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Mi, 13. November 2002, 00:00

Konfiguration eines Dial-In-Servers für Handys

Vorwort

Dieser Artikel beschreibt, wie ein Linux-Rechner mit ISDN Karte als Dial-In-Server für Handys verwendet werden kann. Um den Dial-In-Server aufzusetzen, werden die ISDN-Tools und der PPP-Daemon (Point to Point Protocol Daemon) benötigt.

Folgende Schritte sind notwendig:

  • Konfiguration von ISDN
  • Konfiguration von PPP
  • Konfiguration des Handys
  • Konfiguration des Clients mit Handy als Modem

Konfiguration von ISDN

Zur Konfiguration von ISDN wird das Tool isdnctrl verwendet. Zunächst muss damit ein neues Interface hinzugefügt und konfiguriert werden. Das folgende Skript konfiguriert das ISDN-Interface ippp0 und fügt ippp0 als Netzwerk-Device hinzu.

INTERFACE=ippp0 # Interface
MSN=16 # eigene Nummer
LOCAL=192.168.99.1 # eigene IP
REMOTE=192.168.99.2 # IP der Gegenstelle
isdnctrl addif $INTERFACE
isdnctrl ihup $INTERFACE off
isdnctrl eaz $INTERFACE $MSN
isdnctrl l2_prot $INTERFACE hdlc
isdnctrl pppbind $INTERFACE 0
isdnctrl encap $INTERFACE syncppp
isdnctrl huptimeout $INTERFACE 300
ifconfig $INTERFACE $LOCAL up
ifconfig $INTERFACE dstaddr $REMOTE

Die Konfiguration kann mit isdnctrl list ippp0 und ifconfig ippp0 überprüft werden.

informatix:~ # isdnctrl list ippp0
Current setup of interface 'ippp0':
EAZ/MSN: 16
Phone number(s):
Outgoing:
Incoming:
Dial mode: manual
Secure: off
Callback: off
Reject before Callback: on
Callback-delay: 5
Dialmax: 1
Hangup-Timeout: 300
Incoming-Hangup: off
ChargeHangup: off
Charge-Units: 0
Charge-Interval: 0
Layer-2-Protocol: hdlc
Layer-3-Protocol: trans
Encapsulation: syncppp
Slave Interface: None
Slave delay: 10
Master Interface: None
Pre-Bound to: Nothing
PPP-Bound to: 0
informatix:~ # ifconfig ippp0
ippp0 Link encap:Point-to-Point Protocol
inet addr:192.168.99.1 P-t-P:192.168.99.2 Mask:255.255.255.255
UP POINTOPOINT RUNNING NOARP MTU:1500 Metric:1
RX packets:0 errors:0 dropped:0 overruns:0 frame:0
TX packets:0 errors:0 dropped:0 overruns:0 carrier:0
collisions:0 txqueuelen:30
RX bytes:0 (0.0 b) TX bytes:0 (0.0 b)

Konfiguration von PPP

Der PPP-Daemon muss so konfiguriert werden, dass er eine Verbindung von einem entfernten Partner akzeptiert. Dazu müssen die Dateien /etc/ppp/options.ttyI0 und /etc/ppp/pap-secrets angepasst werden.

Datei /etc/ppp/options.ttyI0:

# pppd soll ein lock file für das serielle device erzeugen
lock
# Chat-Skript zur Initialisierung des Modems
connect '/usr/sbin/chat -v -t 1 "" "AT&F" "OK" "AT&E16&B1024&R9600S19=197S0=1" "OK"'
# Verbindung wird nach 300 Sekunden ohne Aktivität beendet
idle 300
# Wenn eine Verbindung beendet wurde, wird versucht, eine neue zu öffnen
persist
# ppp daemon versucht eine Verbindung zu öffnen, wenn das nicht klappt,
# wartet ppp daemon auf eine eingehende Verbindung
passive
# Hardware-Flusskontrolle
crtscts
# Modem Kontroll-Leitungen verwenden
modem
# Eigene und entfernte IP
192.168.1.1:192.168.1.2
# Route wird nicht geändert
nodefaultroute
# Durch diese Funktion erscheint der Anrufer so den anderen Teilnehmern
# im lokalen Netz so, als wäre er selbst im lokalen Netz
proxyarp
# Kompression deaktivieren
noccp
noipx
# Client muss sich mit dem Password Authentication Protocol authentifizieren
auth
require-pap
# Setzt den Namen des Clients auf dialin_server_user
remotename dialin_server_user

Die IPs sollten sich von denen der ISDN-Karte unterscheiden, denn ansonsten gibt es zwei gleiche Routen, einmal über ippp0 und einmal über ppp0 und das kann zu Problemen führen, z.B. ist dann der Client nicht erreichbar.

In der Datei /etc/ppp/pap-secrets muss ein Eintrag mit einem Benutzernamen und Paßwort hinzugefügt werden.

Datei /etc/ppp/pap-secrets:

# <name_des_clients> <name_des_servers> <passwort> <ip>
"dialin_server_user" * "password" 192.168.1.2

Die IP in dieser Zeile gibt an, welche IP der Client benutzen darf. Soll das System-Passwort des Benutzers verwendet werden, dann muss in /etc/ppp/options.ttyI0 die Option login definiert werden, und als Passwort in /etc/ppp/pap-secrets muss ein leerer String benutzt werden ("dialin_server_user" * "" 192.168.1.2).

Nach der Konfiguration muss noch der PPP-Daemon gestartet werden.

Wichtig: Kein IPPP-Daemon darf für das ISDN-Interface ippp0 aktiv sein. Ist ein IPPP-Daemon auf einem anderen ISDN-Interface aktiv, so darf das andere Interface nicht die gleiche MSN wie ippp0 erhalten. Der PPP-Daemon kann mit folgendem Kommando gestartet werden:

informatix:~ # /usr/sbin/pppd /dev/ttyI0 nodetach -d
Perms of /dev/ttyI0 are ok, no 'mesg n' neccesary.
Serial connection established.
using channel 22
Using interface ppp0
Connect: ppp0 <--> /dev/ttyI0
sent &#91;LCP ConfReq id=0x1 <asyncmap 0x0> <auth pap> <magic 0x4600cf0>
<pcomp> <accomp>&#93;
...

Jetzt ist das ISDN-Interface konfiguriert und der PPP-Daemon läuft. Bei einem Anruf wird das ISDN-Interface den Anruf an den PPP-Daemon weiterleiten, dieser überprüft dann den Benutzernamen und das Passwort und stellt eine Verbindung zum Client her.

Konfiguration des Handys als Client

Dieser Abschnitt beschreibt die Konfiguration des Handys, das sich am Rechner einwählt, um diesen z.B. als WAP-Gateway zu verwenden. Die Konfiguration wird anhand des Siemens SL45i Handys beschrieben.

Am Handy muss ein neues Internet-Profil angelegt werden. Der Profilname kann frei gewählt werden, als IP-Adresse und Port werden die Adresse und der Port des WAP-Gateways verwendet, also z.B. IP 192.168.1.1 und Port 9201. Die Startseite kann beliebig gewählt werden. Jetzt muss noch ein neuer Dial-In Access erstellt werden. Als Nummer wird die Nummer des soeben konfigurierten ISDN Interfaces angegeben (natürlich mit Vorwahl ;-), Verbindungstyp ist ISDN, Benutzer und Passwort muss entsprechend eingegeben werden, je nachdem, was in /etc/ppp/pap-secrets angegeben wurde. Das war's auch schon.

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