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Do, 31. August 2017, 15:00

Eindämmung der Bilderflut vom Smartphone

Was tun, wenn sich die MTP-Verbindung zu einem Android-Smartphone als unzuverlässig herausstellt? Und wenn sich dazu noch so viele Dateien auf dem Smartphone befinden, dass Digikam überlastet ist? Eine kreative Lösung schafft Abhilfe.

Übertragen Sie auch regelmäßig Fotos und Videos von Ihren Android-Smartphone auf Ihren Linux-Rechner mit Digikam? Dann ist Ihnen möglicherweise aufgefallen, dass die MTP-Unterstützung in letzter Zeit sehr schlecht wurde.

Laut dem Arch Linux-Wiki kommt libmtp mit neuen Android-Versionen nicht klar - Abhilfe ist nur, auf MTP zu verzichten. Es wird auch eine Alternative vorgeschlagen (Mounten mit adb, doch hier wird ein anderer Weg gewählt, unter anderem auch, weil das Programm »adbfs-rootless« noch nicht in Debian vorhanden ist.

Wenn zu dem MTP-Problem noch dazu kommt, dass man tausende von Dateien (das müssen nicht mal Bilder oder Videos sein) auf seinem Gerät liegen hat, dann ist Digikam mit dieser Datenmenge schlicht überfordert, da man nicht filtern kann. Schon das Öffnen des Import-Fensters dauert ewig, und Digikam wird unbenutzbar. Nicht nur Digikam, sondern auch alle anderen mir bekannten Programme, auch Windows, versagen.

Abhilfe lässt sich offenbar nur dadurch schaffen, dass man auf MTP verzichtet. Aber was dann? Android kann in neuen Versionen nicht als USB-Massenspeicher agieren. Aber die meisten Geräte haben WLAN und es gibt jede Menge Software zum Datenaustausch, die man sich zusätzlich installieren kann.

Wir benötigen auf Linux-Seite FUSE und sshfs, auf Android-Seite einen SFTP-Server. Für Android gibt es als freie Software (Apache-Lizenz 2.0) den »Primitive FTP Server«, den es auf F-Droid ebenso gibt wie auf Google Play. Wir konfigurieren den Server, dass er zur Anmeldung den Benutzernamen user mit dem Passwort user verlangt. Außerdem setzen wir das Server Start Verzeichnis auf /storage/emulated/0/DCIM, da in dessen Unterverzeichnissen lediglich die mit dem Smartphone aufgenommenen Bilder liegen sollten. Das reduziert die Zahl der zu durchsuchenden Dateien erheblich. Wer nur das mitgelieferte Kamera-Programm nutzt, kann das Verzeichnis sogar auf /storage/emulated/0/DCIM/Camera einschränken. Danach starten wir den Server, der auf Port 1234 lauscht.

sshfs liegt normalerweise als Paket vor und wird mit apt install sshfs oder auf ähnliche Weise installiert. Eine Konfiguration ist nicht nötig. Wir müssen aber noch ein leeres Verzeichnis zum Mounten anlegen. Je nachdem, wo sich dieses befindet, können Root-Rechte dafür nötig sein.

mkdir /mnt/s7fotos
chown name.gname /mnt/s7fotos

name.gname ist natürlich durch den eigenen Benutzernamen und die eigene Gruppe zu ersetzen. Jetzt mounten wir das Verzeichnis, und wenn alles korrekt konfiguriert ist, sollte es funktionieren:

sshfs -p 1234 user@192.168.1.4: /mnt/s7fotos
Password: user

Hierbei ist 192.168.1.4 durch die IP-Adresse des eigenen Smartphones zu ersetzen. Auch Namen funktionieren, wenn sie per DNS auflösbar sind. Zum Unmounten des Dateisystems benötigt man offenbar Root-Rechte, jedenfalls funktionierte keine andere Lösung.

 Einrichtung des Smartphones als Kamera in Digikam

Hans-Joachim Baader

Einrichtung des Smartphones als Kamera in Digikam

Jetzt müssen wir das Smartphone noch in Digikam passend konfigurieren. Dazu gehen wir in EinstellungendigiKam einrichten... und dort in Kameras. Wir fügen ein neues Modell, hier s7fotos hinzu, wählen als Typ Directory Browse (Eingebundenes Medium) und geben als Pfad den obigen /mnt/s7fotos oder was auch immer gewählt wurde an.

Das war es! Wählt man nun Import von dieser Kamera, sollten die Bilder ziemlich flink da sein. Nach dem Download kann man die Fotos, die man nicht mehr auf dem Smartphone braucht, löschen und anschließend Camera umbenennen, so dass es wieder übersichtlich wird.

Der Nachteil dieser Lösung ist das manuelle Mounten und Unmounten der Kamera. Eine Automatisierung habe ich noch nicht versucht, aber ein Versuch mit Automount könnte möglicherweise zum Ziel führen.

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