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So, 30. Juli 2006, 10:10

Gesellschaft::Politik/Recht

Regierung der Extremadura wechselt zu Linux

Die Regierung der spanischen Provinz Extremadura wird alle Computer auf Debian GNU/Linux umstellen und das offene Dokumentenformat ODF einsetzen.

Installation von gnuLinEx2006

linex.org

Installation von gnuLinEx2006

Was in Massachusetts, das als Vorkämpfer für das ODF-Format gilt, und anderen Ländern erst in der Diskussion oder Frühphase der Implementation ist, soll in der autonomen Region Extremadura in einem Jahr bereits vollständig umgesetzt sein. Mehr noch, sämtliche Computer der Provinzregierung werden ausschließlich freie Software einsetzen.

Basis der Regierungsrechner wird die lokale, für die Belange der Regierung modifizierte Debian-Distribution gnuLinEx darstellen, auf die sogar die Homepage der Provinzregierung direkt verweist. Ferner sollen in der Regierung nur noch freie Dokumentenformate eingesetzt werden: ODF für Dokumente, die beispielsweise mit der freien Office-Suite OpenOffice.org bearbeitet werden können, und PDF für Dokumente, die nicht geändert werden sollen.

Laut dem Minister für Infrastruktur und technologische Entwicklung, Luis Millán de Vázquez de Miguel, ist die Extremadura die erste Verwaltung weltweit, die diese Standards vorschreibt. Damit verwirkliche die Regierung technische Innovation, verringere die Abhängigkeit von proprietären, inkompatiblen Anwendungen und erhöhe die Interoperabilität im weltweiten Dokumentenaustausch. Ferner sei die langfristige Verfügbarkeit ein wichtiger Punkt, und die Bürger könnten auf diese Formate zugreifen, ohne sich kostenpflichtige proprietäre Software kaufen zu müssen. Weitere Vorteile seien die verbesserte Sicherheit und niedrigere Kosten. Updates der Software seien dann nicht mehr von der Willkür der Produzenten abhängig, sondern können frei geplant werden.

Systemverwalter werden bei der Migration durch die Generaldirektion für Telekommunikation und Netzwerke unterstützt und auch Schulungen werden angeboten. Mehrere Unternehmen wollen mit der Regierung zusammenarbeiten, darunter El Corte Inglés (die größte spanische Kaufhauskette), Intel und Bull.

Vorausgegangen waren jahrelange Untersuchungen der Machbarkeit der Umstellung. Der Minister ist daher überzeugt, dass sie gelingen wird. Wieviele Rechner die Umstellung letztlich umfasst, war nicht in Erfahrung zu bringen. Jedoch dürfte sie eine bedeutende Signalwirkung weltweit haben, ähnlich wie die Umstellung in München. Das Projekt wird »viel Wissen erzeugen«, das andere Regierungen und Organisationen nützen kann. Die Regierung will das Projekt auch weithin publik machen, so bei der UNO in New York Ende August und im Rahmen der »City of Knowledge« in Panama und anderen Ländern einen Monat später.

Linux ist in der Region Extremadura nichts Neues. Bereits vor gut vier Jahren wurde damit begonnen, die ganze Ausbildung mit Linux auszustatten. Mehr als 100.000 PCs sollen mittlerweile mit gnuLinEx laufen und alle 15.000 Lehrer des Landes sollen entsprechende Schulungen erhalten haben.

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