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Mo, 22. November 1999, 00:00

Linux und TCP/IP

Warum TCP/IP und dieser Artikel

TCP/IP ist der Standard für Netzwerke. Es hat durch die Verbreitung des Internet viele weltweite Protokolle (z.B. DECnet) und auch in kleineren Netzen die meisten (Tokenring, ARCnet...) bis auf Spezialanwendungen verdrängt. Hier soll nun die Konfiguration und Integration eines Linux-Rechners in ein TCP/IP-Netzwerk beschrieben werden.

Ein TCP/IP-Netzwerk kann sowohl ein grosses Netzwerk in einer Firma oder Uni als auch 2 direkt verbundene Computer sein.

Vorbereitung

Bevor man an die Installation geht, muss man sich folgende Sachen aufschreiben:

  • TCP/IP-Adresse des Rechners: Eine Adresse aus vier Feldern von 0.0.0.0 bis maximal 255.255.255.255. In einem bestehenden Netz bekommt man diese Adresse vom Netzwerkadministrator, ansonsten kann man eine eigene kreieren.
    Vorsicht: eine TCP/IP Adresse darf nur einmal im Netz vorkommen!
  • Einen Computernamen: Dieser Name ist mit der TCP/IP-Adresse verknüpft und ebenso einmalig. Er besteht meist aus mindestens zwei Feldern - dem Computernamen (z.B. compi) und einer sogenannten Domain (logische Netzwerkeinteilung, z.B. daheim). Bei einer Adresse, die im Internet gesehen wird, muss es mindestens aus drei Feldern bestehen. Es kommt hier noch die Haupdomain dazu (z.B. de oder com).
  • Broadcast: Diese Nummer, die ebenso aus vier Feldern besteht, beschreibt, welche der vier Felder für das Subnet (Unternetz) signifikant sind. Also ist bei einem Netz, das Adressen zwischen 192.131.1.1 und 192.131.115.187 besitzt, die Broadcastadresse mit xxx.xxx.255.255 (z.B. 192.131.255.255) definiert. Wenn man nur ein kleines Netz hat (nur das letzte Feld ändert sich), ist sie xxx.xxx.xxx.255 (z.B. 192.131.115.255).
  • Die Netmask ist der umgekehrte Fall. Sie definiert den unveränderlichen Teil der Netzwerkadresse. Also 255.255.0.0 (meist auch in Hexadezimalcode angegeben ffff0000)
  • Router- oder Gatewayadresse: Diese Nummer ist der Rechner, der die Verbindung zum nächsten Unternetz herstellt. Er ist die Verbindung zur Außenwelt und hat meist die höchste Nummer im Netzwerk (z.B. 192.131.115.254). Falls man keinen Gateway hat, gibt man die eigene Rechneradresse an.
  • Nameserver: Im Internet gibt es Server, welche die Aufgabe haben, die Verknüpfung zwischen Name und Adresse herzustellen. Wenn der User den Namen eines Rechners eintippt, den er erreichen möchte, wandelt die Applikation diesen Namen in seine Vier-Felder-Adresse um und versucht ihn damit zu erreichen. Wenn der Resolver den Rechner nicht lokal in seiner Datenbank findet, nimmt er Konatkt mit seinem Nameserver auf, welcher über eine große Datenbank aller ihm bekannten Rechner verfügt und die Namensanfrage mit der korrekten Adresse (soweit bekannt) beantwortet. Wenn man ein kleines Netzwerk mit wenigen Rechnern hat, braucht man diesen Server nicht unbedingt und lagert die Namen in einer lokalen Datei (/etc/hosts).

Hardware-Installation

Als erstes sollte man sicher sein, daß die Hardware (Ethernetkarte) vom Kernel auch unterstüzt wird. Man kann dazu im Internet nachsehen oder in der Kernelkonfiguration (make xconfig und in der Rubrik Netzwerkkarten nachschauen) nachsehen.

(Ich persönlich habe gute Erfahrung mit Standardkarten gemacht, die zwar etwas teurer, aber kompatibel sind.)

Im Ethernet-HOWTO sind ausführliche Informationen zu allen Karten und Netzwerktechniken.

Flachstecker (Abb.1)

Hartmut Woehrle

Flachstecker (Abb.1)

Als nächstes wird die physikalische Verbindung mit dem Netz hergestellt. Hier gibt es in neueren Karten und Installationen die Flach-Stecker(Abb.1), welche in ähnlicher Ausführung am Telefon Verwendung finden (im Fachjargon: RJ45-Stecker und twisted pair-Kabel).

Bei Combo-Karten gibt es meist noch die älteren BNC-Kabel (mit Bajonettstecker) (Abb.2) oder AUI-Anschlüsse (mit einem 15-Pin-Stecker). Falls man eine Wahl hat, sollte man sich für Twisted Pair entscheiden, da diese problemloser sind als die anderen und neuere (schnellere - 100MBit/s) Hardware meist nur diese unterstützt.

Dann geht es an die Dose (das Netz). Bei einem großen Netzwerk (Firma, Uni) gibt es meist in den Zimmern Dosen in der Wand, die mit einem verlegten Kabel auf die weitere Peripherie führen (aufgrund der Ähnlichkeit mit dem Telefonstecker sollte man darauf achten, dass man nicht die Telefondose benutzt. Es wird sonst peinlich, wenn der zu Hilfe gerufene Netzwerkguru zu grinsen anfängt...)

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