Login
Login-Name Passwort


 
Newsletter
Werbung

Mo, 29. Mai 2006, 00:00

LPIC-1

Vorbereitung auf die Prüfung des Linux Professional Institute

Vorwort

Cover von LPIC-1

Mirko Lindner (demon)

Cover von LPIC-1

Dank der steigernden Bedeutung von Linux im professionellen Bereich ist auch eine Zertifizierung der Qualifikationen eines jeden Benutzers nicht mehr wegzudenken. Einheitliche Kriterien zur Beurteilung der technischen Kompetenzen des Systemverwalters sollen vor allem Personalchefs von den Qualitäten eines Bewerbers überzeugen.

Die LPI-Zertifizierung gehört zweifelsohne zu den bekanntesten und beliebtesten Prüfungen unter Linux. Nach Angaben des Linux Professional Institute (LPI), einer offenen Gemeinschaft, die die Prüfungen koordiniert, hat die Organisation seit der Gründung über 105.000 Prüfungen der Stufe 1 und Stufe 2 ausgeliefert. Dabei wurden über 30.000 Zertifizierungen ausgestellt. Nicht zuletzt dank der teilweise recht oft stattfindenden Prüfungen während Messen wie dem LinuxTag oder der Linux World Expo und Großveranstaltungen wie der CeBIT ist es auch »normalen« Nutzern möglich, eine LPI-Prüfung abzulegen.

Das LPI-Zertifizierungsprogramm umfasst zur Zeit zwei Stufen, eine dritte ist in Entwicklung. Die erste Stufe, die zum Titel »Junior Level Administration (LPIC-1)« führt, besteht aus den Prüfungen 101 und 102, die beide erfolgreich absolviert werden müssen. Die zweite Stufe »Intermediate Level Administration (LPIC-2)« kann erst absolviert werden, wenn LPIC-1 erreicht ist, und besteht aus den Prüfungen 201 und 202, die ebenfalls beide erfolgreich absolviert werden müssen.

Das Buch

In seinem Buch setzt sich Peer Heinlein mit der ersten Stufe der LPI-Prüfungen auseinander. In der mittlerweile zweiten Auflage von »LPIC-1 - Vorbereitung auf die Prüfung des Linux Professional Institute« will der Autor die Leser auf die Prüfungen 101 und 102 vorbereiten. Auf einem authentischen Szenario aufbauend und anhand von 120 Fragen, die den Originalfragen ähnlich sind, wird der Prüfung sehr schnell der Schrecken genommen.

Vorstellen muss man sich die Vorgehensweise wie folgt: Der Autor stellt erst eine Frage im Stil der LPI-Prüfung und erarbeitet dann anhand der angegebenen Möglichkeiten die Lösung. Dabei geht Heinlein nicht nur auf die richtige Antwort ein, sondern erklärt auch, warum es die anderen nicht sein können. So führt eine Frage wie »Wie lautet eine typische I/O-Adresse für eine serielle Schnittstelle?« und die dazugehörenden Antworten (a) 0xd800; b) 0x220; c) 3f8; d) 2e8; e) 0x3f8) zu einer kleinen Abhandlung über die I/O-Adressen und Interrupts der Hardware. Für alle Schreckhaften unter den Administratoren: Keine Angst, der LPIC setzt nicht voraus, dass man alle I/O-Adressen des Rechners kennt. Die wichtigsten sollte der Prüfling aber schon beherrschen.

Weiterführende Links sowie Verweise auf Online- und Offline-Quellen ermöglichen ein weiteres selbständiges Studium und die Vertiefung der Materie. Das Ganze ist nach den LPI-Themen strukturiert und verständlich geschrieben. Der Leser bewegt sich von der Hardware in Richtung der Linux-Installation und dem Paketmanagement, über GNU- und Unix-Befehlen bis hin zu Dateisystemen und dem X-Window-System. Im zweiten Teil des Buches behandelt der Autor den Kernel, den Bootvorgang samt der Initialisierung der Hardware und den Runlevels, das Drucken, Dokumentation, Shells, das Scripting und die Programmierung bis hin zu den administrativen Tätigkeiten, dem Netzwerk und der Sicherheit. Den Schluss des Buches bildet ein Anhang mit praktischen Aufgaben wie den Quotas, den GNU-Tools, der Firewall, Bind und dem Web-Server Apache.

Fazit

Peer Heinlein schafft es in seinem Buch in seiner lockeren Art, alles Wichtige zum Bestehen der Prüfungen LPIC 101 und 102 zu vermitteln, ohne dabei zu langweilen. Wer allerdings eine Schritt für Schritt-Anleitung sucht mit Fragen, die auswendig gelernt werden können, wird an »LPIC-1 - Vorbereitung auf die Prüfung des Linux Professional Institute« keine Freude finden. Vielmehr ist das Buch eine gelungene Zusammenfassung der Prüfungsinhalte mit ausreichend Hintergrundinformationen zu den jeweiligen Themengebieten. Eine weiteren Vorteil von Heinleins Werk stellt die enorme Praxisnähe dar. Es zeigt den Schwierigkeitsgrad der Prüfungsthemen auf und ermöglicht eine realistische Einschätzung der eigenen Kenntnisse.

Es sollte aber auch nicht unerwähnt bleiben, dass auch die Lektüre von »LPIC-1 - Vorbereitung auf die Prüfung des Linux Professional Institute« aus einem Neuling keinen Vollprofi machen wird. Dazu ist das Thema zu komplex und das Anforderungsprofil zu hoch. Eine praktische Aufarbeitung der behandelten Themen wird auch das Buch nicht ersetzen, auch wenn das Werk dem Leser sehr schnell aufzeigen wird, wo seine Schwächen liegen. Weniger zu gebrauchen ist das Buch dagegen als ein allgemeines Nachschlagewerk. Diesen Titel will »LPIC-1 - Vorbereitung auf die Prüfung des Linux Professional Institute« aber sowieso nicht für sich beanspruchen.

Fakten

Jahr: 2006
Autor: Peer Heinlein
Preis: 34,90 EUR
Umfang: 350 Seiten
Verlag: Open Source Press
ISBN: 3-937514-21-X

Kommentare (Insgesamt: 0 || Kommentieren )
Pro-Linux
Pro-Linux @Facebook
Neue Nachrichten
Werbung