Login
Login-Name Passwort


 
Newsletter
Di, 2. Dezember 2014, 15:00

Clonezilla: Festplatten per Klick kopieren

Auf der bisherigen Festplatte ist kein Platz mehr, und der Inhalt soll auf eine neue Platte umziehen. Bei dieser Aufgabe und bei der Datensicherung ist Clonezilla trotz spartanischer Bedienung ein bewährter Helfer.

Imaging setzen Sie ein, wenn Sie den aktuellen Zustand eines Systems sichern und bei Bedarf wiederherstellen möchten. Das ist beispielsweise bei öffentlich zugänglichen PCs oder in Schulungsräumen sinnvoll. Beim Klonen legt Clonezilla keine Sicherungsdatei an, sondern überträgt die benutzten Blöcke direkt auf eine andere Festplatte. Sie verwenden diese Funktion, wenn Sie die Systemfestplatte austauschen, auf eine größere Festplatte umsteigen oder das gleiche System auch auf einem anderen PC verwenden möchten.

Clonezilla unterstützt alle gängigen Dateisysteme wie beispielsweise Ext2, Ext3, Ext4, FAT, FAT32 sowie NTFS oder HFS+. Sie können damit also nicht nur Linux-Partitionen kopieren, sondern auch solche von Windows und Mac OS X. Nicht verwendete Blöcke bleiben unberücksichtigt. Der Kopiervorgang läuft daher schneller ab, wenn sich nur wenige Daten auf der Platte befinden. Es gibt jedoch Einschränkungen: Beim Klonen muss die Zielfestplatte beziehungsweise Partition größer oder genauso groß sein wie die Quelle, und Clonezilla unterstützt keinen Raid-Verbund. Ein Festplatten-Abbild kann nur komplett zurückgesichert werden. Einzelne Dateien lassen sich daraus nicht extrahieren.

Clonezilla besitzt eine sehr einfache Oberfläche. Mit den Pfeiltasten navigieren Sie im Menü und bestätigen die Auswahl oder Eingaben jeweils mit der Enter-Taste. Mit der Tabulator-Taste wechseln Sie zwischen Schaltflächen wie OK und Cancel. Die Leertaste verwenden Sie zum Markieren bei mehreren Auswahlmöglichkeiten. Es spricht für die Qualität von Clonezilla, dass es trotz spartanischer Bedienung gegenüber klickfreundlicheren, aber funktionsreduzierten Alternativen wie Redo Backup oft den Vorzug erhält.

Die folgenden Schritte beschreiben das Klonen am Beispiel eines PCs, in dem sich zwei Festplatten befinden. Die erste Platte enthält das Linux-System. Wir gehen davon aus, dass Sie das System im Bios- und nicht im Uefi-Modus installiert haben. Das System soll auf eine neue Platte kopiert werden. Danach soll die erste Festplatte ausgebaut werden und Linux von der neuen Festplatte starten. Der Modus zur Image-Erstellung funktioniert ähnlich.

Neue Partitionen anlegen

Thorsten Eggeling

Neue Partitionen anlegen

Bereiten Sie die Partitionen auf der neuen Festplatte vor. Dazu verwenden Sie das Tool Gparted. Wählen Sie rechts oben die neue Festplatte aus, beispielsweise /dev/sdb. Wenn sich bisher noch keine Partitionen darauf befanden, gehen Sie auf Laufwerk -> Partitionstabelle erstellen und klicken auf Anwenden. Erstellen Sie über Partition -> Neu die Partitionen genau wie auf der alten Festplatte, aber proportional vergrößert. Legen Sie beispielsweise eine primäre Ext4-Partition in der gewünschten Größe für das System an und eine erweiterte Partition sowie darin eine logische Partition mit dem Dateisystemtyp »linux-swap« für die Auslagerungsdatei. Die Swap-Partition hat die gleiche Größe wie bisher.

Laden Sie Clonezilla herunter. Im Download-Bereich finden Sie ISO-Dateien, aus denen Sie eine bootfähige CD erstellen. Mithilfe von Unetbootin erzeugen Sie einen bootfähigen USB-Stick. Statt Unetbootin empfehlen die Clonezilla-Entwickler Tuxboot, weil dieses das Originalmenü nicht verändert. Auf clonezilla.org finden Sie noch weitere Installationsvarianten für den USB-Stick. Wenn Sie Clonezilla booten, wählen Sie einfach den ersten Menüeintrag Clonezilla live (Default settings, VGA 800x600). Die Troubleshooting-Optionen unter Other modes of Clonezilla live benötigen Sie nur, wenn der Bildschirm schwarz bleibt.

Nach dem erfolgreichen Start stellen Sie die Sprache ein. Wählen Sie de_DE.UTF-8 German | Deutsch. Danach konfigurieren Sie die Tastaturbelegung. Gehen Sie auf Tastaturbelegung aus der Gesamtliste wählen und stellen Sie pc quertz German Standard latin1 ein. Zuletzt gehen Sie auf Starte Clonezilla.

Auf größere Festplatte umziehen

Thorsten Eggeling

Auf größere Festplatte umziehen

Wählen Sie im Menü device »Device«, danach »Expert« und dann »disk_to_local_disk«. Bestimmen Sie die Festplatte mit den Daten, die Sie kopieren möchten. In der Regel handelt es sich dabei um sda. Die richtige Festplatte lässt sich anhand der Größe und Modellbezeichnung identifizieren. Nach der Bestätigung mit »OK« wählen Sie die Zielfestplatte. Wenn sich nur zwei Festplatten im PC befinden, ist diese mit sdb bezeichnet. Bestätigen Sie die Auswahl, und übernehmen Sie die Voreinstellungen der nächsten beiden Dialoge mit der Enter-Taste. Wählen Sie im folgenden Dialog -k Keine Partition-Tabelle mit Bootsektor des Zielsystems erstellen. Hier gibt es auch die Option -k1, die automatisch proportionale Partitionen erstellen und damit das Partitionieren (Schritt 1) überflüssig machen sollte. Das funktioniert jedoch nicht zuverlässig. Bestätigen Sie zweimal mit Enter.

Sie erhalten eine zusammenfassende Meldung über die ausgewählten Festplatten. Prüfen Sie die Angaben genau, denn wenn Sie Quell- und Zielfestplatte verwechselt haben, gehen alle Daten verloren. Bestätigen Sie danach hinter »Wollen Sie wirklich weitermachen?« den Vorgang zweimal mit »Y« und Enter. Da es sich um eine startfähige Festplatte handelt, fragt Clonezilla nach, ob Sie auch die Startumgebung (»Boot Loader«) kopieren möchten. Bestätigen Sie hier mit »Y« und Enter.

Nachdem Clonezilla seine Arbeit beendet hat, erhalten Sie einen abschließenden Bericht und wählen »poweroff«, um den PC herunterzufahren. Bauen Sie die alte Platte aus, und starten Sie das System von der neuen. Wenn Sie die alte Festplatte weiter im selben PC verwenden möchten, müssen Sie sie über ein Live-System mit Gparted neu partitionieren. Denn auf beiden Platten tragen die Partitionen die gleiche UUID, über die Linux die Laufwerke einbindet. Die Partitionen werden in den gleichen Pfad eingehängt, was zwangsläufig zu Problemen führt.

Dieser Artikel stammt von unserem Kooperationspartner PC-WELT.

Pro-Linux
Pro-Linux @Facebook
Neue Nachrichten