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Mi, 1. Mai 2002, 00:00

SDL-Linuxspiele installieren und Zocken, Zocken, Zocken

SDL-MPEG installieren

SDL-MPEG wird von SDL-Mixer benötigt, wenn z.b. MP3 unterstützt werden soll, da z.b Nethack MP3 verarbeiten kann, kompilieren wir es mit. Wir entpacken das Archiv, wechseln in das neue Verzeichnis und lesen das README:

tar xfz smpeg-0.4.4.tar.gz
cd smpeg-0.4.4
less README

Um die Sourcen zu konfigurieren, benutzen wir ./configure und starten die Kompilierung mit make. Danach erlangen wir mit su Rootrechte, installieren die Binärdateien mit make install und beenden die Rootshell mit exit:

./configure
make
su
make install
exit

Jetzt können wir SDL-Mixer installieren.

SDL-Mixer installieren

SDL-Mixer stellt einige Soundfunktionen für viele Spiele bereit, wer auf Sound verzichten kann, braucht SDL-Mixer nicht zu installieren. Alle anderen beginnen mit dem Entpacken und wechseln danach in das neu entstandene Verzeichnis, um das README zu lesen:

tar xzf SDL_mixer-1.2.1.tar.gz
cd SDL_SDL_mixer-1.2.1
less README

Um ./configure einige benötigte Dateien zu generieren, geben wir jetzt folgendes ein (das hätte der Softwareentwickler schon machen sollen, aber man ist ja flexibel):

autogen.sh

Jetzt wieder den üblichen Installationsdreiklang aus ./configure, make und make install. Für make install benötigen wir Rootrechte, su gibt sie uns und exit nimmt sie uns wieder:

./configure
make
su
make install
exit

Das war schon alles. Kommen wir zu SDL-Image.

SDL-Image installieren

SDL-Image stellt Funktionen zum Laden von verschiedenen Bildformaten bereit. Wer bis hier durchgehalten hat, weiss es schon, auspacken, in das neue Verzeichnis wechseln und das README lesen:

tar xfz SDL_image-1.2.1.tar.gz
cd SDL_image-1.2.1
less README

Und wie üblich installieren:

./configure
make
su
make install
exit

SDL-mm installieren

SDL-mm stellt einige C++ Funktionen bereit. Das Entpacken, in das neue Verzeichnis wechseln und das README lesen sollte bekannt sein:

tar xfz SDLmm-0.1.8.tar.gz
cd SDLmm-0.1.8
less README

Auch die Installation der Bibliothek schreckt den erfahrenen Newbie nicht mehr ab. Hier die Schritte:

./configure
make
su
make install
exit

Jetzt haben wir alle Bibliotheken installiert, die die Spiele brauchen. Ein Neustart des Systems war bei mir notwendig, um SDL-Mixer und seinen Soundsupport zu aktivieren. Möglicherweise hätte es auch gereicht, nur das von mir benutzte Soundsystem ALSA neu zu starten.

In der Regel liest man sich bei neuen Spielen einmal durch die Installationsdokumentation und weiss dann, ob und welche weiteren Bibliotheken gebraucht werden und wo man sie bekommt. Jetzt kommen wir zu den Spielen.

Das erste Spiel: Falcons Eye (Nethack)

Bild: Screenshot von Falcons Eye Falcons Eye ist ein grafisches Frontend für Nethack. Nethack ist der Nachfolger von Hack. Hack ist der Nachfolger von Rouge. Rogue ist ein Dungeons-And-Dragons-Adventure von Ken Arnold aus dem Jahre 1970, entwickelt unter UNIX und der Grund warum die curses-Bibliothek entstanden ist. Damit sind wir so ziemlich an den Anfang der UNIX-Geschichte gegangen. Nethack ist also ein Spiel mit einem mehr als ausgereiften und über Jahrzehnte verfeinertem Gameplay.

Nethack wird normalerweise ganz einfach auf der Konsole bedient, aber mit Falcons Eye steht uns eine wirklich sehr ansehnliche Oberfläche zur Verfügung. Ein Freund von mir sagte nach einem flüchtigen Blick "Du spielst Diablo?". Wenn ich ehrlich sein soll, ich kenne Diablo nicht besonders gut, aber man kann wohl behaupten, dass die Diablo-Entwickler sich bei Nethack "inspirieren" liessen ;).

Auspacken und Anpassen

Wir entpacken die Source von Falcons Eye und wechseln in das neue Verzeichnis mit diesen Befehlen, um danach das README zu lesen:

mkdir nethack
unzip -d nethack nethack_source_331_jtp_193.zip
cd nethack
less README

Warum habe ich das Verzeichnis vorher angelegt? Die Sourcen würden sonst im derzeitigen Verzeichnis verteilt werden, unüblicherweise entpacken die Sourcen mit unzip nicht in ein eigenes Verzeichnis. Bitte versucht nicht die Source unter Windows mit Winzip oder ähnlichem auszupacken, damit werden die Unixzeilenumbrüche verlorengehen.

Konfigurieren, Kompilieren und Installieren

Die Konfiguration ist ein wenig Unix-untypisch, das liegt möglicherweise daran, dass der Programmierer eher ein Windowsfan ist. Um das Programm jedem User bereitzustellen, müssen wir daher die Datei anpassen, die den Installationspfad enthält. Dies sind die einzelnen Schritte:

  • In das Verzeichnis sys/unix wechseln mit cd sys/unix.
  • Die Datei Makefile.top muss angepasst werden. Öffnen wir sie also mit einem Editor und ändern die Zeile PREFIX = $(shell pwd)/compiled in PREFIX = /usr/local.
  • Jetzt den Befehl /bin/sh setup.sh ausführen
  • Im Verzeichnis src den Befehl make ausführen. Das Spiel wird jetzt kompiliert.
  • In das Hauptverzeichnis wechseln und su eingeben, um Rootrechte zu erlangen, danach make install ausführen und mit exit den Superusermodus verlassen.

Spielen

Das Spiel ist jetzt unter /usr/local/games/ installiert und kann mit /usr/local/games/nethack gestartet werden. Ich habe mir dazu unter KDE einen Shortcut auf dem Desktop erstellt. Um das Spiel mit angepassten Einstellungen zu starten, kann man sich eine Konfigurationsdatei im Homeverzeichnis anlegen, eine Beispieldatei kann man sich so kopieren:

cp /usr/local/games/lib/nethackdir/defaults.nh ~/.nethackrc

Diese Datei wird dann mit einem Editor geöffnet und nach Belieben angepasst. Auf der Homepage des Spiels stehen einige Tipps dazu. Wer die Midi-Musik hören möchte, muss sich Homepage des Spiels herunterladen. In diesem Fall braucht man das Programm mpg123, das auch jeder Distribution beigefügt ist.

Bei mir läuft das Spiel gut, auf die Musik habe ich verzichtet. Einzig das Beenden des Spiels klappt nicht wie erwartet. Aber ich denke, dass dieser Fehler in einer der nächsten Versionen behoben ist.

Viel Spass beim Spielen :). Das Spiel macht wirklich Laune, es fällt mir schwer, mich loszureissen und zum nächsten Spiel zu kommen.

Das zweite Spiel: LBreakout

Bild: Screenshot von LBreakout Das nächste Spiel ist ein Breakout-Clone. Man hat ein Panel und muss einen Ball immer wieder nach oben schiessen. Erschwert wird das ganze durch kleine Würfel, die im Weg sind und bei Berührung explodieren. Manchmal fallen kleine Teile aus den Würfeln, die man aufsammeln sollte. Aber vorsicht, jedes aufgesammelte Teil verändert das Spiel, ein besonders fieses macht sogar das Licht aus ;). Ziel des Spiels ist es, möglichst viele Punkte zu sammeln, wer weniger als 200000 schafft ist meiner Meinung nach eine Niete ;).

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