Windows Mobile 5 Synchronisation mit Linux
Einleitung
Eigentlich hatte ich die Hoffnung bereits aufgegeben, meinen Windows Mobile-PDA unter Linux so abgleichen zu können, dass auch wirklich alle Daten aus der PIM-Anwendung des PDA mit zu Linux übernommen werden. Zum Teil hat dies allerdings erstaunlich gut mit FinchSync geklappt. Um den PDA mit Thunderbird/Lightning/Sunbird zu synchronisieren, ist dieses Programm noch immer erste Wahl, da es schnell eingerichtet und plattformunabhängig ist. Zur Zeit ist es aber etwas ruhig, der Autor hat im Moment sehr viel mit anderen Projekten zu tun und zusätzlich gesundheitliche Probleme.
Nach einer Unterhaltung mit einem der Entwickler von Synce bzw. OpenSync entstand bei mir erneut die Idee, es noch einmal mit diesem Gespann zu probieren, zumal des Adressbuch von Thunderbird sehr zu wünschen übrig lässt. Da dieses Vorhaben sich schwieriger gestaltete als geplant, möchte ich Ihnen hier meine Schritte mit an die Hand geben, welche zumindest bei mir zum Erfolg geführt haben. Diese Anleitung basiert zum größten Teil auf der Originalanleitung. Sollte es Probleme mit meiner Anleitung geben, so sollte unbedingt in der Originalanleitung nachgelesen werden, da die Entwickler selbst diese Anleitung pflegen und erweitern.
Vorbereitungen
Installiert ist bei mir im Moment Xubuntu 8.04 LTS, diese Installation ist somit zumindest theoretisch kompatibel mit dem aktuellen Ubuntu. Der PDA sollte vorbereitet sein für die Übertragung per RNDIS. Die meisten WM5-Geräte sind dies von Haus aus. Sollte dies nicht der Fall sein, kann der Hersteller Abhilfe schaffen. Für WM6-Geräte kann man das Verhalten über einstellen, hier müssen die »Erweiterten Netzwerkfunktionen« aktiviert werden.
Um die benötigte Software installieren zu können, müssen wir das geeignete Repositorium einbinden, das ist
deb http://ppa.launchpad.net/synce/ubuntu hardy main
Als nächstes muss der Kernel vorbereitet werden. Dort sind noch fehlerhafte Module eingebaut, diese werden entfernt mit:
sudo rmmod rndis_host cdc_ether usbnet
Anschließend müssen die alten Treiber entfernt werden:
sudo rm /lib/modules/`uname -r`/kernel/drivers/net/usb/{rndis_host,cdc_ether,usbnet}.ko
Die neuen Treiber müssen nun wieder compiliert werden:
sudo apt-get install usb-rndis-source cdbs sudo module-assistant auto-install usb-rndis
Bibliotheken
Wir benötigen noch einige Bibliotheken, diese werden installiert mit
sudo apt-get install odccm librra0-tools librapi2-tools
Ist dieser Vorgang beendet, kann der PDA über USB angesteckt werden. Ein paar Sekunden sollte man warten, bis alle Module geladen sind. Ob der PDA sauber verbunden ist, kann man feststellen mit den Befehl synce-pls. Dies sollte den Inhalt des Verzeichnisses My Documents« auf dem PDA anzeigen. Kommt stattdessen eine Fehlermeldung ähnlich dieser:
WARNING **: synce_info_from_odccm: Failed to get a connection for <device_name>: Not authenticated, you need to call !ProvidePassword with the correct password. pls: Could not find configuration at path '(Default)'
dann ist ihr PDA wahrscheinlich passwortgeschützt. Die Installation von SynCE-GNOME oder SynCE-KPM kann hier Abhilfe schaffen, diese können ein Passwort festlegen. SynCE-GNOME kann leider nicht so einfach installiert werden. Wichtig sind erst einmal wieder Bibliotheken. Diese werden mit
sudo apt-get install python-setuptools
installiert. Danach kann das Paket synce-gnome-0.11.tar.gz heruntergeladen werden (neuere Versionen immer nur in der Originalanleitung). Das Archiv muss hiernach entpackt und installiert werden:
tar zxf synce-gnome-0.11.tar.gz cd synce-gnome-0.11 python setup.py build sudo python setup.py install
Ausgeführt wird es einfach mit synce-gnome
Ich für meinen Teil bevorzuge SynCE-KPM, da man hier in der KDE-Oberfläche bedeutend mehr Möglichkeiten hat. Das Programm wird von Guido Diepen ständig erweitert. Ich möchte ihm hier an dieser Stelle noch einmal persönlich für seine freundliche Unterstützung danken, ohne seine Hilfe hätte ich längst aufgegeben. Tolle Arbeit Guido, bitte mach weiter so. Mit SynCE-KPM können Programme auf dem PDA installiert und auch deinstalliert werden, wie von ActiveSync gewohnt, es werden diverse Sachen angezeigt, wie Speicherverbrauch und Batterie und es können Partnerschaften erstellt werden. Dafür muss allerdings synce-sync-engine laufen. Die aktuelle Version bekommt man hier: sync-engine-0.11.1.tar.gz. SynCE-KPM bekommt man hier: synce-kpm-0.11.1.tar.gz bzw. auf der Seite des Autors www.guidodiepen.nl. Nach dem Entpacken kann die Version verwendet werden:
tar zxf synce-kpm-0.11.1.tar.gz cd synce-kpm-0.11.1 ./synce-kpm
Läuft der Network Manager, wird der PDA als neue Standard-Internetverbindung eingerichtet. Welches Interface das ist, bekommt man heraus mit dem Befehl
/sbin/ifconfig -a | grep 80:00:60:0f:e8:00 | cut -d " " -f 1
Dieses Interface (im Normalfall sollte als Ergebnis rndis0 oder ähnlich herauskommen) müssen wir nun in der Netzwerkkonfiguration noch eintragen. Dazu trägt man in der Datei /etc/network/interfaces als root folgende Zeile ein:
iface [Interface-Name] inet dhcp
Dabei wird [Interface-Name] durch den Namen Ihres Gerätes ersetzt. Also etwa iface rndis0 inet dhcp. Nun kann das Netzwerk neu gestartet werden mit
sudo /etc/init.d/networking restart
Sollte es zu einer Fehlermeldung kommen, dass keine Geräte an odccm verbunden sind, muss das ipaq-Modul in die Blacklist. Dies passiert mit blacklist ipaq. Nun kann das aktive ipaq Modul mit sudo rmmod ipaq entfernt werden.
Synchronisation
Um den PDA synchronisieren zu können, werden noch einige Tools und Plugins benötigt. Diese können mit folgendem Befehl installiert werden:

