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Mo, 4. April 2005, 00:00

FLISOL

Licht und Schatten in Lateinamerika

Am Samstag, dem 2. April 2005, fand die weltgrößte Installationsparty parallel in dreizehn Ländern Lateinamerikas statt. Über hundert Städte beteiligten sich an der Aktion, die zumeist von den lokalen Organisationen freier Software organisiert wurde, wie beispielsweise Libre Chile, VELUG (LUG Venezuela) und CatatumboX aus Kolumbien.

FLISOL, als Akronym für Festival Latinoamericano de Instalación de Software Libre, war ein überwältigender Erfolg für die zumeist spanisch- und portugiesischsprachigen Teilnehmer.

Installationen...

Josef Spillner

Installationen...

...und Vorträge in Lima, Peru

Josef Spillner

...und Vorträge in Lima, Peru

Allein in La Paz, der Hauptstadt Boliviens, wurden dabei die Rechner von 25 Personen mit verschiedenen Distributionen bespielt, und über 260 Besucher informierten sich über die verfügbare Software, Migrationsszenarien und weitere Themen.

Die Hauptstadt von Peru, Lima, gab 33 Installationen allein an der Universität San Martin bekannt, weitere fanden zusammen mit Vorträgen über Blender und OpenOffice.org an der Ingenieurs-Universität statt.

Die meisten Besucher kamen in Manta (Ecuador) und Medellín (Kolumbien), und auf der Statistikseite kann man nachlesen, wie kontinuierlich die nachträglich eintreffenden Zahlen steigen: Mit bisher gezählten 2160 Besuchern und über 350 Installationen ist FLISOL auf Anhieb eine der größten Veranstaltungen zum Thema freie Software überhaupt geworden, es wird eine Gesamtteilnehmerzahl von über 5000 geschätzt, da die Zahlen von beispielsweise Mexiko, Brasilien und Venezuela noch hinzuaddiert werden müssen.

LUGNA in Neuquén, Argentinien

Josef Spillner

LUGNA in Neuquén, Argentinien

Die CaFeLUG des Capital Federal (Buenos Aires)

Josef Spillner

Die CaFeLUG des Capital Federal (Buenos Aires)

In Ceará, Brasilien, wurde unter anderem das Spiel Batalhão vorgestellt, und über das staatlich finanzierte Projekt jogosBR zur Entwicklung freier Spiele für Computer und mobile Geräte berichtet. Ebenfalls ist eine neue Version der angepassten Debian-Version Debian-CDD-BR verteilt worden, die allein im März über 7000mal heruntergeladen wurde. Diese auf Sarge basierende Distribution ist speziell für den Desktopeinsatz gedacht, und berücksichtigt die Eigenheiten des Landes wie die jährlich vom Präsidenten neu festgelegten Zeitzonen. Da die Version 1.0 nahezu erreicht ist, gibt es schon weitere Pläne, die man auf der Projektseite nachlesen kann. Ähnlich zu Kubuntu soll dann auch KDE als Desktop neben GNOME mit angeboten werden.

Freie Spiele sind eben doch spaßig

Josef Spillner

Freie Spiele sind eben doch spaßig

Debian lokalisiert für Brasilien: Debian-BR-CDD

Josef Spillner

Debian lokalisiert für Brasilien: Debian-BR-CDD

In Villahermosa (Mexiko) wurde mit der Migration an zwei Schulen begonnen. In anderen Städten wurden Vorträge und Programmierkurse u.a. zu Python erteilt, und auch Radioübertragungen gab es zwischen den Anden, dem Regenwald und Feuerland. In Florianópolis erschien sogar ein TV-Team, die Aufzeichnung wird demnächst auf TV Cultura (vergleichbar mit arte) ausgestrahlt werden.

Die gewünschten Linux-Distributionen und BSD-Varianten waren je nach Veranstaltungsort und Personal verschieden. Erste Berichte von Anwesenden und Organisatoren laufen quasi stündlich auf der Mailingliste ein, auch englischsprachige Blogeinträge aus Costa Rica und Online-Artikel wurden schon gesichtet. Auf der offiziellen Fotoseite der Veranstaltung kann man weitere Impressionen aus der Ferne gewinnen.

Weniger Erfreuliches gibt es von der WIPO zu berichten. Diese Organisation, die sich um die Ansprüche an virtuellem Besitz kümmert und auch eine treibende Kraft hinter der Ausbreitung von Softwarepatenten ist, soll nach einem Vorschlag von mehreren Schwellenländern wie Ägypten, Südafrika, Brasilien, Argentinien und Ecuador reformiert werden. Jedoch versuchen gewisse Staaten aus der ersten Welt, den Wandel zu mehr Transparenz zu verhindern. So wurden auf einer wichtigen Konferenz aus der Gruppe der Reformländer nur Indien und Brasilien eingeladen, wobei Indien den Vorsitz bekam und sich somit nicht für eine Reform aussprechen durfte.

Neben Protesten auf politischer Ebene gibt es jetzt auch eine Unterschriftenaktion gegen dieses Verhalten in Zusammenarbeit mit der EFF, die bereits von über 1100 Personen aus aller Welt unterzeichnet wurde.

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