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Mo, 16. Juni 2008, 00:00

Systemwiederherstellung

Auf Systemen mit APT kann man die Liste der installierten Pakete zu jedem Zeitpunkt abspeichern und bei Bedarf wiederherstellen. Dafür werden zwei Methoden vorgestellt.

Vorwort

Viele Benutzer kennen die Windows-Funktion, das System zu einem bestimmten Zeitpunkt wieder herzustellen. Auch unter Linux wäre dies manchmal - vor allem für Testzwecke - wünschenswert. Neben Backup-Lösungen und dem Einsatz von Virtuellen Maschinen gibt es aber auch einige einfache Möglichkeiten, das System wieder herzustellen. Die beiden hier vorgestellten Methoden erfordern ein DEB-basierendes Betriebssystem (siehe »Paketverwaltung - von APT und RPM« in freiesMagazin 03/2008) und basieren auf Foren-Beiträgen von ubuntuusers der Benutzer »uname« und »Nori«.

Achtung: Dieser Artikel arbeitet sehr systemnah und sollte nur von Benutzern eingesetzt werden, die sich der damit verbundenen Risiken bewusst sind.

Systemwiederherstellung mit dpkg und apt

Mittels des Befehls

dpkg --get-selections "*" > paketliste.txt

kann man sich zu jedem Zeitpunkt eine Liste ausgeben lassen, die den Installationszustand aller Pakete speichert. Die Datei paketliste.txt enthält dabei Einträge der folgenden Art:

iceauth install
icewm deinstall
icewm-common deinstall
icewm-gnome-support purge
icewm-themes purge

Mittels

dpkg --set-selections < paketliste.txt

kann man den jeweiligen Installationsstand der Pakete wieder einlesen und mittels

apt-get dselect-upgrade

die Änderungen durchführen.

Speichert man die Paketliste also direkt nach der Installation des Systems, kann man so zu jedem Zeitpunkt zum Originalzustand zurückkehren. Zusätzlich kann man mit dieser Methode auch »kleine« Backups von Zeit zu Zeit durchführen. Wichtig ist, dass nur der Installationszustand der Pakete, aber keinerlei Konfigurationsdateien oder private Dateien gesichert werden.

Systemwiederherstellung mit aptitude

Auch die Paketverwaltung aptitude lässt sich leicht zur Systemwiederherstellung einsetzen. Dabei ist es egal, ob man das Programm in der Vergangenheit nutzte oder ob man es in der Zukunft nutzen möchte. Wichtig ist, dass das verwendete Linux-System Metapakete benutzt.

Man startet aptitude aus der Konsole und führt gegebenenfalls zuerst ein Update durch. Hierzu drückt man bei der (eventuell sichtbaren) Übersicht Aktualisierbare Pakete auf die Taste + und bestätigt danach zweimal mit G. Danach bewegt man sich mit den Cursortasten auf den Eintrag Installierte Pakete und drückt Shift + M. Dies markiert alle Pakete als automatisch installiert, so dass oben in der Anzeige der Ausdruck »Werde ...MB freigeben« erscheinen sollte.

Systemwiederherstellung mit aptitude

Dominik Wagenführ

Systemwiederherstellung mit aptitude

Als nächstes muss man das System über die Metapakete wiederherstellen. Dies soll hier am Beispiel von Ubuntu verdeutlicht werden. Über die eingebaute Suche mittels Shift + 7 bzw. sucht man die zum System zugehörigen Metapakete und installiert diese mit einem Druck auf +:

  • ubuntu-desktop - der gesamte Ubuntu-Desktop
  • ubuntu-minimal - das minimale Ubuntu-System
  • ubuntu-standard - die Standard-Ubuntu-Pakete
  • linux-generic oder linux-386 oder linux-686 - der aktuelle Kernel
  • language-pack-en und language-pack-de
  • language-support-en und language-support-de (optional)
  • language-pack-gnome-en und language-pack-gnome-de oder language-pack-kde-en und language-pack-kde-de (je nach Desktopumgebung)

In anderen Linux-Systemen können und werden die Metapakete natürlich andere Namen haben.

Nach der Markierung kann man mittels G überprüfen, ob die richtigen Pakete deinstalliert werden sollen. Will man eines behalten, kann man dieses wieder mit + markieren. Mit einem erneuten Druck auf G wird das System aufgeräumt.

Diese Methode entfernt keine Konfigurationsdateien in /etc. Möchte man diese auch entfernen, geht man nach der Systemwiederherstellung auf Nicht installierte Pakete und drückt Shift + - bzw. _. Dies markiert alle nicht installierten Pakete zum vollständigen Entfernen (purge). Wählt man nun zweimal G, werden auch die Konfigurationsdateien entfernt.

Hinweis: Die beiden Programme deborphan und debfoster helfen hier nicht weiter, da sie nur nach nicht mehr benötigten Paketen aufgrund von Abhängigkeiten suchen.

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