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Mi, 9. August 2000, 00:00

WordPerfect 8 für Linux

Dieser Artikel beschreibt die Installation und Anwendung von WordPerfect 8 unter Linux. Er beschränkt sich auf die via FTP erhältliche Version ohne Extras.

Einführung

Dieser Artikel beschreibt die Installation und Anwendung von WordPerfect 8 unter Linux. Er beschränkt sich auf die via FTP erhältliche Version ohne Extras. Es wird die englischsprachige Version betrachtet. Die Screenshots sind allerdings von der deutschen Version :-)

Wegen der Knappheit der Zeit können viele Punkte natürlich nur sehr oberflächlich beschrieben werden. Manche Kritikpunkte, die hier beschrieben werden, könnten auch auf die mangelnde Erfahrung mit WordPerfect zurückzuführen sein und sich im Laufe der Zeit relativieren.

Installation

Eine eingeschränkte Version von WordPerfect kann von dieser URL kostenlos heruntergeladen werden. Man sollte kurz die Installationsanleitung lesen, dann stellt das Auspacken der Daten kein Problem dar. Danach kann man das Installationsprogramm starten.

Ist bei Installation die Variable DISPLAY nicht gesetzt, wird die Installation im Textmodus vorgenommen. Dies funktioniert genausogut wie der Grafikmodus und erspart das Öffnen von unnötigen Fenstern.

Man kann sich natürlich fragen, ob eine interaktive Installation unter Linux angemessen ist. Die gesamten Software-Pakete, die mit einer Distribution wie z.B. Red Hat kommen, können ohne jede Rückfrage installiert werden. Ich halte die interaktive Installation von WordPerfect für ziemlich sinnlos, da alle Angaben entweder automatisch ermittelt werden könnten oder ohnehin auch zur Laufzeit konfigurierbar sind.

Anstatt zum Beispiel nach dem Installationspfad zu fragen, sollte einfach in Übereinstimmung mit dem Linux File Hierarchy Standard /opt verwendet oder zumindest vorgeschlagen werden.

Auch die Druckerauswahl ist in diesem Stadium unnötig. Das Programm bräuchte doch nur nachzusehen, was für Printqueues vorhanden sind, und diese als Default vorzugeben.

Aus der Druckerzuordnung wurde ich zunächst nicht schlau und ließ sie daher unverändert. Sie war dann später problemlos zu ändern.

Immerhin funktionierte die Installation, aber Shortcuts fürs Desktop, Aliase oder ähnliches zum Starten von WordPerfect muß man sich wohl selbst anlegen (das ist möglicherweise anders, wenn KDE oder GNOME installiert sind). Während der Installation erscheint die Meldung: WordPerfect ist nur zertifiziert für Linux 2.0.18 (wen interessiert's...) und X11R5 (!). Vermutlich war 2.0.18 die Version, die in Red Hat 4.2 enthalten und daher weit verbreitet war. Heute veraltet und nicht zu empfehlen.

Das Hauptfenster

hjb

Das Hauptfenster

Start

/usr/local/wp8/wpbin/xwp (der Pfad, unter dem ich WordPerfect installiert habe) startet reibungslos. Es bringt zuerst eine Splash Screen in Pseudo 3D-Look, danach eine Registrierungsbox, wo man seine Registrierungsnummer eingeben oder "später registrieren" wählen kann.

Der Speicherverbrauch des kompletten Systems mit einem relativ sparsamen Window-Manager (fvwm95), Auflösung 800x600 und einem leeren Dokument ist 20 MB. Mit 16 MB Hauptspeicher ist es gerade noch bedienbar.

Es erscheinen zwei Fenster. Das eine ist ein Dokumentfenster mit einem leeren Dokument. Das andere ist ein kleines Fenster, das als Kommandozentrale fungiert. Es enthält unter anderem die Liste der zuletzt bearbeiteten Dateien (im Menü File) und ein Konfigurationsmenü. Grund für die Aufteilung ist, daß jedes Dokumentfenster ein Toplevel-Window ist und nur ein Dokument enthalten kann. Fenster innerhalb von Fenstern waren unter UNIX nie populär, was wohl daran liegt, daß die Logik eines solchen Konstrukts einigermaßen fragwürdig ist.

Das Dokumenten-Fenster

hjb

Das Dokumenten-Fenster

Die Online-Hilfe ist anscheinend im Windows Help-Format. Der Help-Viewer ist ein separates Programm. Wer sich das kopiert, hat also einen Help-Viewer unter Linux. Nicht daß es irgendeine andere Applikation gäbe, die dieses obsolete Format verwendet ;-)

Das Dokumentfenster hat Toolbars mit demselben flachen Aussehen wie aktuelle Windows-Programme. Der gesamte Look&Feel ist sehr modern, es gibt z.B. Tooltips, die nach einigen Sekunden von selbst verschwinden (konfigurierbar).

Tastaturkürzel funktionieren. Überhaupt funktionieren alle Tasten, wie man das erwartet. Eine bedauerliche Ausnahme ist SHIFT+CTRL+Cursor, das in den meisten Windows-Programmen die Größe eines selektierten Bereichs ändert. SHIFT+Cursor und CTRL+Cursor funktionieren wie erwartet, aber die Kombination nicht. Unakzeptabel!

Im Menü Tools erscheint der Menüpunkt "Grammatik". Ich dachte immer, das hieße auf Englisch "Grammar"...

Es gelang mir zunächst nicht, einen Drucker einzurichten. Das lag daran, daß keine Datei /etc/printcap vorhanden war. Mit dieser Datei klappte sowohl das Einrichten eines Druckers als auch das Drucken.

WordPerfect besitzt seine eigenen Druckertreiber. Es ist jetzt sicherlich interessant, herauszufinden, ob diese auch GDI-Drucker unterstützen. Das wäre dann für Linux-Benutzer die einzige Möglichkeit, GDI-Drucker zu benutzen. Allerdings kann ich das mangels Hardware nicht nachprüfen. Vermutlich wird es aber nicht gehen, weil die Treiber im Kernel dafür fehlen.

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