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Mi, 11. Juni 2003, 00:00

Howto: ISDN Fritz PCI 2.0 unter Debian

Diese Anleitung beschreibt, wie eine AVM Fritz PCI 2.0 ISDN Karte unter Debian unter Verwendung von CAPI4Linux in Betrieb genommen werden kann. Angewandt wurde diese Vorgehensweise unter Woody (Debian 3.0) mit Kernel 2.4.18 sowie Sarge mit Kernel 2.4.20.

Anmerkung: Ich kann leider keine Garantie dafür übernehmen, daß diese Beschreibung vollständig und korrekt ist. Aber auf jeden Fall werden einige Dinge erwähnt, die mir etwas Zeit gekostet haben, sie herauszufinden. Falls jemand diese Anleitung für nützlich hält, oder auch Verbesserungsvorschläge bzw. Korrekturen anbringen möchte, würde ich mich über Feedback an g111@netcologne.de freuen. Die aktuelle Version dieses Howtos findet sich auf www.whatis.mynetcologne.de. Desweiteren übernehme ich keine Verantwortung für Schäden (an der eigenen Person, Hardware oder Systeminstallation, ...), die auftreten, wenn man versucht, dieser Anleitung zu folgen.

Auch soll erwähnt sein, daß es inzwischen möglich sein soll, die genannte Karte unter ISDN4Linux in Betrieb zu nehmen. Den einzigen Hinweis dazu habe ich in der FAQ auf den Seiten des ISDN4Linux-Projektes gefunden: "The newest Fritz! PCI card (v2.0) is now supported by a new driver, however it has not yet been tested thoroughly." Ich habe mich mit dem Thema aber noch nicht tiefergehend befasst.

Nun aber zu der auf CAPI basierenden Lösung.

Fritz Treiber beschaffen und entpacken

Hier stößt man direkt auf das erste Problem. Der Fritz Treiber muß von http://www.avm.de/ gezogen werden, was schwierig ist, ohne online zu sein. Dieses Problem muß also über einen schon online fähigen Rechner gelöst werden...

Bei der im Download-Bereich der AVM-Web-Seite geforderten Produktwahl muß "FRITZ!Card PCI" ausgewählt werden. Die PCI 2.0 Karte ist nicht speziell genannt. Zum Zeitpunkt der Howto-Erstellung findet sich der Treiber hier auf dem AVM-Server. Aus einem der Verzeichnisse suse.xy kann die Datei fcpci-suse*.tar.gz gezogen werden. An dem Kürzel "suse" darf man sich nicht stören. In der Datei ist neben der für Suse vorkompilierten Version auch ein Teil des Source-Codes zum Kompilieren für andere Distributionen enthalten.

Achtung: Mir ist berichtet worden, daß es mit manchen Versionen des Treibers zu Systemabstürzen kommen kann. Angeblich hilft dann der Wechsel auf eine andere Treiberversion. Leider gibt es keine generelle Aussage, welche Version die bessere ist. Mal funktioniert die eine, mal die andere. Ich würde mit der aktuellsten Version beginnen, zu testen. Unter Woody hatte ich fcpci-suse8.0-03.09.10.tar.gz ohne Probleme im Einsatz.

Vielleicht liegen die Probleme aber bei Debian/Sarge-Usern auch woanders: Wenn ein Kernel-Modul mit einer anderen Version des gcc-Compilers übersetzt wird, als es der Kernel wurde, kann es zu solchen Problem kommen. AFAIK wurde der 2.4.20-686-1 Kernel, den ich benutze, mit gcc 2.95 übersetzt. Mit apt-cache search --names-only gcc | sort finden sich die möglichen gcc-Versionen, die sich dann wie gewohnt mit apt-get install installieren lassen.

In einem Fall, der mir berichtet wurde, war im Kernel fälschlicherweise SMP-Support aktiviert. Nach Ausschalten desselben stürzte der Rechner beim Laden des fcpci-Moduls nicht mehr ab.

Die Datei fcpci-suse*.tar.gz speichert man beispielsweise unter /usr/local/src und entpackt sie dort mit tar xzf fcpci-suse*.tar.gz. Dadurch wird das Verzeichnis fritz angelegt, in dem sich der Treiber-Sourcecode findet. Es ist ratsam, das Verzeichnis umzubenennen, damit es der korrekten Version zugeordnet werden kann, falls man tatsächlich verschiedene Versionen ausprobieren möchte. Beispielsweise also in fritz_suse8.0.

Kleiner Tipp: Hat man die Datei mit Hilfe einer DOS/Windows-Diskette an Land gebracht, so hilft ein mdir a: und mcopy a:fcpci*.tar.gz /usr/local/src weiter.

Kernel für CAPI vorbereiten

Leider ist CAPI-Unterstützung im unter Debian/Woody mit dem per Default installierten Kernel-2.4.18-bf2.4 nicht aktiviert. Es gibt zwei verschiedene Möglichkeiten, CAPI-Unterstützung anzuschalten: Entweder per einfachem Update auf ein anderes Kernel-Image oder durch Selbstkompilieren des Kernels.

Anderen Kernel installieren

Der Wechsel auf einen anderen Kernel ist unter Debian recht einfach. Man muss sich lediglich den richtigen Kernel suchen und zu diesem dann das Kernel-Image und die Kernel-Header installieren.

Mit apt-cache search --names-only kernel-image | sort werden alle verfügbaren Kernel-Images aufgelistet. Mit apt-cache show Paketname werden unter anderem die Informationen angezeigt, für welchen Prozessor das Paket gedacht ist. Bei einen Rechner mit einzelner aktueller Intel-CPU sollte kernel-image-2.4.18-686 gewählt werden, bei einer AMD-CPU dagegen kernel-image-2.4.18-k7. (Alternativ bei Debian Sarge auch das jeweilige Image der Kernel Version 2.4.20). Außerdem müssen die dazu passenden Kernel-header installiert werden, deren Paket bis auf "headers" statt "image" exakt den gleichen Namen tragen.

apt-get install kernel-image-2.4.18-686 kernel-headers-2.4.18-686 führt den Kernel-Wechsel dann durch. (Hier im Beispiel für eine Intel-Plattform). Werden bei der Kernel-Installation Hinweise auf dem Bildschirm ausgegeben, sollte man diese unbedingt durchlesen und befolgen. Ansonsten kann es sein, daß der Rechner beim nächsten Neustart nicht mehr hochfahren kann. Beispielsweise ist es beim Installieren des Kernels 2.4.20 nötig, einen Eintrag initrd=/initrd.img in der Datei /etc/lilo.conf vorzunehmen. Bei mir sieht der entsprechende Abschnitt der Datei dann wie folgt aus:

image=/vmlinuz
 label=Linux
 read-only
 initrd=/initrd.img
# restricted
# alias=1

Nach Installation des Kernels muß der Rechner neu gestartet werden, damit der neue Kernel aktiv ist und die spätere Fritz-Treiber-Installation in das richtige Kernel-Modul-Verzeichnis installiert wird.

Alternativ: Kernel selber kompilieren

Dieser Abschnitt des Howtos stammt noch aus der Zeit, als ich nicht wußte, daß es reicht, einfach ein anderes Kernel-Image zu installieren. Für den Fall, daß jemand mit einem vorgebauten Kernel nicht glücklich wird, belasse ich diesen Abschnitt weiterhin in dieser Anleitung. Im Normalfall kann dieser Teil also übersprungen werden und mit der CAPI-Installation fortgefahren werden.

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