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Di, 15. August 2006, 12:22

Software::Entwicklung

Weitere Teile von Java werden Open Source

Am Rande der LinuxWorld-Konferenz in San Francisco kündigte der Sun an, bis Ende des Jahres Teile von Java im Quellcode freigeben zu wollen.

Die Meinungen über die Entwicklung von Java könnten nicht unterschiedlicher sein. Während Sun den Java-Prozess als offene Strategie bezeichnet, sehen vor allem Vertreter aus dem Open-Source-Lager diese Arbeit als einen kontrollierten Prozess ohne freie Ansätze. Forderungen, wonach Java offen gelegt werden sollte, hat Sun deshalb immer wieder zurückgewiesen. Im Mai dieses Jahres kündigte das Unternehmen allerdings an, doch über eine freie Java-Variante nachzudenken. Laut Jonathan Schwartz, CEO von Sun, war es nicht mehr die Frage, ob Java geöffnet würde, sondern wie.

Nun macht Sun offenbar ernst und bereitet sich auf die Öffnung von Java vor. Wie Laurie Tolson, Vice President of Developer Products and Programs bei Sun, in einem Gespräch mit CNet verriet, plant Sun bis Ende 2006 den JavaC-Compiler und die Hotspot Virtual Machine im Quellcode zu veröffentlichen. Beide sind Teile der Java Standard Edition (SE). Auch der Code für Java ME, einer Umsetzung von Java für so genannte »Embedded Geräte« wie etwa Mobiltelefone oder PDAs, soll vollständig geöffnet werden.

Über die Lizenz wollte das Unternehmen noch nicht reden. Laut Tolson hat sich Sun noch nicht entschieden. Sun betonte allerdings immer wieder, dass es verhindern will, dass Java in mehrere Versionen gespalten wird und zueinander inkompatible Versionen entstehen. Möglich wäre deshalb die von Sun favorisierte und bereits bei Solaris und Glassfish, einer Open-Source-Variante der Java Enterprise Edition (EE), eingesetzte Community Development and Distribution License (CDDL). Die von der Open Source Initiative als freie Lizenz anerkannte CDDL wird allerdings von der FSF als »GPL-Inkompatible«-Lizenz beschrieben. Module, die unter der GPL und CDDL stehen, dürfen gegeneinander nicht gelinkt werden.

In der Entwicklergemeinde rund um Java brodelt es indes immer stärker. Nicht zuletzt wegen diverser Streitigkeiten haben sich diverse Gruppen einer freien Variante von Java verschrieben. So hat zum Beispiel die Apache Foundation, die mittlerweile nicht nur Apache, sondern zahlreiche Web- und Java-Technologien entwickelt, das Projekt Harmony im Mai 2005 gegründet. Ihr Ziel ist es, ein freies Äquivalent zu Suns Java zu schaffen, für die VM ebenso wie für die umfangreichen Klassenbibliotheken. Sun selbst war über diese Pläne nicht erfreut, die freie Software-Gemeinschaft dagegen umso mehr. Viele der Java-Komponenten von Sun haben bereits ein mehr oder weniger ausgereiftes freies Gegenstück. Somit ist eine der Aufgaben von Harmony, die bestehenden Implementierungen zusammenzubringen.

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Kommentare (Insgesamt: 36 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re[5]: 5 Jahre zu spät! (qwerty, Fr, 18. August 2006)
Re[4]: 5 Jahre zu spät! (Hans, Fr, 18. August 2006)
Re[3]: 5 Jahre zu spät! (theonewho, Do, 17. August 2006)
Re[2]: 5 Jahre zu spät! (till, Do, 17. August 2006)
Re[2]: Nur der Compiler und die VM? (Neuer, Mi, 16. August 2006)
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