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Sa, 19. August 2006, 23:50

Gesellschaft::Politik/Recht

OSI kategorisiert freie Lizenzen

Als ersten Schritt, die Zahl der freien Softwarelizenzen überschaubarer zu machen, hat die Open Source Initiative einen vorläufigen Bericht vorgelegt.

Mindestens schon seit Anfang 2005 gibt es Stimmen, die meinen, dass die Anzahl der freien Softwarelizenzen zu groß sei, was Anwender und Entwickler verunsichere. Bei der Open Source Initiative (OSI) sind diese Rufe nicht ungehört verhallt. Die Position zu Lizenzen wurde neu definiert. Ein »License Proliferation Committee« wurde gebildet, um zu untersuchen, wie verbreitet die einzelnen Lizenzen sind, und wie man sie kategorisieren könnte.

Das vorläufige Ergebnis dieser Arbeit liegt nun als Entwurf vor. Dieser Entwurf ist ausdrücklich nur dafür gedacht, Feedback zu erhalten. Das Dokument versucht zunächst, die vorhandenen Lizenzen in Kategorien einzuordnen. Einige dieser Zuordnungen könnten jedoch strittig sein. Der nächste Schritt wird dann ein webbasierter »Wizard sein«, der es erlaubt, je nach eigener Zielsetzung eine von der OSI empfohlene Lizenz auszuwählen. Dieser Wizard, der nicht nur genau, sondern auch ungefähr passende Lizenzen vorschlagen soll, wird von Freiwilligen der USC Law School unter Leitung der Professoren Jennifer Urban und Sameer Verma entwickelt.

Das Komitee hat die bekannten Lizenzen in fünf Gruppen eingeteilt: Solche, die sehr verbreitet sind oder eine große Gemeinschaft hinter sich haben; Lizenzen für spezielle Zwecke; redundante Lizenzen; nicht wiederverwendbare (projektspezifische Lizenzen) und sonstige. Ferner gibt es veraltete Lizenzen und solche, die von den Autoren freiwillig zurückgezogen wurden.

Neue Projekte sollten laut OSI nur Lizenzen aus der ersten Gruppe wählen, zu der die Apache License 2.0, die neue BSD-Lizenz, die GPL, die LGPL, die MIT-Lizenz, Mozilla Public License 1.1 (MPL), Common Development and Distribution License (CDDL), Common Public License und Eclipse Public License zählen.

Die Lizenzen für spezielle Zwecke sind in bestimmten Umfeldern aufgrund von Vorschriften nötig. Die OSI identifizierte drei von diesen, die wenig bekannt sind. Die redundanten Lizenzen sind solche, die laut OSI durchaus in Ordnung sind, aber fast identisch mit Lizenzen aus der ersten Gruppe sind und im Sinne einer Reduktion der Zahl der Lizenzen aufgegeben werden sollten. Ein Beispiel ist die Eiffel Forum License V2.0.

Nicht wiederverwendbare Lizenzen sind laut OSI solche, die für ein bestimmtes Projekt oder bestimmte Autoren geschrieben wurden. Viele davon sind »Vanity Licenses«, nur geschrieben zu dem Zweck, den eigenen Namen in der Lizenz stehen zu haben.

Die OSI kann lediglich Empfehlungen zu Lizenzen und Lizenzierung abgeben. Um eine Reduktion der Anzahl von Lizenzen zu erreichen, sind die Autoren von Projekten gefordert, zu prüfen, ob sie ihre Lizenz ändern oder von Beginn an eine der neun populären Lizenzen wählen können.

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