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Mi, 24. November 2004, 23:27

Große Dateien auf DVD brennen

Wer schon einmal versucht hat, Dateien mit mehr als einem Gigabyte Größe auf DVD zu brennen, wird wohl eine unangenehme Überraschung erlebt haben.

Nehmen wir beispielsweise zwei Dateien von jeweils 2,2 GB. Diese sollten gerade noch auf eine DVD passen. Das Schreiben mit »growisofs« funktioniert auch fehlerfrei. Schaut man sich das Resultat jedoch an, wird man feststellen, daß zwar die erste Datei auf der DVD vorhanden ist, von der zweiten jedoch nur wenige Kilobyte. Eine Prüfung des Sachverhaltes zeigt, daß bereits das ISO-Image, das auf die DVD gebannt wird, fehlerhaft ist. Ob dies ein Problem des Kernels oder eine Limitierung des ISO-Dateisystems ist, ist mir noch nicht klar. Es gibt jedoch Workarounds.

Da man auf eine DVD beliebige Daten brennen kann, die keinesfalls ein ISO-Image sein müssen, könnte man auch ein Image eines ext2-Dateisystems erstellen und dieses brennen. Dazu muß man freilich eine Datei entsprechender Größe anlegen, mit mke2fs formatieren, per Loopback mounten und dann die Daten hineinkopieren. Das geht, kostet aber viel Zeit und Plattenplatz.

Es gibt eine andere Lösung, die ebenso einfach wie genial und zudem noch UNIX-typisch ist. Wenn man beliebige Daten auf die DVD brennen kann, warum nicht einfach ein tar-Archiv? Dieses muß nicht einmal auf der Festplatte zwischengespeichert werden. Zwar kann »growisofs« nicht von der Standardeingabe lesen, aber mit Hilfe des Tricks, von /proc/self/fd/0 zu lesen, kann man trotzdem eine Pipe zwischen tar und growisofs aufbauen.

Dies ist im Wesentlichen das gleiche Prinzip, das ich bereits im Kurztipp »Floppys mit tar schreiben« bechrieben habe.

Kurz, mit folgendem Einzeiler verbrennen wir uns weder die Finger noch die DVD:

tar cvf - -C /zu/schreibende/Daten | growisofs -Z /dev/dvd=/proc/self/fd/0

Die resultierende DVD kann natürlich nicht gemountet werden, ihr Inhalt kann aber mit folgendem Kommando in das aktuelle Verzeichnis extrahiert werden:

tar xvf /dev/dvd

Zum Auflisten der Daten ersetzt man das »x« durch »t«.

Natürlich kann man auch zusätzliche tar-Optionen zur Anwendung bringen. Wenn man die Daten komprimiert speichern will, fügt man noch die Option »z« hinzu - oder auch »j« für Bzip2-Kompression, die angesichts der Datenmenge aber sehr sehr lange dauern kann.

  • Dieses Werk wurde von seinem Urheber zur uneingeschränkten Nutzung freigegeben und ist damit gemeinfrei (»public domain«).

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