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So, 6. August 2006, 21:18

Software::Kernel

Stabile Kernel-Reihe 2.6.16 in Vorbereitung

Der Kernel-Entwickler Adrian Bunk übernimmt ab sofort die Pflege des Kernels 2.6.16, den er für lange Zeit so stabil wie möglich halten will.

Bereits im Dezember hatte Bunk ein solches Vorhaben zur Diskussion gestellt. Aus seiner Sicht hat das derzeitige Entwicklungsmodell des Linux-Kernels für die Benutzer den Nachteil, dass ein neuer Kernel immer wieder einen Update von zugehörigen Systemprogrammen erfordert. Vielen Anwendern sei der Kernel-Update mittlerweile zu kompliziert geworden, so dass sie lieber bei älteren Kernelversionen blieben, selbst wenn diese bekannte Sicherheitslücken haben.

Diese Einschätzung bekräftigte er jetzt nochmals mit den Worten: »Eine auf lange Zeit gewartete stabile Serie fehlte bisher im derzeitigen Kernel-Entwicklungsmodell. Die Kernel-Serie 2.6 ist theoretisch stabil, aber die Zahl der Regressionen ist zu groß für einige Benutzer.«

So will Bunk, wie Greg Kroah-Hartman mitteilte, nun damit beginnen, eine stabile Version des Linux-Kernels 2.6.16 für lange Zeit zu pflegen. Seit Erscheinen des Kernels 2.6.16 hatten sich Greg Kroah-Hartman und Chris Wright um Patches für diesen Kernel gekümmert und bis 17. Juli die Rekordzahl von 27 Updates, jeweils aus einem oder mehreren Patches bestehend, herausgegeben.

Nachdem Kernel 2.6.16 von diesen Entwicklern nicht länger gepflegt wird, da sie sich nun auf Version 2.6.17 konzentrieren, wird Adrian Bunk Kernel 2.6.16 fortführen. Die Zielgruppe dieses Kernels sind die Benutzer, die bisher noch Kernel 2.4 verwenden, sowie Distributionen, die Stabilität den neuesten Features vorziehen.

Für diesen Kernel gelten laut Kroah-Hartman die gleichen Regeln wie für die seit März 2005 angebotenen »Hotfixes«. Allerdings hatte Adrian Bunk noch vor wenigen Monaten nicht ausgeschlossen, dass es auch Treiber-Updates und Änderungen am internen API geben könnte. An diesen Widersprüchen zeigt sich bereits, dass es sehr schwierig werden dürfte, die Ziele von Stabilität und Anpassung an neue Anforderungen zu vereinen. So ist Kernel 2.6.16 bereits jetzt dahingehend veraltet, dass er mit einigen neuen Motherboards nicht zusammenarbeitet, da entsprechende Änderungen erst in Kernel 2.6.17 übernommen wurden.

Wie Adrian Bunk diese Konflikte lösen will, bleibt somit abzuwarten. Andere Entwickler warnten bereits im Dezember vor dem Aufwand, den die Pflege eines solchen Kernels darstellt. Unter anderem muss Bunk auch das Problem lösen, dass sein Kernel weniger getestet ist. Hier könnten allerdings die Distributoren mit ihren Testlabors einspringen, die für ihre eigenen Kernel ohnehin solche Tests durchführen. Wenn es Bunk gelingt, das Vertrauen der Distributoren zu erwerben, könnte seine Arbeit sogar zu mehr Koordination und weniger duplizierter Arbeit bei den Distributoren führen.

Kernel 2.6.18, dessen vierter Release-Kandidat von Linus Torvalds heute veröffentlicht wurde, wird wohl frühestens im September kommen, da Torvalds nun für drei Wochen abwesend sein wird. Greg Kroah-Hartman wird in der Zwischenzeit das Integrieren von Patches übernehmen.

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