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Di, 26. September 2006, 13:16

Gesellschaft::Politik/Recht

GPLv3-Diskussion: Linux-Verband will moderieren

Der Linux-Verband, Branchenverband der Linux- und Open-Source-Industrie, will sich moderierend in den Diskussionsprozess um die neue Fassung der GPL-Lizenz einschalten.

Die von der Free Software Foundation vorangetriebene Neufassung hat eine kritische Diskussion ausgelöst. Zuletzt äußerten auch Linux-Kernel-Entwickler recht nachdrücklich Vorbehalte. Elmar Geese, 1. Vorsitzender des Linux-Verbandes, hält »die Argumentation der Kernel-Entwickler zwar für nachvollziehbar«, doch weist er darauf hin, »dass das letzte Wort in Sachen Neufassung noch nicht gesprochen« sei. »Wir hoffen, das sich die Free Software Foundation (FSF) davon überzeugen lässt, dass noch maßgebliche Veränderungen am aktuellen Entwurf der Lizenz erforderlich sind«, betont Geese. Der Verband habe Verantwortliche der FSF Deutschland und der FSF Europa kurzfristig zu Gesprächen eingeladen.

Problematisch ist laut Geese die so genannte »Patentklausel«. »Wir sehen zum Beispiel keinen Bedarf dafür, Verfahrensregeln in Bezug auf Softwarepatente in eine Lizenzvereinbarung aufzunehmen.« Der Linux-Verband habe seit Jahren eindeutig Stellung gegen Patente auf computerimplementierte Erfindungen bezogen. »Solche Patente sind in Europa bisher nicht rechtskräftig, eine Lizenz ist kein geeignetes Werkzeug für die Auseinandersetzung mit diesem Thema.«

Wenn die Ablehnung der neuen Version der GPL in Entwickler- und Unternehmenskreisen weiter fortschreite, sieht Geese Nachteile durch verschiedene gleichzeitig in der Anwendung befindliche GPL-Versionen: »Während die Vorteile von GPLv2-lizenzierter Software bisher auch den Kunden einfach und klar kommunizierbar waren, bringt die neue Fassung mehr Unklarheiten und Probleme als Vorteile. Hier wollen wir Verbesserungen erzielen.«

Auch in anderen Bereichen des neuen GPL-Entwurfes sieht der Linux-Verband Diskussionsbedarf, etwa im Bereich Embedded Linux und der dort notwendigen strengeren Abgrenzung von freier und proprietärer Software oder im Bereich DRM und Trusted Computing. Der Beauftragte des Linux-Verbandes in Sachen Softwarepatente, Dr. Johannes Loxen, erklärt dazu: »Die neue GPL kann nicht dazu herangezogen werden, Rechtsprobleme zu lösen, die nur randständig mit Lizenzierung als solcher zu tun haben, etwa in den Bereichen digitales Rechtemanagement oder Trusted Computing. Die dringend notwendige Diskussion über Gebrauch oder Missbrauch dieser Techniken darf nicht über Lizenztexte geführt werden.«

Negative Auswirkungen auf den Linux-Markt durch den Lizenzstreit sieht der Linux-Verband jedoch nicht. Das Geschäft mit Linux-Lösungen und Dienstleistungen entwickele sich weiterhin sehr gut. »Die GPLv3 wird eher ein Problem für die FSF als für die Unternehmen werden, wenn sie in wesentlichen Projekten und Lösungen keine Anwendung finden wird,« so der Verband in einer Stellungnahme.

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