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Di, 11. Juli 2006, 23:21

ext2-IFS-Treiber für Windows

Anstatt auf vollständige NTFS-Schreibunterstützung für Linux zu warten, kann man auch den umgekehrten Weg gehen und den ext2-IFS-Treiber unter Windows installieren.

Oft ist der Dateiaustausch zwischen Linux und Windows ein Problem: Wird NTFS verwendet, kann Linux in keiner kostenlosen Lösung ausreichend stabilen und schnellen Schreibzugriff gewähren. Bei FAT32 dagegen hat man die Probleme eines veralteten Dateisystems: Keine Dateien über 2 GB, große Cluster und Fragmentierung, um nur einige wenige zu nennen.

Der umgekehrte Weg ist jedoch auch denkbar: ext2/ext3-Partitionen konnten mit verschiedenen Tools unter Windows schon immer ausgelesen werden, aber so komfortabel wie ein als Laufwerksbuchstaben eingehängtes Dateisystem ist das noch lange nicht.

Es gibt aber einen Treiber, der mittlerweile ganz hervorragend funktioniert: Der »ext2-IFS-Treiber für Windows«. Damit können Linux ext2- (und auch ext3-) Dateisysteme als Laufwerksbuchstabe unter Windows gemountet werden. Alle Vorzüge moderner Dateisysteme bei gleichzeitiger Benutzung unter Linux und Windows! Ich selbst arbeite nun seit ca. einem Monat mit dem Treiber und habe weder auf meiner externen 300 GB-Platte noch auf meiner internen Datenpartition Probleme feststellen können: Unter Linux alle Vorzüge, die ext3 nunmal bietet, unter Windows verhält sich die Partition wie mit NTFS formatiert. Auch bei Tests mit diversen Videoschnitttools, riesigen DV-Dateien (um die 20 GB pro Datei) oder Openoffice traten keinerlei Probleme auf, auch keine Performance-Einbußen gegenüber FAT/NTFS waren ersichtlich.

Zu dem Treiber aber noch zwei Tipps. Allen Anwendern deutscher Umlaute sei nahegelegt, Version 1.10a (nicht die aktuelle 1.10b) zu nutzen. Das folgende Zitat aus dem Mailaustausch mit dem Autor erläutert dies:

»Sprachspezifische Zeichen werden nur korrekt gehandhabt, wenn man Ext2 IFS 1.10a (Betonung liegt auf "a") und ein Linux ohne UTF-8-Encoding verwendet. In Version 1.10b ist eine Sache mit den Codepages geändert, was eine Sache verbessert, etwas anderes jedoch verschlechtert: Asiatische Anwender können nun Dateien mit Multibyte-Zeichen öffnen (vorher konnten sie es nicht). Lateinische und kyrillische sprachspezifische Zeichen erscheinen als Zeichensalat, aber man kann die Dateien öffnen. (Anwender, die UTF-8 unter ihrem Linux verwenden, hatten schon vor der Änderung Zeichensalat.) Es behebt auch ein anderes Problem mit doppelten Dateinamen.

Einrichtung einer gemeinsame Datenpartition (für Single-User-Systeme):

Ich habe mir im Wurzelverzeichnis meiner ext3-Windows-Datenaustausch-Partition ein Verzeichnis »daten« angelegt, es meinem Benutzer zugewiesen (chown) und nur Lese/Schreib/Ausführ-Rechte für mich (chmod 700) eingerichtet. Unter Windows wird die ext3-Partition dann mit dem beim Treiber mitgelieferten Tool irgendwo gemountet (z.B. als Laufwerk X:) und mit »subst d: x:\daten« hab ich dann direkten Zugriff auf meine Daten auf Laufwerk D:. Alles, was unter Windows auf D: neu erstellt wird, hat automatisch die Rechte des Ordners »daten«, so habe ich auch unter Linux direkt Schreib/Lese-Zugriff darauf. (Ein symbolischer Link »Daten« in meinem Homeverzeichnis weist ebenfalls direkt auf den Ordner).

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