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Sa, 1. April 2000, 00:00

Editorial: Spiele und Linux

Es ist ja nun nichts Ungewöhnliches mehr, dass man auf den diversen PC-Zeitschriften beiliegenden CDs die ein oder andere Linux-Distribution findet. Als ich allerdings erfahren habe, dass die Spielezeitschrift GameStar auf ihre CD Corel Linux OS gepackt hatte, war ich doch ein wenig erstaunt.

Das beeindruckte mich sogar so sehr, dass ich mir diese Zeitschrift kaufte (okay, ich geb's ja zu, ich hab sie mir in Wirklichkeit nur von einem Bekannten ausgeliehen), um mir anzusehen was darin über Linux zu lesen war. Ich fand einen Artikel über Alternativen zu DOS 98 aus Sicht von Computerspielern, wobei neben Linux auch noch MacOS und VMS 2000 unter die Lupe genommen wurden.

Ich hörte was, ein Mac-Benutzer über den entsprechenden MacOS-Artikel sagte. Demnach scheinen wir eigentlich ganz gut weggekommen zu sein :-) Bis auf die diversen kleinen Fehler, an die man sich bei Berichten über Linux bereits gewöhnt hat, war der Artikel durchaus fair geschrieben.

Es ist anzunehmen, dass eine Spielezeitschrift nicht ganz ohne Grund so ausführlich über Alternativen berichtet. Wie sehr sind Spiele-Freaks an Linux interessiert? Ich konnte mir die Frage nicht selbst beantworten und ein HOWTO zu dem Thema gab es auch nicht, da lag es nahe, mal einige Leute zu befragen.

Ich befragte dabei nur eine Altersgruppe von 17 bis 18 Jahre, meine Resultate sind also sicherlich nicht repräsentativ. Der Vorteil eines PCs gegenüber einer Spielekonsole wird in der höheren Flexibilität gesehen, es gibt durchaus auch einige Spieler, die sehr gerne an ihrem System herumwerkeln und es optimieren (hardware- wie softwaremäßig). Ein Betriebssystem, an dem man gut rumschrauben kann, würde begrüßt. Klingt irgendwie doch auffällig nach Linux.

Wenn Spielehersteller auch Linuxversionen ihrer Programme herausbringen, ist das sicherlich lobenswert. Aber wie bei Office-Anwendungen und allen anderen Arten von Programmen wäre es uns allen doch lieber, wenn sie unter einer freien Lizenz wie der GPL veröffentlicht würden. Doch hierbei kommt eine Frage auf, die ich persönlich nicht beantworten kann.

Wenn wieder mal jemand fragt, wie man denn mit freier Software Geld verdienen könne, dann antworten wir gelangweilt: Mit Support beispielsweise. Aber glauben Sie, man kann mit Spiele-Support Geld verdienen? Nun, man kann sicherlich Geld damit verdienen, aber eben nicht genug.

Man mag nun argumentieren, dass diejenigen, die sich die auf CD gepresste Version mit gedrucktem Handbuch kaufen würden, das bisher auch getan haben und diejenigen, die sich die Spiele so kopieren, würden das weiter genauso praktizieren (wobei es bisher eben illegal war), und dass die Spielehersteller nun keinen Kopierschutz mehr schreiben müssten, der ohnehin zwei Tage nach Veröffentlichung des Spiels gecrackt ist. Eine solche Argumentation dürfte aber die wenigsten überzeugen - insbesondere wohl keine Spielehersteller.

Zwar besitzen die meisten von mir befragten Spieler etwa zwei legal erworbene Spiele, die oft einem CD-Ständer von Rohlingen gegenüberstehen, und kaum einer hat mehr als die Hälfte seiner Spiele legal erworben, doch wird das nicht die Hersteller zur Verwendung der GPL bringen. Ich denke, dass eher das Gegenteil der Fall ist: Das Teilen von Daten mit den Nachbarn wird in Zukunft eher stärker verfolgt werden.

Vielleicht haben Sie ja eine Idee? :-)

  • Dieses Werk wurde unter der GNU Free Documentation License veröffentlicht. Das Kopieren, Verbreiten und/oder Modifizieren ist erlaubt unter den Bedingungen der GNU Free Documentation License, Version 1.2 oder einer späteren Version, veröffentlicht von der Free Software Foundation.

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