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Di, 29. August 2006, 22:08

Software::Distributionen::Debian

Die Freiheit in Debian Etch

Debian-Projektleiter Anthony Towns sieht die Notwendigkeit gekommen, die Entwickler über die Vorgehensweise mit unfreier Firmware in Debian Etch abstimmen zu lassen.

In einer Email wendet sich Towns an die Entwickler, um über den Status der »Bereinigung« von Debian 4.0 aufzuklären. Debian 4.0 »Etch« soll Anfang Dezember 2006 veröffentlicht werden und liegt nach den letzten Informationen noch gut im Zeitplan.

Wie Towns berichtet, ist das Projekt dem Ziel, eine völlig freie Distribution auszuliefern, wieder ein Stück näher gekommen. Nicht nur die Software, sondern auch die Dokumentation wird in Etch vollständig frei sein. Das gleiche gilt für Grafik, Videos, Schriften und Treiber. Drei Problembereiche bleiben laut Towns noch.

Da sind zunächst einmal die Lizenztexte. Auch bei freien Lizenzen ist zumindest unklar, inwiefern Änderungen erlaubt sind. Doch das ist, so Towns auch selten ein Problem. Wer einen Lizenztext nicht unverändert übernehmen will, sollte sich lieber von einem Anwalt einen neuen aufsetzen lassen. Das Ändern eines Textes durch einen Laien kann zu einer Lizenz führen, die deutlich schlechter ist als das Original, so dass dies nicht zu empfehlen sei.

Das zweite Problem betrifft sehr große Quelldateien, worunter Videodaten fallen, die ohne Qualitätsverlust komprimiert sind, geografische Daten oder die vollständigen Design-Spezifikationen für Schriften. Eine gute technische Lösung existiert hierfür noch nicht und wird von Towns auch nicht als dringlich angesehen. Zunächst sollte das bisherige Verfahren genügen, lediglich eine reduzierte oder komprimierte Version der Quellen auszuliefern.

Firmware hingegen, für die kein Quellcode vorhanden ist, stellt ein größeres Problem dar. Ist diese nicht im Basissystem vorhanden, kann Debian auf einigen Rechnern nicht installiert werden. Eine Alternative wäre, im Installationsprogramm die Möglichkeit vorzusehen, Firmware aus dem Internet herunterzuladen und in die Geräte zu schreiben. Dies würde nach ersten Schätzungen mehr als sechs Monate Entwicklungszeit kosten und damit die Veröffentlichung verzögern.

Towns ist der Ansicht, dass sich die Entwickler für eine von drei Alternativen entscheiden sollen. Dazu wurden zwei Online-Abstimmungen eingerichtet, an der registrierte Benutzer teilnehmen können. Die erste fragt nach den wichtigsten Zielen für die Veröffentlichung: Festhalten am Termin, Beseitigung von unfreier Firmware oder Beibehalten von unfreier Firmware. Die zweite Abstimmung fragt nach dem Vorgehen von Debian und gibt drei Alternativen zur Auswahl: Unfreie Firmware in der Distribution belassen, Hardware mit unfreier Firmware nicht unterstützen oder die Freigabe von Etch verzögern.

Derzeit ist eine Mehrheit von ungefähr 60% dafür, den aktuellen Zustand beizubehalten und wenn möglich Etch pünktlich zu veröffentlichen. Die Abstimmung ist jedoch für die Projektleitung nicht bindend. Ohnehin müsste die Entscheidung gemäß der Debian-Verfassung vermutlich in einer formalen Abstimmung der Entwickler gefällt werden. Einige Resolutionen, die zur Abstimmung kommen könnten, werden auf der Mailingliste »debian-voting« bereits diskutiert.

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Kommentare (Insgesamt: 17 || Alle anzeigen || Kommentieren )
unnötiger stress... (Simon, Fr, 1. September 2006)
Re[5]: verlorene Freiheit (Me, Do, 31. August 2006)
Re[4]: verlorene Freiheit (Jehu, Do, 31. August 2006)
Re[3]: verlorene Freiheit (z3, Do, 31. August 2006)
Re[4]: verlorene Freiheit (2old4these, Do, 31. August 2006)
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