Login
Login-Name Passwort


 
Newsletter
Werbung

Do, 7. September 2006, 13:22

Software::Desktop::Gnome

GNOME 2.16 freigegeben

Ein halbes Jahr nach GNOME 2.14 haben die Entwickler der freien Desktop-Umgebung eine neue stabile Version freigegeben.

Anzeige des Stromverbrauchs

gnome.org

Anzeige des Stromverbrauchs

Der neue GNOME-Desktop kommt nach Angaben der Entwickler mit einer benutzerfreundlicheren Oberfläche. Dazu wurden die Werkzeugleisten, Benutzermenüs und Funktionen der Programme weiter vereinheitlicht. Ferner haben die Entwickler die Geschwindigkeit weiter optimiert. Zu den größten Neuerungen bei GNOME 2.16 zählt allerdings die Aufnahme neuer Applikationen.

GNOME 2.16 kommt gleich mit mehreren neuen Programmen. Bereits vor Wochen hatte das Team die Komponenten festgelegt, die in GNOME 2.16 enthalten sein werden. Dabei kamen die Entwickler zu der Entscheidung, dass gtk# und Mono, die freie Implementation von Microsofts.NET, als Abhängigkeit für GNOME-Anwendungen in den Bereichen »Admin« und »Desktop« zugelassen werden. Die erste und bisher einzige auf gtk# aufbauende Anwendung, die in GNOME einzieht, ist Tomboy. Diese Post-It-ähnliche Anwendung wird von einigen Linux-Distributoren bereits jetzt mitgeliefert. Eine ähnliche Funktionalität bietet das Programm »Sticky notes«, das in GNOME 2.16 immer noch enthalten ist, aber nicht mehr genutzt werden sollte.

Eine weitere Anwendung, die GNOME 2.16 erweitert, ist Orca, ein Hilfsprogramm zum Lesen und Vergrößern des Bildschirms für sehbehinderte Benutzer. Der Menü-Editor Alacarte ist dem bisherigen einfachen Menü-Editor deutlich überlegen. Eine weitere Neuerung stellt eine verbesserte Energieverwaltung direkt aus GNOME dar. Ab sofort kann sie direkt mit einem kleinen Icon erreicht werden und erleichtert laut Angaben der Entwickler die Handhabung von Akkus, USVs und Wireless-Geräten ungemein. Ferner bietet die Anwendung eine grafische Anzeige, die den Stromverbrauch der einzelnen Komponenten dokumentiert.

Neu ist auch Baobab. Das Tool soll den Nutzern helfen, Festplatten zu verwalten und Ordnung auf einem lokalen und entfernten Datenträger zu halten. So kann das Tool ganze Partitionen nach Dateien durchsuchen und grafisch nach Größe sortiert anzeigen. Gefundene Dateien können nach belieben gelöscht oder verwaltet werden.

Der neue Menüeditor Alacarte

gnome.org

Der neue Menüeditor Alacarte

Neben neuen Applikationen bringt die neue Version zahlreiche Verbesserungen der Optik mit sich. Der Window-Manager Metacity arbeitet nun auf Wunsch auch als Compositing-Manager und ermöglicht so im Zusammenspiel mit XGL- oder AIGLX-Erweiterungen, 3D-Effekte auf dem Desktop darzustellen. Dazu muss er allerdings mit der Option »--enable-compositor« compiliert werden. Wie die Entwickler allerdings bekannt gaben, befindet sich die Unterstützung immer noch in der Testphase und wird aller Voraussicht nach erst in GNOME 2.18 komplett sein.

GNOME 2.16 kommt mit verbesserten Icons, das den Tango-Richtlinien folgt. Weitere Verbesserungen der Optik erfuhr auch Evolution. Das Kalender-Modul der Kommunikationssuite wurde ebenfalls angepasst und nutzt nun Cairo. Evolution erhielt im Allgemeinen viele Verbesserungen, die sich auch in der erneuerten Bedienoberfläche bemerkbar machen sollen. Wenn eine Anwendung mehrere Fenster öffnet, kann man mit ALT+F6 zwischen diesen wechseln. Will man Anwendungen in einen anderen Workspace verschieben, so kann man sie von der Taskleiste auf das Symbol des Workspaces ziehen. Zu guter Letzt wurde auch Wanda, Haustier und Sprachrohr der Umgebung, aufpoliert.

Neu in GNOME 2.16 ist auch die Unterstützung der Unicode-Zeichendatenbank 5.0. Damit stehen den Nutzern fast 100.000 Zeichen aus allen Schriften der Welt zur Verfügung. Ferner wurde auch Bug Buddy, ein Programm zum Senden von Fehlerbeschreibungen, stark verbessert. Die Suche in Yelp, dem Programm zum Anzeigen von Online-Hilfen, liefert bessere Resultate. Auch im Deskbar-Applet wurde die Suche besser eingebunden. Der Display-Manager gdm kann nun für jedes Display unterschiedlich konfiguriert werden. Das Multimedia-Framework GStreamer wurde gründlich aktualisiert. Evince, der PDF-Betrachter, unterstützt nun Anhänge in PDF-Dateien und benannte Links. Ferner ermöglicht er eine Vorschau auf die Dokumente. Der Webbrowser Epiphany erhielt eine Rechtschreibprüfung.

Die anderen Verbesserungen bei weiteren Anwendungen sind zahlreich ausgefallen. Die wichtigsten listet ab sofort die Informationsseite zu GNOME 2.16 auf.

Der halbjährliche Zyklus von Veröffentlichungen, den sich das Projekt zum Ziel gesetzt hat, soll fortgesetzt werden. Die nächste Version von GNOME ist für den 14. März 2007 geplant. Vorerst werden Distributionen wie Fedora Core 6 und Ubuntu 6.10 in den nächsten Wochen GNOME 2.16 integrieren.

Werbung
Pro-Linux
Pro-Linux @Facebook
Neue Nachrichten
Werbung