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Mi, 19. März 2003, 00:00

Erster Blick auf Textmaker für Linux Beta 1

Eine Betaversion der Textverarbeitung Textmaker ist vor kurzem für Linux erschienen. Eine erste Bestandsaufnahme soll zeigen, wie sich das Programm unter Linux anfühlt. Ist der versprochene minimale Speicherbedarf real?

Die Ankündigung

Textmaker mit simplem Dokument

Jörg Hopfe

Textmaker mit simplem Dokument

Heute morgen war die Mail mit dem Softmaker-Newsletter im Postfach: Die Beta 1 der hauseigenen Textverarbeitung "Textmaker" kannn kostenlos heruntergeladen werden. Also gleich den integrierten Link angeklickt. Wer die Beta haben möchte, muss sich mit Name und E-Mail-Adresse registrieren. Die Warnung vor der Verwendung von deutschen Umlauten ist ernst gemeint! Die Adresse wird verwendet, um sofort eine E-Mail mit der Registriernummer zur Freischaltung des Programms zu versenden. Als Einschränkung der Beta-Version wird genannt, dass True-Type-Zeichensätze nicht gedruckt werden. (Kein Problem, wenn man zufällig 5.000 Type1-Fonts von Softmaker hat. ;-))

Oberflächliches

Nach dem Download (niedliche 6,1 MB) wird das Programm, wie auf der Download-Seite und in der E-Mail angegeben, "installiert" (tar xvzf textmakerbeta.tgz; cd textmakerbeta; tml - also etwas für Fortgeschrittene) und gestartet. Es erscheint ein englischsprachiger Registrierdialog, der um die Eingabe von Name, E-Mail-Adresse und Seriennummer bittet. Anschließend darf man noch seine vollständigen Adress-Daten in einen Dialog für die Privat- sowie für die Firmen-Adresse verewigen.

Das Programm startet wie versprochen rasend schnell, die Programmsprache ist aber nach wie vor Englisch. Die Darstellung der Programmelemente ist auf einem Schirm in der Auflösung 1600x1200 winzig. Die Sprache lässt sich an (von StarOffice/OpenOffice.org gewohnter) Stelle umschalten auf Deutsch, wobei sowohl bei der Bildschirm-Darstellung als auch bei der Rechtschreibprüfung alte und neue Rechtschreibung gewählt werden kann. Bei Verwendung der neuen Rechtschreibung können alte Schreibweisen gesondert markiert (in drei Stufen: Konservativ/Normal/Progressiv) und die Beachtung der Groß-/Kleinschreibung angewählt werden. Einen deutschen Thesaurus bietet das Programm auch. Die Sprachumstellung führt nur teilweise zum Umschalten der regionalen Einstellungen; in den Dialogboxen werden nach wie vor Inch angezeigt.

Kinderkrankheiten überall

Das defaultmäßig angezeigte Schriftenangebot ist eher ärmlich (Bitstream-Charter, Courier, Luxi Sans/Mono/Serif, Roman-PS, Sans-PS, Utopia). Vor den Schriftnamen im Auswahldialog werden zwei verschiedene Symbole angezeigt "SF" und "S" im Kreis. Eine Hilfedatei fehlt, mithin bleibt auch "F1" erfolglos. Man lade daher das englische Manual mit herunter, auch wenn es offensichtlich noch eine Windows-Version beschreibt. Aber: Die Eingabe eines Pfades, der auf ein Verzeichnis mit Postscript-Fonts verweist, schafft Besserung, wobei die Aktivierung der zusätzlichen Fonts sofort geschieht, nicht (wie in der Dialogbox angegeben) erst beim Programm-Neustart. Das Einlesen dieser Fonts - hier so etwa 500 Stück - bremst den Programmstart spürbar aus. Es geht aber immer noch deutlich schneller als bei OpenOffice. So nebenbei stellt sich heraus, dass die Funktion des Maus-Scroll-Rädchens nicht unterstützt wird.

Als ein Programm-Feature wird die Möglichkeit herausgstellt, MS-Word-Dokumente verarbeiten zu können. Daher erfolgt sofort der Test mit drei Dokumenten:

  • Erstes Dokument: Programmabsturz
  • Zweites Dokument: die eingebundenen Grafiken werden nicht "gefunden"
  • Drittes Dokument: die nicht vorhandenen Schrift "Künstler Script" wird durch Courier ersetzt (das kann StarOffice besser)

Es beschleicht einen der Verdacht, dass das Laden der Word-Dokumente zu einer heftigen Reduktion der Gestaltung führt.

Eine Word-Krankheit hat das Programm geerbt: Der Dialog zur Seiteneinrichtung befindet sich im Datei-Menu, alle anderen Formatierungs-Dialoge aber dort, wo sie hingehören.

Über Bereiche wird mehrspaltiger Satz zugänglich gemacht. Textmaker kennt kein CUPS und liest die /etc/printcap nicht aus. Die Systemdrucker werden folglich nicht erkannt. Das Programm gibt jedoch standardmäßig Postscript-Code aus und man kann eine Kommandozeile eingeben, und dort kprinter als Ausgabe. Von dort aus hat man dann alle Möglichkeiten.

Das probeweise Laden von auch einfachsten HTML-Dokumenten wird mit einem Absturz quittiert. Auch aus der einen oder anderen Dialog-Box steigt das Programm mit einer Pop-Up-Fehlermeldung ohne Inhalt (Grafik) oder einem Programmabsturz aus (neuer Grafikrahmen). Der Betastatus ist also noch deutlich spürbar.

Fazit

Die versprochenen Features, die zum Teil pfiffigen Lösungen und das im Vergleich zum eher gemütlichen StarOffice/OpenOffice gewaltige Arbeitstempo sowie der sparsame Speicherverbrauch (20 MB statt 150 MB) machen neugierig auf mehr. Gerade auf älteren Rechnern, deren Weiterbetrieb unter Linux ja eine große Stärke dieses Systems sein soll, kann Textmaker ausgesprochen attraktiv sein. Wenn Softmaker eine aktive Betatester-Schar gewinnen kann und deren Arbeit in ein stabiles Produkt umsetzt, hat das Produkt durchaus einen Markt.

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