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Mo, 22. November 1999, 00:00

XDMCP oder Linux-PCs als X-Terminals

Fragen und Antworten

Frage: Zu was soll das überhaupt gut sein?

Antwort: Einen Linuxcomputer mit installiertem X-Server und Runlevel 3 (automatisches Starten des X-Servers) kann man als intelligentes X-Terminal benutzen.

Frage: Warum ein X-Terminal?

Antwort: Manchmal gibt es Programme, die nur auf einem Grossrechner laufen, oder man möchte die größere Maschine (Workstation, Server) für bestimmte Aufgaben benutzen.

Frage:Warum einen Linuxcomputer und nicht ein kommerzielles X-Terminal?

Antwort:Ein kommerzielles X-Terminal kostet ca. 10000 DM. Es bekommt ALLES vom Server: Windowmanager, X11, ... und belastet damit den Server. Ein guter Linuxcomputer ist für weniger als 2000 DM zu haben (mit einem 21-Zoll- Monitor immer noch unter 5000,-DM). Die Hardware ist schneller und in den meisten Fällen viel besser. Die grafischen Sachen (X-Server, Farbdarstellung, Bibliotheken, ...) werden vom Linuxrechner erledigt und nicht vom Server.

(Ich sitze auf jeden Fall lieber an meinem Linux-PC mit einer Matrox Millenium2, 1600x1400 mit 64000 Farben bei 80 Hz, als an einem teuren Farbterminal mit einfacher Grafikkarte, 1200x1024 mit 256 Farben und 60 Hz.)

Konfiguration

Als erstes braucht man natürlich eine funktionierende X11-Konfiguration, und das Paket xdm muss installiert sein. Dann schaltet man um auf Runlevel 3 (falls noch nicht geschehen), so daß beim Systemstart automatisch der X-Server gestartet wird.

Editieren der Datei /etc/iniitab und Ersetzen der Zeile:

Alt Neu
# default runlevel
id:2:initdefault:
# default runlevel
id:3:initdefault:

Dann fügt man in diese Datei (/etc/iniitab) noch eine eile ein:

xx:3:respawn:/usr/X11R6/bin/X -broadcast -indirect pc.domain.de

Diese Zeile sorgt dafür, daß XDMCP gestartet wird (X -broadcast) und daß das von meinem Computer (-indirect pc.domain.de) ausgeführt wird (es gibt die Möglichkeit, einen Call auf das Netz zu geben, und die Maschine, die dafür konfiguriert ist und am schnellsten antwortet, schickt XDMCP auf meinen Computer).

Nun kann man in das Verzeichnis /usr/lib/X11/xdm wechseln und xdm (die Parameter funktionieren auch mit kdm) konfigurieren.

Xservers: Hier muss die Zeile

:0 local /usr/X11R6/bin/X :0 vt07 -quiet

auskommentiert werden (sonst funktioniert gar nichts!)

Xaccess: Wenn man nicht will, daß jeder erreichbare Server im Netzwerk erscheint, muss die Zeile

* CHOOSER BROADCAST

auskommentiert werden und stattdessen die Zeilen:

%hostlist localhost meiner deiner unser *.unibas.ch
* CHOOSER %hostlist

editiert werden. Natürlich mit den Hosts, die man wirklich braucht.

GANZ WICHTIG: Immer localhost mit einfügen, sonst kann man den eigenen Computer nicht auswählen!

Wenn man nun den Computer rebootet, erscheint der CHOOSER mit einer Auswahlliste der erreichbaren Hosts. Wenn man einen auswählt (Doppelklick oder markieren und Accept), bekommt man den Login-Screen des jeweiligen Rechners und es wird auf ihm eine X-Session gestartet.

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