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Do, 31. Mai 2001, 00:00

Übersicht über Kylix

Einführung

Dieser Bericht soll allen Pro-Linux-Lesern Kylix näher bringen und ihnen die Funktion erklären, aber auch die Probleme aufzeigen. Dieser Text richtet sich sowohl an Programmiereinsteiger und Programmierer anderer Sprachen. An Delphi-Programmierer richtet sich der Text weniger.

Als Grundlage für diesen Text dient die Kylix Standard-Edition.

Was ist Kylix?

Kylix ist ein Entwicklungssystem, das auf dem für Windows seit Jahren erhältliche Delphi basiert. Delphi ist eins der meistgenutzten Programmiersysteme der Welt mit ca. 3 Millionen Nutzern. Die Philosophie ist, daß jeder Programmierer auch Anwender ist. Während früher der Programmierer oft als Sonderling gesehen wurde, der möglichst alles von Hand machen möchte, wird bei Kylix der Programmierer wie jeder andere User behandelt. Also jemand, der einfach eine Aufgabe erfüllen möchte, und zwar auf dem einfachsten und schnellsten Weg.

Kylix erreicht dies über mehrere Eigenschaften:

  • Kylix ist ein echtes RAD Tool (RAD = Rapid Application Development), das heißt, daß möglichst alles grafisch und mit direkter Unterstützung des Systems erledigt werden kann. Mehr dazu im Oberflächen-Erklärungsteil dieses Textes.
  • Kylix ist ein Two Way Tool, alles was über die grafische Oberfläche geändert werden kann, kann auch über den Quellcode geändert werden. Die Oberflächen-Tools sind kein abgespaltene Teile sondern, interagieren direkt mit der Arbeit des Programmierers.
  • Kylix ist eine objektorientierte Sprache, und zwar Object Pascal. Pascal ist eine sehr verbreitete Sprache und genauso alt wie C und eine der am weitesten verbreiteten Programmiersprachen der Welt. Dadurch wird der Einstieg sehr einfach. Object Pascal erweitert dies um objektorientierte Ansätze, mehr dazu weiter unten im Text.
  • Kylix bringt eine sehr große Auswahl an fertigen Komponenten mit, die das Arbeiten sehr erleichtern, z.B. die Indy-Komponenten, welche einfache Schnittstellen zu den Internet Protokollen HTTP, SMTP, POP3 und anderen zur Verfügung stellen.

Installation

Der Installer

Leander Hanwald

Der Installer

Die Installation ist denkbar einfach. CD einlegen (deutsche und englische Version werden geliefert), CD mounten, setup.sh ausführen und die Installation beginnt.

Der Installer wird jedem Loki-Freund bekannt vorkommen. Denn es ist der bewährte Loki Installer, wie er bei jedem Loki-Spiel benutzt wird. Das macht ihn einfach und zuverlässig, aber auch problematisch, da er keine Abhängigkeiten wie bei RPM und DEB kennt.

Kylix unterstützt offiziell nur Red Hat >= 6.2, Mandrake >= 7.2 und SuSE >= 7.0. Von letzterem wird die Eval von 7.0 mitgeliefert. Ob das die Live Eval ist oder eine installierbare, weiß ich nicht. Ich habe SuSE 7.1 installiert und sehe keinen Grund, einen Reboot durchzuführen nur um das zu testen ;)

Die Vollinstallation belegt 175 MB Festplattenspeicher. Die Installation geht schnell vonstatten, Probleme gab es keine.

Der erste Start

Kylix startet sehr träge, bei mir dauert es nur unwesentlich weniger Zeit als ein StarOffice-Start. Danach begrüßt einen die aus Delphi 5 wohl bekannte IDE. Und damit meine ich KOMPLETT die aus Delphi 5 bekannte IDE. Grund: Es IST die Delphi5-IDE. Und zwar per WineLibs emuliert. Es ist zwar eine native Linux-Anwendung, aber dennoch wird fast alles von Wine emuliert.

Die gesamte IDE wirkt sehr seltsam. Die Kylix-eigenen Fenster sind allesamt 100% Wine, also Windows Look & Feel, hingegen sind die Fenster des Projektes allesamt Qt im GTK Style. Völlig gräßlich wird es dann beim Hilfesystem, das auf Motif aufbaut. Es ist häßlich und langsam und zudem sehr fehlerhaft. Oft sind Texte schlecht zu erkennen oder gar nicht vorhanden.

Erstes Programm und die Anleitung

Als neugieriger Programmierer will man natürlich sofort ein kleines Testprogramm schreiben. Wer Kylix/Delphi garnicht kennt oder nur wenig, der wird natürlich sofort zu den Anleitungen greifen.

Insgesamt gibt es drei Anleitungen. Die erste ist die Einführungs-Anleitung für die ersten Schritte in der IDE. Sie ist sehr gut geraten und erklärt alles an einem anschaulichen Beispiel.

Das zweite Handbuch ist eine Sprachreferenz für Object Pascal. Sehr nützlich für Pascal-User, die aber noch kein Delphi/Kylix kennen.

Die letzte und größte Anleitung (schätzungsweise 500 Seiten) beinhaltet alles andere. Themen sind unter anderem Qt, CLX, Benutzeroberflächen, Threading und anderes.

Die IDE

Die Oberfläche von Kylix entspricht, wie bereits gesagt, 1:1 der Oberfläche von Delphi5.

Die obere Leiste beinhaltet das Menü, die Toolbar-Buttons und den wichtigsten Teil, die Komponenten für die Anwendung. Diese sind in Register wie "Standard" für normale Komponenten wie Buttons und Listen eingeteilt, oder in Gruppen wie "Dialoge" für Komponenten für Dialogboxen wie "Öffnen" und "Speichern".

Auf dem Bild sieht man in der Mitte ein Formular der neuen Anwendung. So wird auch das Fenster der fertigen Anwendung aussehen. Es ist nur ein Beispiel und ergibt so natürlich keinen Sinn :)

Wie man sieht, unterscheidet sich das Aussehen der Komponenten auf diesem Formular deutlich von dem des restlichen Kylix. Dies ist auf die Qt-Grundlage zurückzuführen, während der Rest von Kylix wie oben geschrieben eigentlich Windows ist und mit Wine unter Linux nur emuliert wird. Qt hat dabei als Standard-Style den von GTK. Das ist zwar eine seltsame Mischung, aber mir als GNOME-User soll es nur recht sein.

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