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Mo, 22. November 1999, 00:00

SuSE 6.2 Test

Kaum ein Produkt in der Linux-Szene wird so erwartet wie die neue SuSE-Distribution. Doch in der Vergangenheit verschob SuSE immer wieder den Erscheinungstermin. Wir testeten vorab für Sie das neueste Produkt aus dem Hause SuSE und wollten für Sie herausfinden, was hinter dem Produkt in der Version 6.2 steckt.

Lieferumfang

SuSE setzte bei seiner neuesten Distribution noch einen drauf und liefert nun das Paket mit sechs CDs aus. Wie bereits in der Vergangenheit verbannte SuSE auch diesmal das Live-System auf eine Extra-CD, die nicht in der Distribution enthalten ist. Diese kann gegen eine kleine Schutzgebühr separat beim Unternehmen nachbestellt werden.

Das Booklet erlebte auch ein neues Design, so daß alle, die sich schon jetzt gefragt haben, wie wohl die CD-Hülle aussehen mag, beruhigt sein können. SuSE packte alle CDs in eine handliche Pappverpackung, die genügend Schutz vor Beschädigungen der Silberscheiben bietet.

Das 520 Seiten starke Handbuch erklärt Ihnen gekonnt die Installation der Distribution und bietet außerdem ein kompetentes Nachschlagewerk für alle Linux-Gestreßten. Da sollten wirklich alle Hersteller dieses Buch als Referenz für ihre Distributionen nehmen. Ein umfangreiches und sehr informatives Nachschlagewerk sowohl für Anfänger als auch für fortgeschrittene User. Disketten zum Booten ermöglichen dagegen eine einfache Installation des Systems auf Rechnern ohne CD-ROM oder einem bootfähigem BIOS.

demon

Installation

Alle, die bereits ältere Produkte des Herstellers benutzt haben, werden sich sofort zurechtfinden. Das Installationstool hat keine größeren und nennenswerten Änderungen. Die Installationsschritte sind ebenso einfach wie in der Vergangenheit, so daß sogar neue Käufer von SuSE 6.2 dieses auf Anhieb installieren können.

Die eigentliche Installation kann wie gewohnt entweder vom Netzwerk, von CD oder Festplatte durchgeführt werden. Zwei separate Disketten mit Modulen und Mini-Linux ermöglichen die Installation von SuSE auf Rechnern, die nicht direkt vom CD-ROM-Laufwerk booten können oder solches Laufwerk nicht besitzen. Es ist um so erfreulicher, weil endlich das mühsame Erstellen einer Modul-Diskette entfällt und die eigentliche Installation ohne nennenswerte Vorbereitungen durchgeführt werden kann.

Nachdem Sie Ihre Platte vorbereitet haben und das System für die Aufnahme von Linux vorbereitet ist, beginnt die eigentliche Installation. Bereits jetzt können Sie automatisch alle Treiber laden, die SuSE erkennt. Diese Erkennung funktioniert leider noch nichthundertprozentig, so daß nur eine der Netzwerkkarten richtig ins System eingebunden wurde. Dieser Zustand kann aber ohne weiteres vernachlässigt werden, da eine manuelle Einbindung möglich ist.

Pakete

SuSE spendierte seiner Distribution eine sehr beachtliche Anzahl von Paketen, die in das System eingebunden werden können. Leider erweist sich diese Tatsache als etwas schwierig in der Praxis. So wird sich wohl der eine oder andere überfordert fühlen, aus einer so großen Fülle aus Applikationen die richtige auswählen zu können. Dazu kommt noch eine Schwäche von SuSE, die das Auswählen der Pakete und die Einbindung sehr unübersichtlich macht. Dieser Zustand sollte der Distributor schnellstens beheben, da es wohl kaum einem User im Moment möglich ist, in einer Auswahl, die so unübersichtlich ist wie bei SuSE, die passende Applikation auszuwählen.

Im Gegensatz zu anderen Produkten verschiedener Hersteller spendierte SuSE seinem Produkt nur eine sehr schwache Gliederung. So wurden z.B. alle X-Applikationen in eine Rubrik verfrachtet, die keine Gliederung mehr aufweist, weder nach Multimedia noch nach Netzwerk. Schwierig wird es erst recht, wenn der Benutzer ein Programm sucht, der in verschiedene Kategorien passen würde. Dann ist nur noch der Griff zur Suchfunktion möglich.

Diesen Zusand sollte SuSE in Zukunft auf jeden Fall ändern und sich ein Beispiel an anderen Distributoren nehmen. Um Ihnen Arbeit zu sparen, legte der Hersteller von Haus aus vorkonfigurierte Paketauswahl ein, die Sie dann laden können. Dabei bietet Ihnen SuSE die Möglichkeit, zwischen verschiedenen Konfigurationen, wie Netzwerk, Programmierworkstation, alles oder nur bestimmte Konfigurationen wie KDE,GNOME oder Minimal, wählen zu können. Um so verwunderlicher ist es aber, daß bei einer Gnome-Konfiguration das System startet... und zwar ohne Gnome!

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