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Do, 24. August 2006, 19:33

Gesellschaft::Politik/Recht

FSF mit neuem Lizenzwächter

Die Free Software Foundation hat Brett Smith zum neuen »Compliance Engineer« für die GPL ernannt.

Zu den Aufgaben der Free Software Foundation (FSF) gehört es auch, darüber zu wachen, dass die Bestimmungen der GPL eingehalten werden. Es ist eine unerfreuliche Tatsache, dass immer wieder Unternehmen gegen die GPL verstoßen. Der FSF werden wöchentlich ein bis zwei Fälle von möglichen GPL-Verletzungen gemeldet, die sie in ihrem Compliance Lab untersucht. Davon ist rund die Hälfte real, die andere Hälfte entweder nicht verifizierbar oder als falsch zu erkennen.

Prinzipiell ist es Sache des Copyright-Inhabers, gegen mögliche Lizenzverletzungen vorzugehen. Die FSF wird daher auch nur in Fällen tätig, in denen Software betroffen ist, an der sie die Rechte hält. Eine weitere Aufgabe des Labs ist die Beratung von Unternehmen in Lizenzfragen.

Der langjährige Verantwortliche für die Compliance Labs, David Turner, hat nun seinen Dienst quittiert, um nach New York zu ziehen. An seine Stelle in Boston im Hauptquartier der FSF tritt Brett Smith, der bereits seit 2001 als Freiwilliger die FSF unterstützt und nun Vollzeit-Angestellter der Organisation ist.

David Turner definierte in seiner Amtszeit das Prinzip des »Low Profile«, das bedeutet, bei der Verfolgung von möglichen Lizenzverletzungen zurückhaltend vorzugehen. Anstatt gleich einen Anwalt damit zu beauftragen, den Schuldigen abzumahnen (was seiner Ansicht nach einige Fälle beschleunigen würde), versuchte er stets, auf sie zuzugehen und zu einer gütlichen Einigung zu bewegen. Damit soll vermieden werden, bei Unternehmen den Eindruck einer unfreundlichen Organisation zu hinterlassen. Das wäre der Politik der FSF abträglich, eine möglichst weite Verbreitung der GPL zu erreichen.

Brett Smith will diese nach seinen Angaben erfolgreiche Strategie beibehalten. Eine besondere juristische Ausbildung benötigt er für die Aufgabe offenbar nicht. Bei rechtlichen Unklarheiten kann er sich an die Rechtsberater der FSF wenden und in den meisten Fällen dürfte seine gute Kenntnis der Lizenzen genügen. Vor seiner Anstellung arbeitete er für die FSF auf freiwilliger Basis als Webmaster und Praktikant im Versand.

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