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So, 27. Februar 2000, 01:11

Neue Festplatte unter Linux einrichten

Eine neue Festplatte unter Linux einzurichten kann ziemlich leicht sein oder sich schnell zu einem Problem entwickeln.

Nehmen wir an, Sie haben sich eine neue Festplatte gekauft und auch schon korrekt eingebaut. Diese Platte wird im BIOS erkannt und im LBA-Modus eingetragen. Zur Sicherheit schreiben Sie sich bitte die Anzahl der Zylinder, Köpfe und Sektoren auf, die im LBA-Modus eingetragen sind. Jetzt wird das System neu gestartet und Linux fährt hoch. Beim Hochfahren müssen Sie unbedingt darauf achten, ob Linux die HD sofort richtig erkennt bzw. ob die Zylinder, Köpfe und Sektoren mit den BIOS-Einstellungen übereinstimmen. Es sollte zum Beispiel wie folgt aussehen:

hdc: IBM-DJNA-352030, 19470MB w/1966kB Cache, CHS=2482/255/63

CHS ist die Abkürzung für die (C) Zylinder, (H) Köpfe und (S) Sektoren. hdc ist die Gerätedatei für die neue Festplatte. Bei Ihnen könnte es auch evt. hdb oder hdd sein. Das hängt von dem angeschlossenen IDE-Port ab. Das Gerät hdc wird in diesem Beispiel weitergeführt. Sollte Linux die Festplatte nicht richtig erkannt haben, so müssen Sie dem Kernel die entsprechenden HD-Parameter übergeben. Dieses< passiert durch folgenden generellen Eintrag in der Datei /etc/lilo.conf:

append="hdc=2482,255,63"

Danach muss der Bootmanager LILO durch die Eingabe /sbin/lilo neu installiert werden. Nun wird das System noch einmal neu gestartet und die Festplatte wird korrekt erkannt. Jetzt können Sie allerdings noch nicht mit der HD arbeiten. Zuerst muss eine Partition erstellt werden. Sie starten das Programm fdisk mit den Optionen der neuen Festplatte. Dieses könnte so aussehen:

fdisk /dev/hdc

Nun drücken Sie die Taste p (print), um die derzeitige Konfiguration zu betrachten. Es sollten keine Einträge vorhanden sein. Danach drücken Sie n (new) um eine neue Partition zu erstellen und wählen die
Partitionsnummer aus. Da dieses die erste Partion auf der HD ist drücken Sie einfach die 1. Nun werden Sie aufgefordert, den ersten und letzten Zylinder einzugeben. Möchten Sie die ganze Festplatte unter Linux nutzen, dann brauchen Sie nur mit ENTER beide Aufforderungen bestätigen. Danach schauen wir uns das ganze wieder mit p an. Unter dem Punkt System sollte jetzt das Dateisystem "Linux native" stehen. Ist das nicht der Fall, muss es mit der Eingabe von t (change a partition's system id) nachgeholt werden (ID 83 für Linux native). Ist alles korrekt durchgelaufen, wird die Partitionierung mit w (write to table and exit) abgeschlossen. Danach wird der Rechner neu gestartet. Dies darf auf keinen Fall vergessen werden!

Nach dem Neustart muss auf der Partition das Dateisystem geschrieben werden, welches im normal Fall ext2 ist. Mit den Befehl

mke2fs /dev/hdc1

wird dieses erledigt. Die generellen Dinge sind somit erledigt. Damit die HD auch nach dem jedem Hochfahren des Rechners zur Verfügung steht muss noch etwas geändert werden. Erst erstellen Sie ein Verzeichnis, z.B. /hd2. Achten Sie darauf, dass die entsprechenden Rechte stimmen. Nun passen wir die Datei /etc/fstab noch an, indem wir folgenden Eintrag vornehmen.

/dev/hdc1 /hd2 ext2 default 0 0

Wenn Sie jetzt den Rechner neu starten, können Sie problemlos auf Ihrer neuen Festplatte arbeiten.

Quellen:
SuSE Linux Handbuch
Linux Anwender Handbuch (ISBN 3-929764-06-7)

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