Login
Login-Name Passwort


 
Newsletter
Werbung

Mi, 18. Februar 2004, 00:00

Die Schach-Datenbank Scid

Mit Scid haben Sie Millionen von Schachpartien im Griff. Scid eignet sich sowohl zum Studium von Varianten als auch zur Analyse und zum Zusammenstellen von Eröffnungsbüchern für Schachprogramme.

Vorwort

Bei meiner Suche nach Schach-Tools stieß ich auf Scid, das Sammlungen von Schach-Partien verwalten kann. Eine Art Schach-Datenbank also, deren Funktionsumfang und Leistungsfähigkeit mich sehr beeindruckten. Es gibt noch andere Tools mit ähnlichen Funktionen, doch fehlt mir momentan die Vergleichsmöglichkeit.

Allgemeines

Nachspielen einer Partie aus der Datenbank

hjb

Nachspielen einer Partie aus der Datenbank

Scid steht für »Shane's Chess Information Database«. Es ist eine Schach-Datenbank, die besonders für die Analyse eingesetzt werden soll. In der Standard-Installation kommt das Programm mit einem eigenen Schachprogramm (scidlet), das zur Analyse eingesetzt werden kann, aber wohl nicht sehr stark ist. Es ist möglich, jede Xboard-kompatible Schachengine für die Analyse einzusetzen, also Crafty und viele andere.

In der Standard-Installation sind nur wenige Daten und keine Spiel-Datenbank vorhanden. Mitgeliefert werden eine Eröffnungs-Klassifikation und Information über die bekanntesten Schachspieler, so daß man z.B. die Namen immer richtig schreibt (das Programm kann dies prüfen). Doch der Autor hat noch einige nette zusätzliche Daten in petto. Diese werden öfter aktualisiert als das Programm, so daß es sich lohnen kann, ab und zu nach Updates Ausschau zu halten.

  • photos.zip Fotos der bekanntesten Schachspieler, die mit den jeweiligen Partien angezeigt werden. Leider ist die Sammlung mit 130 Fotos noch etwas dünn.
  • scidlet20k.zip Größeres Eröffnungsbuch für die eingebaute Schachengine Scidlet mit 20.000 Positionen
  • scidlet40k.zip Mit 40.000 Positionen
  • ratings.zip enthält aktuelle ELO-Ratings von mehr als 14.000 Spielern. Zudem wird mit Hilfe dieser Datei die Schreibweise der Spielernamen korrigiert.So hat man in seiner Schachdatenbank einheitliche Namen, und alle Einträge sind konsistent.

Natürlich benötigt man auch Schachpartien, mit denen man die Datenbank füllt. Hierfür kann man alle Partien verwenden, die im PGN-Format vorliegen. Das beginnt mit eigenen Partien und geht weiter mit allem, was z.B. im Internet zu finden ist. Sehr viel Material, besonders Großmeister-Partien, findet man beispielsweise unter chess2chess.com. Wer seine Datenbank aktuell halten will, hat bei The Week in Chess die Möglichkeit, sich jede Woche die neuesten Partien herunterzuladen.

Features

Statistiken für einen Spieler

hjb

Statistiken für einen Spieler

Die Features von Scid sind zu zahlreich, um sie alle zu beschreiben. Hier will ich nur einige kurz auflisten und dann im nächsten Kapitel ein paar Dinge näher ansehen.

  • Bietet rund zwanzig Sprachen zur Auswahl, darunter auch Deutsch
  • Effiziente Eingabe von Zügen mit Maus oder Tastatur
  • Statistiken, mit denen man herausfinden kann, wie populär bestimmte Züge oder Positionen sind bzw. waren
  • Suche nach Partien, die die aktuelle oder eine ähnliche Position erreicht haben, und nach vielen anderen Kriterien
  • Partien können nach ihren Eröffnungen klassifiziert werden. Hierfür kann Scid die ECO-Notation oder eine eigene Erweiterung davon nutzen.

Arbeiten mit der Datenbank

Beginnen wir mit dem Einlesen von Partien. Scid benutzt ein eigenes Datenbank-Format, das eine kompakte Speicherung und einen sehr schnellen Zugriff ermöglicht. Es kann mehrere Datenbanken gleichzeitig benutzen bzw. zwischen ihnen umschalten. Deren Zahl scheint jedoch fest auf vier (plus eine Ablage) eingestellt zu sein. Jede Datenbank kann Millionen von Partien enthalten - ich habe dies mit einer Sammlung von 1,5 Millionen Partien getestet.

Die Partien lagen zunächst als PGN-Datei mit einer Größe von fast 1 GB vor. Man kann diese Datei zwar direkt in Scid öffnen; dann ist sie jedoch nicht änderbar, und das Einlesen dauert einige Minuten. Will man die Partien jedoch in Scids Datenbank-Format konvertieren, dann muß man anders verfahren:

  1. Unter DateiDatenbank wechseln eine Datenbank auswählen. Anfänglich wird das eine leere Datenbank sein, doch wenn man später Partien in eine nicht leere Datenbank importiert, werden diese hinzugefügt.
  2. Unter WerkzeugeDatei mit PGN-Partien importieren wählt man die Datei aus. Dieses Importieren geht sehr schnell - es waren wenige Sekunden für die 1,5 Millionen Partien.

Das Scid-Datenbankformat benötigt nur etwa ein Fünftel soviel Platz wie die entsprechende PGN-Datei. Das Öffnen der Datenbank mit 1,5 Millionen Partien dauerte auf meinem Rechner neun Sekunden, eine durchaus annehmbare Zeit für diese Größe.

Wie schon gesagt, zum Hinzufügen von Partien, zum Beispiel den wöchentlich neuen von »The Week in Chess«, verfährt man genauso, da die Partien an die Datenbank angehängt werden. Man muß nur vorher die PGN-Datei aus der heruntergeladenen ZIP-Datei extrahieren. Das kann Scid noch nicht. (Es unterstützt aber an vielen Stellen mit gzip komprimierte Dateien.)

Nun kann man in den Partien blättern, man kann suchen, nachspielen, analysieren und viele andere Dinge, die ich nicht alle aufzählen will. Es stehen einige Werkzeuge zur Verfügung, die zumeist ein eigenes Fenster öffnen, so daß man viele Dinge gleichzeitig tun kann. Besonders hervorzuheben ist die Suche, die nach vielen verschiedenen Kriterien möglich ist. Die exzellente Online-Hilfe hilft in allen Zweifelsfällen weiter.

Das Einlesen der Datei ratings.ssp, die man aus der Datei ratings.zip extrahieren muß, ist nicht ganz intuitiv. Man muß dafür den Menüpunkt DateiWartungNamenSchreibkorrektur Spieler auswählen, der dann die Auswahl der Datei (also ratings.ssp) erlaubt. Dann sucht Scid nach Korrekturen, was etwas dauern kann. Um die Änderungen permanent zu machen, muß man dann noch OptionenOptionen speichern auswählen.

Fazit

Scid ist ein geradezu geniales Programm, das ständig weiterentwickelt wird. Der Autor hat sogar schon genaue Vorstellungen von den nächsten Versionen.

Scid ist ein Musterbeispiel dafür, was ein einzelner Programmautor auf die Beine stellen kann. Jeder Schachspieler sollte Scid haben! Vergessen Sie nicht, dem Programmierer eventuelle Fehler zu melden oder Erweiterungswünsche einzubringen. Sie können auch eine Geldspende für das Projekt machen, für die Sie als Gegenleistung eine oder mehrere CDs mit Scid und zusätzlichen Daten erhalten.

  • Dieses Werk wurde unter der GNU General Public License veröffentlicht. Kopieren, Verbreiten und/oder Modifizieren ist erlaubt unter den Bedingungen der GNU GPL, veröffentlicht von der Free Software Foundation.

    - Weitere Informationen
Kommentare (Insgesamt: 0 || Kommentieren )
Pro-Linux
Pro-Linux @Facebook
Neue Nachrichten
Werbung