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Mi, 10. April 2002, 00:00

CeBIT 2002

Acht Tage war ich im Auftrag einer deutschen Tageszeitung auf der CeBIT unterwegs. Zwei Tage widmete ich mich ausschließlich Linux.

CeBIT 2002

Deutsche Messe AG

CeBIT 2002

Kritisch wurde ihr entgegen geblickt, der weltgrößten Computermesse CeBIT ("Welt-Centrum für Büro-, Informations- und Kommunikationstechnik"; der Titel stammt aus den 70er Jahren). Würde man die Auswirkungen der derzeitigen Krise in der IT-Branche bemerken? Wie viele Aussteller würden da sein? Wie viele Besucher?

Der Ort des Geschehens

Deutsche Messe AG

Der Ort des Geschehens

Acht statt sieben Tage, wie in den Vorjahren, dauerte die diesjährige CeBIT. Am letzten Tag war es dann soweit: Die Deutsche Messe AG, Hannover, verkündetet auf der Abschluss-Pressekonferenz die Besucherzahlen. Rund 700.000 Besucher (Vorjahr: 849.252) fanden den Weg auf das Messegelände, um die Stände von 7.962 Ausstellern (8.093) zu besuchen. Ein Minus von knapp 150.000 Besuchern und 131 Ausstellern - ein ganz schöner Batzen. Die Netto-Ausstellungsfläche war 424.173 m2 (431.875). Viele Firmen, die im Vorjahr vertreten waren, gibt es dieses Jahr schon gar nicht mehr. Andere sparten bei ihrem Auftritt oder blieben ganz weg. Wo weniger geboten wird, kommen auch weniger hin. Zu beobachten war, laut der Deutschen Messe AG, dass mehr Einzelbesucher kamen. Die Firmen finanzierten den Besuch nicht mehr für ganze Abteilungen, sondern schickten einzelne, dafür hochrangige Entscheider; 85% der Besucher sind Fachbesucher. "Die Klasse ist für uns wichtiger als die Masse", so Willi Berchtold, Vizepräsident des Branchenverbandes BITKOM. Doch es wurde auch zugegeben, dass durch die sinkenden Besucher- und Ausstellerzahlen viel Geld verloren geht. Die Entscheidung über den achten Messetag wurde bereits 2000 gefällt. Für dieses Jahr wurde er als "überflüssig" bewertet, doch für die kommenden Jahre könnte er sich durchaus als sinnvoll erweisen. Insgesamt war die Resonanz aber positiv: Die Besucher gaben der CeBIT eine 3+, mehr als 80% der Aussteller haben bereits ihre Zusage für das kommende Jahr gegeben.

Doch nun zur eigentlichen Ausstellung und den Ausstellern, die sich mit Linux beschäftigt haben (wobei ich keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebe!):

In Halle 1 waren, wie jedes Jahr, die Großen der Branche anzutreffen. Am Stand von Compaq war Red Hat als Unteraussteller vertreten. Präsentiert wurde hier die Open Source E-Commerce Lösung Interchange. Das besondere dabei war, dass Interchange statt der lokalen PostgreSQL-Datenbank eine externe Datenbank nutzte, die auf einem ausfallsicheren Server von Compaq lag. Die Portierung auf eine andere Datenbank wurde nach Aussage der Standmitarbeiter über ODBC vorgenommen und es musste nur eine Konfigurationsdatei geändert werden.

Auch bei Fujitsu Siemens war ein Red Hat-Mitarbeiter. Hier lief eine Beta-Version des Red Hat Linux Advanced Server. Dieser kann durch Kernel-Patches auf Rechnern mit bis zu acht Prozessoren laufen. Weiterhin erzielt er einen sehr hohen Datendurchsatz und kann ideal zusammen mit dem Red Hat Cluster Manager eingesetzt werden. Auch bei Hewlett Packard gab es Linux und zwar auf Workstations. Diese, so HP, sehr kosteneffizienten Maschinen laufen unter Red Hat 7.1.

Richtig interessant wurde es beim Druckerspezialisten Danka. An diesem Stand waren Mitglieder des KDE Teams anwesend, die natürlich KDE 3 zeigten. Weiterhin lief eine CVS-Version des zukünftigen KOffice 1.2. Nach Aussage der Entwickler ist die Version aber noch nicht spruchreif, da die Änderungen eher im Detail liegen und es größtenteils noch hakt. Wirklich beeindruckend war die Vorführung von KDE Print. Die Version, die mit KDE 3 daherkommen wird, verfügt über einige umwerfende Features, die man selbst unter Windows vermissen wird. Verwendet man KDE Print beispielsweise in Zusammenarbeit mit CUPS, so kann man einen Print-Job nachträglich auf einen anderen Drucker verschieben oder man kann die Position eines Bildes auf dem Papier noch ändern, wenn der Job bereits in der Queue steht. Dies sind aber nur einige wenige der Features. Weiterhin gibt es spezielle Optionen beim Drucken von HTML-Seiten, ein Wizard erleichtert die Druckereinrichtung, der zu verwendende Spooler kann on-the-fly umgestellt werden und und und...

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