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So, 9. Dezember 2001, 00:00

Tagebuch eines Linuxreisenden, Teil 3

Der 8. Internationale Linux-Kongreß in Enschede

Vorwort

Vom 28. bis 30. November 2001 fand in Enschede der 8. Internationale Linux-Kongreß statt. Es folgt ein Bericht zu der Veranstaltung. Da dieser notwendigerweise subjektiv und unvollständig bleiben muß, habe ich ihn wie im letzten Jahr in Form eines Tagebuchs geschrieben.

Erstmals fuhr ich in diesem Jahr nicht allein, da sich Demon entschlossen hatte, mitzukommen. Wegen der langen Reisezeit beschlossen wir, bereits am Vortag mit der Bahn anzureisen.

Dienstag, 27.11.2001

Um 11:59 Uhr soll unser Zug in Karlsruhe abfahren, kein Aufsteh-Streß also. Obwohl die Warteschlange am Fahrkartenschalter lang ist, kommen wir rechtzeitig zu unseren Fahrkarten. Die Fahrt verläuft ereignislos. Die Route führt über Köln nach Münster. Für mich ist es das erste Mal, daß ich Solingen, Wuppertal und Münster sehe (sofern man beim Vorbeifahren in der einsetzenden Dämmerung von Sehen sprechen kann). In Münster heißt es dann umsteigen in einen Regionalzug. Gegen 18:30 Uhr erreichen wir Enschede.

Enschede (gesprochen ens-che-dé mit Betonung auf der letzten Silbe) hat über 100.000 Einwohner und eine recht großflächige Universität. Genaue Zahlen konnte ich nicht herausfinden. Fast jeder versteht dort Deutsch, doch das heißt nicht automatisch, daß er es genauso gut spricht. Das trifft auch auf den wohl etwas angetrunkenen Farbigen zu, der uns etwas von den Taliban und Hitler vorschwafelt. Es gibt also nicht nur in Deutschland Gestörte...

Wir finden heraus, daß unser Hotel nur wenige Minuten zu Fuß vom Bahnhof entfernt liegt, und machen uns auf den Weg. Hier kann gleich in Kürze das Wetter von Enschede abgehandelt werden. Kalt und regnerisch. Wenn es einmal nicht nieselte, regnete es entweder in Strömen, oder es gab eine kurze Trockenphase, in der es aber dann gleich kälter wurde.

Im Hotel erfahren wir, daß beim Buchen der Zimmer wohl etwas schiefgegangen ist. Die letzte Nacht müßten wir in einem anderen Zimmer verbringen. Lästig, aber was soll's...

Nach kurzem Aufenthalt im Hotel ziehen wir los, um ein Restaurant zu finden, und entscheiden uns für einen Mexikaner. Der entspricht auch voll unseren Erwartungen, und satt aber müde kehren wir ins Hotel zurück. Das anschließende Hacken auf den Laptops brechen wir dann auch bald ab, um schlafen zu gehen.

Mittwoch, 28.11.2001

Die Fußgängerzone von Enschede

hjb

Die Fußgängerzone von Enschede

Vormittag

Halbwegs ausgeschlafen kommen wir zum Frühstück, das im Vergleich zu anderen Hotels etwas zu wünschen übrig läßt. Etwas mehr Auswahl bei Fruchtsäften, Müsli und Obst hätte es schon sein können. Danach erkunden wir die überraschend große Fußgängerzone der Innenstadt, die praktischerweise genau zwischen Hotel und Bahnhof liegt. Schließlich begeben wir uns zum Busbahnhof neben dem Bahnhof, um zur Universität zu fahren, wo der Kongreß stattfindet. Die Fahrkarten sind mit 4,50 Gulden sehr teuer. Erst später erfahren wir, daß es auch Streifenkarten gibt, mit denen es wesentlich günstiger ist. Dumm gelaufen, denn genau zu dem Zeitpunkt, als wir uns bei der Information nach Fahrkarten erkundigen wollten, war dort soviel los, daß wir nach einiger Wartezeit den Versuch abbrachen. Zudem erwischen wir die Linie 1, die noch teurer ist als die Linie 3, dafür aber direkt aufs Unigelände fährt.

Auf der Homepage des Linux-Kongresses war zwar kurzfristig noch ein Lageplan veröffentlicht worden, doch zu diesem Zeitpunkt waren wir bereits unterwegs. So kommt es, daß wir das große Uni-Gelände erreichen, ohne zu wissen, wo genau wir hinmüssen. Durch Zufall finden wir das Informatikgebäude nicht weit von der Bushaltestelle entfernt, und wer hätte es gedacht, hier sind auch die Räumlichkeiten, wo der Kongreß stattfindet. Die Registrierung ist schnell erledigt. Es herrscht noch nicht viel Betrieb.

Das Tutorium

Um 13 Uhr beginnt das Tutorium "IPsec", das ich belegt habe. Es wird von rund 40 Teilnehmern besucht. Der Referent Ralf Spenneberg vermittelt kompetent das Wissen zu IPsec, und als wichtigste Information kann ich mitnehmen, daß es überraschend einfach ist, IPsec einzusetzen. Zwei Pausen, in denen Getränke und Kuchenstückchen gereicht werden, lockern das Tutorium auf. Etwa um 17:30 ist es beendet. Demon, der »Linux Kernel Hacking« bei Jes Sørensen belegt hatte, wartet schon. Jes' Tutorium war von ca. 30 Teilnehmern besucht und, wie bereits letztes Jahr, lohnenswert.

Abend

Zurück geht es wieder mit dem Bus in die Innenstadt. Wir finden ein italienisches Restaurant, wo wir nicht nur unseren Hunger stillen können, nein, es schmeckt auch noch ausgezeichnet. Danach ist im Hotel nicht mehr viel Computer-Aktivität angesagt, ich lese aber noch bis Mitternacht in den »Proceedings« des Linux-Kongresses. Diese gibt es dieses Jahr in dieser Form zum ersten Mal. Es handelt sich um eine Sammlung von Unterlagen zu den meisten Vorträgen. Sehr praktisch, weil man sich so leicht auch von den Vorträgen, die man verpaßt hat, einen Überblick verschaffen kann, und weil man im Zweifelsfall nochmal nachschlagen kann, welchen Vortrag man vorziehen sollte. Bravo, Linux-Kongreß-Organisatoren!

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