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Mi, 12. Februar 2003, 00:00

Windows-Rückgabe mit Dell

Vor ungefähr einem Jahr habe ich mich auf die Suche nach einem Laptop gemacht. Dieser sollte gewissen Mindestanforderungen an die Hardware entsprechen und, was fast noch wichtiger war, diese Hardware sollte möglichst vollständig unter GNU/Linux nutzbar sein. Ich habe mich dabei auf einigen Homepages von Laptop-Herstellern umgeschaut und immer wieder die entsprechende Hardware mit verfügbaren Treibern verglichen. Allerdings waren bestimmte Chipsätze nicht immer auf den ersten und zweiten Blick erkennbar, sprich, viele Hersteller spezifizierten diese Chipsätze nicht näher auf ihren Datenblättern. Bei der Suche habe ich auch nach Erfahrungen und Tipps auf Mailinglisten der LUGO und der LUGS nachgefragt. Für die erhaltenen Hinweise und Tipps möchte ich mich an dieser Stelle nochmals herzlich bedanken.

Nun, irgendwann fand ich ein Modell und einen Hersteller, der mir zusagte, sowohl, was den Preis betraf, als auch dessen Hardware. (Nun folgt ein subjektiver Bericht über den Kontakt mit diesem Hersteller, welcher durchaus nicht auf andere Kunden übertragbar ist und auch ein Einzelfall sein kann!).

Ich liebäugelte also mit dem damals neuen Dell Inspiron 8200, und als dann dazu noch ein Spezialangebot verfügbar war, schlug ich zu. Natürlich informierte ich mich vorab bei Dell, ob das Modell (oder andere Hardware von Dell) auch ohne Betriebssystem oder gar mit GNU/Linux erhältlich seien, was diese aber leider verneinten. Schade, aber da konnte mensch wohl nichts machen und ich dachte, dass ich dann einfach später die erhaltene Lizenz weiterverkaufen würde, da ich diese nicht brauchte. Ende Mai bestellte ich dann das Modell. Dies machte ich über meine Firma, bzw. in deren Namen, in der Hoffnung auf "besseren" Support und Service. So weit so gut, das Gerät traf einige Wochen nach der Bestellung und Bezahlung bei mir ein. Das Notebook war in tadellosem Zustand, ebenso sämtliche Zusatzhardware. Nachdem Windows XP versuchte, beim ersten Einschalten zu starten und ich dies jäh abbrach, konnte ich auch relativ problemlos Debian GNU/Linux Woody installieren.

Doch ich wollte ja noch irgendwie die erworbene Windows-Lizenz zu Geld machen, aber wie in diesem Sektor wohl üblich, legte Dell bloß eine Recovery-Version von Windows XP Home bei.

Nun, so eine Version war niemandem außer mir (und mir auch nicht wirklich) von Nutzen, und so bat ich Dell in einer Mail, mir doch eine Vollversion zu schicken, um diese zu verkaufen, ich selber könne es ja nicht brauchen, was ich schon vor dem Kauf kund tat. Daraufhin erhielt ich (ausschnittsweise) folgende Antwort:

"...Wir sind gerne bereit, die Software XP wieder zurückzunehmen und Ihnen den Kaufpreis dafür wieder gutzuschreiben.

Es ist aber aufgrund von Lizenzverträgen zwischen Microsoft und Dell nicht möglich, die Software zum privaten Verkauf freizugeben, weil sie eben nur auf dem von Ihnen erworbenen System installiert werden kann. ..."

Und ich solle doch die CD an beiliegende Adresse retournieren, damit ich das Geld erhalte. Doch diese Antwort erhielt ich nicht etwa auf meine erste Anfrage, sondern ich musste (wie dies dann noch des öfteren geschehen sollte) ein zweites Mal nachfragen. Auch meine darauffolgenden Nachfragen, wieviel ich denn erhalten würde, welche Lizenzkleber ich mitschicken müsse oder was ich denn mit der restlichen nur unter Windows XP lauffähigen Software machen könne, erhielt ich jeweils erst nach entsprechenden "Subject: ZWEITER VERSUCH ..." Antwort. Na gut, mittlerweile war es August und es sah so aus, als ob ich für sämtliche Software etwas mehr als 100 CHF zurückerhalten würde. Die Software wurde also von mir wie verlangt und sorgfältig verpackt an die angegebene Adresse geschickt.

Doch auch nach einigen Wochen Wartezeit ändert sich diesbezüglich nichts auf meinem Konto. Nach einer Nachfrage (und zweiter gleicher Nachfrage mit dem Subject: ERNEUT ZWEITER VERSUCH!!!) erhielt ich dann folgende Antwort:

"...Sehr geehrter Herr Fux

bitte entschuldigen Sie die Verzögerung.

Die Gutschrift für die Win XPHome Version wurde heute für Sie erstellt und sollte in den nächsten Tagen Ihrem Konto/Kreditkarte gutgeschrieben werden.

Bei weiteren Fragen oder Problemen können Sie sich jederzeit an uns wenden.

Wir danken für Ihr Verständnis. ..."

Diese Email ist datiert auf den 4. September 2002.

Eigentlich hatte ich zu diesem Zeitpunkt schon kein "Verständnis" mehr, aber was soll's. Ich habe einen verdammt harten Kopf ;-) Ich dachte also, nun wird das Geld in einigen Tagen bei mir eintreffen.

Denkste. Nichts geschah.

Ok, mensch kann höflich sein, mensch kann warten, aber doch nicht ewig. Was also nu. Die gute Frau vom "Customer Care HSB Schweiz" hatte also nicht das Gefühl, mir die versprochenen Franken zukommen zu lassen. Was sollte ich nun tun? Ich dachte mir, bevor ich zum Konsumentenschutz gehe, versuche ich es noch ein letztes Mal. Darum suchte ich alle Email-Adressen von Dell Schweiz zusammen, die "irgendwie" was mit meinem Fall zu tun hatten, schrieb eine Email mit einer kurzen Geschichte des Vorfalls und sandte diese Email an eben diese Adressen. In der Email schrieb ich auch noch was von wegen, ich würde gerne endlich mein Geld erhalten, damit ich das Kapitel Dell ein für alle Mal abschließen könne. Die Email sandte ich am 20. Oktober ab mit dem Subject: "Reklamation !!! X-ter Versuch !!!" Und, was passierte...

Klar, am darauffolgenden Montag (ich habe die Email afaik an einem Wochenende verfasst und versandt) erhielt ich einen Anruf einer freundlichen jungen Dame, die sich entschuldigte und mir sagte, dass das Geld nicht überwiesen werden konnte, weil sie meine Kontonummer nicht hätten. Aber daß sie diesbezüglich nachfragen konnten, kam ihnen anscheinend nicht in den Sinn (nein, das sagte sie mir nicht ;-). Ok, ich gab ihr meine Kontonummer und am 28. Oktober 2002 erhielt ich eine Überweisung von 123.75 CHF.

Jupi. Geld erhalten. Kapitel Dell zu Ende.

Doch diejenigen von euch, die meinen Bericht bis hierher gelesen haben, werden sich evtl. fragen, wieso ich diesen Bericht schreibe.

Es gibt mehrere Gründe:

  • Sie soll zeigen, dass mensch nur hartnäckig bleiben soll und dann kommt mensch schon zu seinem Recht (oder Geld).
  • Sie soll zeigen, was ich von Dell halte (und ja, ich rate von Dell ab. Eigentlich sagte mensch mir auch vorher, dass Dell einen schlechten Support habe).
  • Und sie soll Leute, die vor der Entscheidung stehen, einen Laptop für GNU/Linux zu kaufen, einen Vorgeschmack und Tipps geben ;-)

Und zum Schluss noch einen Link zu einer Firma, die ganz interessante Notebooks herstellt (z.B. Geräte mit mehreren Netzwerkanschlüssen, 15.7 Zoll LCD, integrierte portable MP3-Player, etc.), den ich letztens von einem Bekannten erhielt: http://www.fosa.ch/

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