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Mi, 1. März 2000, 00:00

Interview mit Frau Karen Mygind (TurboLinux)

Von Pawel

Pro-Linux in einem Gespräch mit einem TurboLinux-Mitarbeiter

Pawel Deska

Pro-Linux in einem Gespräch mit einem TurboLinux-Mitarbeiter

Dieses Jahr bei CeBIT verbrachte Pro-Linux besonders viel Zeit in der Halle 6 - genauer gesagt auf dem Gemeinschaftstand von USA. Eine nicht gerade kleine Ecke haben Firmen, die sich mit Linux beschäftigen, besetzt. Hier konnten unter anderem folgende Firmen gesichtet werden: Red Hat, SuSE, TurboLinux und viele andere. TurboLinux eröffnete kürzlich in Europa eine Niederlassung. Grund für uns, ein paar Informationen direkt von TurboLinux einzuholen. Wir hatten Glück und konnten die Pressesprecherin der TurboLinux Europa-Niederlassung, Frau Karin Mygind, für ein Gespräch gewinnen. Zur Zeit "bekommt" man selten einen Pressesprecher ohne Terminverabredung.

Pawel Deska: Bitte stellen Sie kurz die Firma TurboLinux vor. TurboLinux ist ziemlich neu auf dem europäischem Markt.

Karen Mygind: TurboLinux, damals Pacific HiTech, wurde im Jahr 1992 gegründet. Zur Zeit ist TurboLinux ist ein führender Linuxanbieter im pazifischem Raum. Der Firmenhauptsitz befindet sich in San Francisco. Niederlassungen hat TurboLinux in Tokio, Peking, Sydney und offiziell ab dem 1. April in Hamburg. Es wurden auch Büros in Slowenien und England eröffnet. Wir haben einen Anteil von 80% von allen verkauften Linux-Distributionen in China. Wir vertreiben eigentlich zwei Typen von Distributionen: eine ist extra für Server konzipiert und die andere für Workstations.

PD: Sie sagten, daß TurboLinux Büros in Europa eröffnet. Sollen wir das so verstehen, daß TurboLinux sich in Europa "breit machen" will?

Karen Mygind: Ja, genau. Wir wollen in Europa nicht nur präsent sein, wir wollen in Europa sehr stark sein. Das betrifft den Servermarkt sowie die Distributionen für Workstations.

PD: Wo ist TurboLinux zuhause, wo sind die Stärken?

Karen Mygind: Am stärksten fühlen wir uns im Serverbereich, hier haben wir eigentlich keine ernsthafte Konkurrenz. Unsere Distribution "Turbocluster Server 4.0" ist die beste auf dem Markt. Damit möchte ich aber nicht sagen, daß TurboLinux für Workstations schlechter ist, die ist genauso gut.

PD: Was kostet die Workstation 6.0 und was leisten Sie dafür?

Karen Mygind: Die Distribution TurboLinux für Workstation 6.0 kostet 89,99 DM. Diese Version basiert auf dem Kernel 2.2.13, glibc 2.1.2, gcc 2.95.2, ist konzipiert für Büro- sowie Heim-Anwender, deshalb sind auch VMWare und StarOffice dabei. Die deutsche Version kommt Ende April auf den Markt.

PD: Und wie sieht mit dem Support aus?

Karen Mygind: Wir werden bestimmt mehr als 30 Tage kostenlosen Support anbieten, natürlich in deutsch, dafür haben wir ja das Büro im Hamburg eröffnet.

PD: Es sind einige Linux-Firmen an die Börse gegangen. Plant auch TurboLinux den Schritt zu Börse?

Karen Mygind: Zur Zeit noch nicht, aber das werden wir bestimmt auch irgendwann machen, weil Linux Zukunft hat. Eher stellt sich Microsoft auf Linux als um, als daß Linux untergeht.

PD: Jedes Unternehmen, das mit Linux Geld verdient, gibt einen Teil davon an die Open-Source-Gemeinschaft zurück. Was für eine Strategie hat TurboLinux hier?

Karen Mygind: LUGs, Unterstützung von allen Aktivitäten von Linux User Groups. Anderseits geben wir auch unsere Software frei, natürlich nicht gleich, sondern nach einiger Zeit werden einige Softwarelösungen freigegeben.

PD: Frau Mygind, ich bedanke mich für das Gespräch.

Dieses Interview führte Pawel Deska am 26.02.2000 im Namen von Pro-Linux während der CeBIT 2000.

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