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Mo, 10. April 2000, 00:00

Ein Blick über den Tellerrand - Testbericht zu Free BeOS 5

Seit kurzem ist die Personal Edition von BeOS 5 zum kostenlosen Download verfügbar. Die Zugriffszahlen in den ersten Tagen waren sehr hoch. Das OS wurde bereits knapp 600.000-mal heruntergeladen. Das Betriebssystem BeOS 5 gilt durch seine reine 32-Bit Architektur als sehr schnell und absturzsicher. Ein Grund, einmal über den Tellerrand der Linux-Berichterstattung hinwegzuschauen und über das frei erhältliche OS zu berichten.

Die Personal Edition von BeOS 5 (FreeBeOS 5) ist als eine Art Gastsystem von anderen Betriebssystemen anzusehen, da es die Dateisysteme anderer Betriebssysteme nutzt, anstatt ein eigenes anzulegen. Die Installation ist denkbar einfach. FreeBeOS kann in zwei verschiedenen Versionen aus dem Internet heruntergeladen werden. Die eine Version benötigt Windows als Wirtsystem, die zweite Variante nutzt Linux als Wirtsystem. Beide Varianten haben etwa 40 MB an Downloadvolumen. Getestet wurde die Version für Linux. Eine Liste der Download-Mirror ist auf der Homepage des Free Be OS 5 zu finden.

Bild 1 des FreeBeOS 5-Desktops

Stephan Tijink

Bild 1 des FreeBeOS 5-Desktops

Hinweis:

Nicht alle Mirrors bieten auch die Linux-Version des Free BeOS 5 an. Einer der Server, auf denen die Linux-Version zu bekommen, ist, ist: ftp://ftp.ph-freiburg.de/pub/mirrors/ftp.be.com/beos

Nach dem Download sollte folgende Datei vorliegen: BeOS4Linux.tar.gz

Die Installation von FreeBeOS kann ausschließlich vom root-Benutzer durchgeführt werden. Als erstes muss ein Verzeichnis erstellt werden, in dem die Image-Datei des Betriebssystems abgelegt werden kann. Die mitgelieferte README-Datei schlägt hier /home/beos vor. Nach dem Erstellen dieses Verzeichnisses und Hineinkopieren der gepackten Datei kann selbige nun entpackt werden. Aber Achtung ist geboten. Nach dem Entpacken wächst das BeOS-Verzeichnis auf satte 530 MB an. Entpackt wird FreeBeOS 5 wie folgt:

tar xvfz BeOS4Linux.tar.gz

Nach dem Entpacken, welches durch die große Datenmenge eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen kann, sollten folgende Dateien vorhanden sein:

-r--r--r-- 1 root users 1474560 Mar 29 02:23 floppy.img
-rw-rw-r-- 1 root users 524288000 Mar 28 11:17 image.be
-rw-rw-r-- 1 root users 538 Mar 27 22:55 readme

Nun sollte eine 1,44 MB-Diskette zur Hand sein, um eine Bootdiskette für BeOS zu erstellen. Das System bootet über Diskette und greift anschließend auf die Image-Datei zu, welche auf einem beliebigen ext2-Dateisystem liegen kann. Das Erstellen der Bootdiskette erfolgt mit folgendem Befehl:

dd if=floppy.img of=/dev/fd0 bs=512 conv=sync; sync

Wurde dieser Schritt erfolgreich beendet, so ist die Installation hiermit auch schon abgeschlossen.

Bild 2 des FreeBeOS 5-Desktops

Stephan Tijink

Bild 2 des FreeBeOS 5-Desktops

Nachdem die erstellte Bootdiskette eingelegt und das System neu gestartet wurde, kommt der Startbildschirm von FreeBeOS zum Vorschein. Während der Boot-Phase wird das System initialisiert und eine Hardwareerkennung wird durchgeführt. Der Systemstart von Diskette dauert nicht länger als 45 Sekunden. Danach ist das System einsatzbereit. Nach dem ersten Start meldet sich das System mit seiner gut durchdachten und aufgeräumten grafischen Oberfläche und einer Auflösung von 640x480. Was angenehm auffällt, ist, dass diese Standardauflösung für produktives Arbeiten bereits ausreicht. BeOS hatte aber auch keine Probleme mit Auflösungen jenseits der 1024x768 Pixel. Bis auf eine alte ISA-Soundkarte (Sound Blaster 16) wurde alle Hardware korrekt erkannt. Vorhandene Dateisysteme (sowohl Linux als auch Windows) wurden korrekt erkannt und konnten ohne Probleme in das System "gemountet" werden, ohne zuvor für den Laien undurchschaubare Skripte oder Konfigurationsdateien bearbeiten zu müssen. Hier ist das BeOS 5 klar im Vorteil gegenüber dem freien Betriebssystem Linux.

Ein weiterer Vorteil gegenüber anderen Systemen ist in der Bedienung zu finden. Das System ist kinderleicht und intuitiv zu bedienen. Viele Anwendungen sind zudem perfekt in das Betriebssystem integriert, was die Bedienung weiter erleichtert. BeOS arbeitet mit kontextsensitiven Menüs, die durchweg das ganze System beherrschen. Die leichte und vor allem intuitive Bedienung ist meiner Meinung nach das, was Linux noch fehlt, um eine wahre Desktop-Alternative zu sein.

Das System läuft sehr stabil. Während der gesamten Testphase stürzte es nicht ab. Die Geschwindigkeit, die FreeBeOS an den Tag legt, ist wahrhaft atemberaubend. Gerade bei den grafischen Anwendungen ist kein mir bekanntes Betriebssystem schneller. Alle getesteten Anwendungen und mitgelieferten Grafik/3D-Grafik-Demos liefen schnell und ruckelfrei.

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