohl das Hauptaugenmerk bei einem Ersatz für das MS Outlook/Exchange-Gespann in letzter Zeit mehr bei Kontact/Kolab lag, hat sich in deren Schatten mit Kontact und eGroupware eine leistungsfähige Groupwarelösung entwickelt, die sich ebenso gut für kleine und mittlere Unternehmen eignet.

eGroupware

eGroupware entstand im Frühjahr 2003 durch eine Abspaltung vom phpGroupware-Projekt, nachdem es unter den Entwicklern zu unterschiedlichen Meinungen über die zukünftige Entwicklung des Projektes gekommen war. Wie der Name des Vorgängerprojektes schon vermuten lässt, basiert eGroupware auf der beliebten Skriptsprache PHP und bietet eine webbasierte Benutzerschnittstelle an; die zu verwaltenden Daten werden in einer SQL-Datenbank (z.B. PostgreSQL oder MySQL) gespeichert.

Die Startseite von eGroupware

Tobias König

Die Startseite von eGroupware

Der Groupware-Server besteht aus den Grundmodulen zur Email-, Termin-, Aufgaben- und Kontaktverwaltung und kann durch zusätzliche Module erweitert werden, die auf der Downloadseite des Projektes zu finden sind.

Sehr komfortabel gestaltet sich die Installation. Man benötigt nur einen laufenden Apache-Webserver mit Unterstützung für PHP4, eine funktionierende PostgreSQL- oder MySQL-Installation und die aktuelle PHP-Skriptsammlung von eGroupware, die unter http://egroupware.org/downloads als gezipptes Tar-Archiv zum Download bereitsteht.

Nun kopiert man das ausgepackte Archiv nach $DOCUMENT_ROOT/egroupware (wobei $DOCUMENT_ROOT das Wurzelverzeichnis des Apache-Webservers ist) und greift mit dem (grafischen) Webbrowser seiner Wahl auf http://<host>/egroupware zu. Auf der dann erscheinenden Webseite wird angezeigt, welche Änderungen an der PHP- bzw. Apache- Konfigurationsdatei noch vorgenommen werden müssen und welche Dateizugriffrechte zu ändern sind, um ein einwandfreies Funktionieren von eGroupware zu gewährleisten.

Installation von eGroupware

Tobias König

Installation von eGroupware

Auf den folgenden Seiten werden noch Verbindungsinformationen zum Datenbanksystem abgefragt, um die benötigten Tabellen automatisch erstellen zu können, und es besteht die Möglichkeit, zusätzliche Administratoren und Benutzer anzulegen.

Da eine komplette Beschreibung der Installation den Rahmen dieses Artikels sprengen würde, möchte ich an dieser Stelle auf die Installationsanleitung auf der Seite des Projektes verweisen.

Kontact

Nachdem nun ein kleiner Einblick in die Geschichte, Fähigkeiten und Installation des Servers gegeben wurde, soll nun eine Einführung zum Clientprogramm folgen.

Kontact wurde im Rahmen des KDE-Projektes entwickelt und das erste Mal mit KDE 3.2 veröffentlicht. Diese Applikation ist ein Container für die altbekannten PIM-Programme KMail, KOrganizer, KAddressBook und KNotes, wobei jedes für sich ein ausgereiftes Programm mit einer Vielzahl von Funktionen ist. Kontact fasst diese unter einer gemeinsamen grafischen Oberfläche, ähnlich wie MS Outlook, zusammen. Im Gegensatz zu Ximians Evolution sind die einzelnen Komponenten jedoch weiterhin als einzelne Programme ausführbar, so daß man zum Beispiel nicht zum Lesen der Emails immer die Kalenderverwaltung mit starten muss.

Der Groupware-Client Kontact

Tobias König

Der Groupware-Client Kontact

Eine Besonderheit von Kontact ist die Speicherung der Daten, welche von dem Resource Framework übernommen wird. Dabei handelt es sich um eine Implementation zum netzwerk- und formattransparenten Zugriff auf PIM-Daten wie Termine, Kontakte und Aufgaben. Das Framework basiert auf sogenannten Konnektoren, welche die Daten aus einer lokalen Datei oder von einem Server im Netzwerk laden, in das Kontact-interne Format umwandeln und bei Bedarf auch wieder zurückschreiben. Auf diese Art und Weise kann Kontact auf eine Vielzahl von Speichermedien und Groupware-Servern zugreifen wie z.B. Kolab, Novell Groupwise, SuSE Linux Open eXchange (SLOX), LDAP, Windows-Netzwerkfreigaben etc.

Es sollte also nur eine Frage der Zeit sein, bis auch eine Anbindung an eGroupware entwickelt wurde. Der Anlaß dazu war Practical-Linux 2003 in Giessen, wo sich der KDE-Stand direkt neben dem eGroupware-Stand befand und so ein reger Ideenaustausch stattfinden konnte. Zwei Wochen später existierte bereits die erste funktionstüchtige Version des eGroupware-Konnektors, welcher in den folgenden Monaten immer weiter verbessert wurde und dessen Weiterentwicklung finanziell kräftig von der Firma credativ GmbH unterstützt wird. An dieser Stelle möchte ich auch Ralf Becker vom eGroupware-Projekt danken, ohne dessen Hilfe eine so rasche Entwicklung sicher nicht möglich gewesen wäre.

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