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Di, 26. September 2006, 12:52

Gemeinschaft

FSF reagiert auf Positionspapier der Linux-Entwickler

Die Free Software Foundation hält die jüngst von einigen der führenden Linux-Kernelentwickler vorgebrachten Argumente gegen die GPLv3 für falsch.

Die Free Software Foundation (FSF) hat sich mit der Erneuerung der fünfzehn Jahre alten GPL keine leichte Aufgabe gestellt. Der von Richard Stallman und Eben Moglen verfasste Entwurf soll nicht nur die Formulierungen klarer und internationaler machen und an aktuelle Entwicklungen der Technik und des Rechts angepasst sein, sondern auch den Geist der aktuellen GPL (GPLv2) beibehalten. An letzterem zweifelt so mancher Kritiker, wobei den Stein des Anstoßes meist die Passagen zu DRM und Softwarepatenten bilden. Vor wenigen Tagen erst hatten einige der führenden Kernelentwickler aufgrund dieser umstrittenen Passagen die GPLv3 rundheraus abgelehnt.

Die FSF hält die Argumente der Entwickler für nicht ganz korrekt und antwortet mit einer Klarstellung, ohne allerdings konkret auf das Positionspapier der Entwickler Bezug zu nehmen. Die Klarstellung umfasst drei Punkte. Zuerst betont die FSF, dass sie keine Macht hat, irgendjemand zu einem Umstieg von der GPLv2 auf die GPLv3 zu zwingen, und diese Macht auch gar nicht haben will.

Zweitens argumentiert die FSF, dass die Lizenz auf jeden Fall »Freiheit 0« garantieren will, das ist das Recht der Anwender, ein unter der GPL lizenziertes Programm für jeden beliebigen Zweck ablaufen zu lassen. Eine freie Softwarelizenz wie die GPL darf daher keine Restriktionen für die Verwendung der Software enthalten. Auch die GPLv3 enthalte entgegen anderslautender Behauptungen keine solche Restriktion.

Allerdings will die FSF mit der GPLv3 bestimmte Praktiken der Weitergabe von Software unterbinden, und zwar solche, die das Recht der Anwender einschränken, den Code zu ändern. Jedoch werden weder die Anwender noch die Distributoren daran gehindert, die Software ohne Einschränkung zu nutzen.

Die umstrittene Patentlizenz der GPLv3 wird nach Ansicht der FSF ebenfalls missverstanden. Sie sei nur eine Klarstellung der implizit in der GPLv2 vorhandenen Patentlizenz, die zu spezifisch auf die Gesetzgebung der USA ausgerichtet ist. Die Behauptung, mit GPLv3 verliere ein Unternehmen sein ganzes Software-Patent-Portfolio, sei falsch. GPLv3 habe keine Auswirkungen auf Patente, die die entsprechende Software nicht implementiert.

Softwarepatente haben für die FSF keinerlei Nutzen. Doch eine völlige Abschaffung erwartet auch die FSF nicht und will dies mit der Lizenz auch gar nicht erreichen. Sie hofft jedoch, mit der GPLv3 einen Teil des Problems zu lösen. Sie verhandelt nach eigenen Angaben mit Organisationen, die erhebliche Patent-Portfolios besitzen, um zwischen ihren unvereinbaren Positionen zu vermitteln. Die endgültige Lösung kann aber nur eine von der FSF und anderen Organisationen schon früher geforderte Gesetzesänderung bringen.

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