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Mi, 25. Juni 2003, 00:00

Linux-Wochen 2003 in Wien

Bericht vom "Technologie-Tag" der Linux-Wochen 2003.

Auf den Besuch der Linux-Wochen in Wien (Österreich) habe ich mich schon seit der Ankündigung auf Pro-Linux Anfang Mai gefreut. Ich habe aber nur den "Technologie-Tag" (6. Juni 2003) besucht, da mir die beiden anderen Themen-Schwerpunkte "Business" sowie "Einsteiger" an den zwei anderen Tagen nicht zusagten.

Nach einer kurzen Reise mit der U-Bahn und einer intensiven Suche am Gelände des Museums-Quartiers fand ich die Veranstaltungs-Räume. Es sind zwei Hallen. Die eine war als schöner Vortrags-Saal mit weit über hundert Sitzplätzen, Leinwand, Beamer und Vortragspult eingerichtet. In der zweiten Halle, die merklich kleiner war, wurden gleichzeitig eine kleine Messe und Vorträge veranstaltet.

Auf der Messe waren einige interessante Firmen und Projekte vertreten. Debian stellte eine nicht alltägliche Plattform (ich glaube HP PA-Risc) aus. Gleich daneben war ein Vertreter von Sun, der Pickerl mit schwarz/durchsichtigem Tux verteilte. Diese waren aber derart kompliziert, daß er offenbar jedem "Kunden" erklären musste, wie diese aufgeklebt werden.

Dann war da ein recht großer Stand von OpenOffice.org. Sie zeigten auf den mitgebrachten Laptops allen Interessenten ihr Office-Produkt. Der größte Stand war jener des Lehrmittel-Zentrums, einem Fachbuch-Geschäft an der TU Wien. Sie boten sehr viele interessante Bücher über Linux und das gesamte Umfeld wie Samba, C, C++, ... an.

Ein etwas unspektakulärer Stand wurde von MySQL unterhalten. Sie klebten ein Plakat mit der Roadmap an die Wand, das ich aber trotz A0-Format und trotzdem kleiner Schrift nicht genau lesen konnte. In einem Sonderdruck des iX-Magazins legten sie die Erfahrungen des iX-Autors mit der noch im Alpha-Stadium befindlichen Version 4.1 zur freien Entnahme auf. Diese bietet Query Caches, Server-Variablen, Sub-Selects, Geometrie-Typen samt Funktionen wie Intersects, Touches, Crosses und neben der Unterstützung für verschiedene Zeichensätze noch einiges mehr.

Ein bißchen einsam wirkten die beiden Herren der österreichischen Firma Cubit. Sie führten unter anderem am Nachmittag eine Cluster-Lösung vor. Gleich daneben war ein Stand der Open-Source-Initiative der Wirtschaftskammer Österreich.

Des weiteren war da noch ein Stand der Österreichischen Computer Gesellschaft, die für den Computer-Führerschein ECDL warben. Auch SUN hatte einen eigenen Stand, wo sie StarOffice 6.0 und andere Produkte vorstellten.

Diese Stände waren alle rund um den Vortrags-Bereich angeordnet. Das war während der Vorträge oft lästig, da die Hintergrund-Geräusche die Verständlichkeit des Vortragenden zusammen mit der ohnehin schlechten Akustik noch verschlechterten.

Nun aber zu den Vorträgen, wegen denen ich eigentlich die Linux-Wochen besucht habe. Es fanden immer zwei Vorträge parallel in den beiden Vortrags-Räumen statt. Im Stunden-Takt wechselten die Themen und die Vortragenden.

Zuerst besuchte ich "Objektorientierte Programmierung in PHP: Einsatz von Design Patterns" von Hannes Dorn. Er schloss an seinen Vortrag vom Jahr 2002 (Templates in PHP) an. Noch einmal ging er kurz auf die Verwendung der Klasse "XTemplate" ein. Sie hilft bei der Trennung der HTML-Gestaltung und der echten PHP-Programmierung.

Danach erweiterte er eine PHP-Seite mit Gästebuch Schritt für Schritt um Datenbank-Zugriff, eine eigene Datenbank-Klasse, dann nutzte er eine Sammlung von Datenbank-Klassen (je nach verwendetem DBMS), die er mit einer übergestülpten Klasse abstrahierte. Mit Hilfe seiner Klassen CModule und CFactory wurde das Haupt-Programm dann immer kürzer und übersichtlicher. Vor allem aber stand dabei die Wiederverwendbarkeit des Codes im Vordergrund. Das erreichte er durch eine ausgeklügelte Klassen-Hierarchie, die sich auch in der Verzeichnis-Struktur niederschlug.

Danach begab ich mich in die "Arena", dem großen Vortragssaal. Dort hielt Hans-Jürgen Schönig einen Vortrag zum Thema "PostgreSQL Extreme". Er zeigte, wie man PostgreSQL durch jede beliebige Skript-Sprache erweitern kann, um serverseitig z.B. eine Email oder ein Fax zu verschicken. Er erklärte auch, wie PostgreSQL eine Abfrage intern analysiert und abspeichert.

Für sehr große JOINs mit vielen Tabellen setzt es genetische Algorithmen ein, um eine besonders schnelle Ausführung der Abfrage zu erreichen. Abschließend zeigte er uns eine über 50 Zeilen lange Query, die er aus einem aktuellen Datenbank-Projekt entnommen hat.

Gleich anschließend hielt Gernot Schmied seinen Vortrag über "BSD&Linux Routing Gateways und Architekturen". Er hat sehr professionelle Folien vorbereitet gehabt. Grundsätzlich ging es um die mächtigen Mittel, die Linux und auch andere Systeme beim dynamischen Routing von TCP/IP Paketen bietet. Vor allem die standardisierten Protokolle zur Kommunikation zwischen Routern wie z.B. BGP, OSPF und RIP sowie die Daemons in Linux-Rechnern (gated oder Zebra) erklärte er ausführlich.

Unterstützt wurde sein Vortrag durch Blockdiagramme, wie die einzelnen Knoten und Daemons zusammenarbeiten und kommunizieren. Die Einträge von beispielhaften Routing-Tabellen zeigte er ebenfalls.

Danach musste ich wieder in den lauten Vortragsbereich inmitten der Messestände. Philipp Gühring zeigte in seinem XML-Workshop einige sehr interessante Anwendungen von XML-Technologie. Z.B. ist die gesamte Seite der Linux-Wochen mit XML-Daten gespeist.

Eines der Beispiele war die Umwandlung einer Blender-Datei in XML. Er musste dazu das Dateiformat analysieren. Ein bereits von ihm vorbereitetes Programm wandelte eine .blend-Datei in eine .xml-Datei um. Mit dem Tool "sabcmd" und einem XML-Stylesheet (XSLT) wandelte er diese dann in eine .dot-Datei um. Diese ist für das Programm "dotty". Es ist Bestandteil des GraphViz-Pakets. Damit konnte er die komplexen Zusammenhänge und Abhängigkeiten im XML-Baum der Blender-Elemente anschaulich darstellen. (GraphViz ist aber zu noch viel mehr imstande, wie ein Besuch der Webseite zeigt.)

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