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Fr, 4. August 2006, 11:32

Software::Distributionen::Debian

Debian künftig mit OpenVZ

Wie das OpenVZ-Projekt bekannt gab, hat das Debian-Projekt die Virtualisierungslösung OpenVZ in den Kernel des aktuellen Entwicklungsstandes der Distribution aufgenommen.

Der Linux-Kernel unterstützt von Haus aus zur Zeit noch keine Virtualisierung. Während die Kernel-Entwickler noch nach Lösungen suchen, die möglichst wenig Code-Duplizierung zur Folge haben und kein Virtualisierungsprojekt einseitig bevorzugen, gehen die Linux-Distributoren dazu über, mindestens eine Virtualisierungslösung in ihren Kerneln anzubieten. So integrierte Red Hat Xen in Fedora Core 5 und Novell brachte es in SUSE Linux 10.1 und in SUSE Linux Enterprise 10. Mandriva hingegen will OpenVZ bevorzugen. Debian will nun ebenfalls OpenVZ unterstützen, aber den Anwendern die Wahl der Virtualisierungslösung überlassen.

OpenVZ ist daher ab sofort als Kernel-Patch-Paket in der »Sid«-Distribution von Debian GNU/Linux enthalten und wird damit in der nächsten offiziellen Version »Etch« zu finden sein. Das Paket nennt sich kernel-patch-openvz. Eine Anleitung zur Installation steht im OpenVZ-Wiki zur Verfügung. Die Integration von Xen in den Debian-Kernel ist jedoch bereits viel weiter fortgeschritten und es stehen Kernel für Debian als Xen-Host und Xen-Gast zur Verfügung, während man OpenVZ noch selbst integrieren muss.

Gleichzeitig hat das OpenVZ-Projekt die Lizenzbestimmungen für die User-Level Utilities unter der GNU General Public License (GPL) überarbeitet, um die Debian Free Software Guidelines (DFSG) zu erfüllen. Zusätzlich ist die OpenVZ-Software ab sofort zur LSB (Linux Standard Base) und dem darin enthaltenen FHS (File Hierarchy Standard) konform.

»Dies ist ein wichtiger Meilenstein für unser Projekt,« so Kir Kolyshkin, Manager des OpenVZ-Projektes. »Wir sind unserem Ziel, OpenVZ in den Mainstream-Linux-Kernel und weitere Linux-Distributionen zu bringen, wieder einen Schritt näher gekommen. Aktuell ist OpenVZ nun in Debian, Mandriva, Gentoo Linux und ALT Linux Sisyphus integriert.«

OpenVZ, eine Server-Virtualisierungslösung auf Betriebssystemebene, erstellt isolierte Virtual Environments (VE) auf einem einzigen physikalischen Server und ermöglicht so eine verbesserte Nutzung der Serverkapazitäten sowie eine höhere Verfügbarkeit mit geringeren Performance-Einbußen. Jedes VE agiert weitgehend wie ein selbständiger Server, so dass Applikationen in einem VE sicher, isoliert und unabhängig von anderen VEs auf demselben physikalischen Server sind. Im Gegensatz zu anderen Lösungen wird allerdings nicht die gesamte Hardware virtualisiert, da alle VEs auf einem einzigen Kernel laufen.

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