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Do, 12. Oktober 2006, 08:24

Software::Distributionen::Debian

Freeze von Debian Etch aufgeschoben

Debian-Releasemanager Andreas Barth hat das Einfrieren des Debian-Archivs für die im Dezember geplante Freigabe von Debian 4.0 verschoben.

Barth stellte in einer Ankündigung fest, dass die Zahl der release-kritischen Fehler derzeit bei rund 250 liege, trotz der harten Arbeit vieler Bug-Jäger. Da diese Zahl viel höher liege als nach dem Release-Plan vorgesehen, werde er den Freeze der Distribution verschieben. Dies bedeutet aber noch keine Verschiebung des Freigabetermins.

Der Release-Plan von Debian 4.0 (»Etch«) sieht vor, dass zum Zeitpunkt des Freezes nur noch 80 release-kritische Fehler vorhanden sein sollten. Würde das Archiv mit der jetzigen Zahl von 250 Fehlern eingefroren, würde das sehr wahrscheinlich die Zeit bis zum Release verlängern, da der Aufwand zum Verwalten des Freezes hoch ist. Dies wollen die Release-Manager vermeiden. Eine andere Problemstelle ist der Debian-Installer, dessen Release-Kandidat auf sich warten lässt. Der Freeze soll erst geschehen, wenn der Release-Kandidat des Debian-Installers veröffentlicht ist und erstes Feedback vorliegt.

Barth sieht noch Hoffnung, dass sich der derzeitige Trend, dass mehr kritische Fehler erledigt werden, als neue geöffnet werden, fortsetzt und der Freeze bald erreicht werden kann. Er rechnet derzeit nur mit einem Aufschub von einigen Tagen. Das Einfrieren des Debian-Archivs soll Ende Oktober oder Anfang November geschehen.

Allerdings laufen derzeit noch vier Abstimmungen unter den Debian-Entwicklern, die am 14. Oktober enden und deren Ausgang einen Einfluss auf den Release-Termin haben kann. Zwei dieser Abstimmungen betreffen die Frage, wie unfreie Firmware zu behandeln ist. Muss Firmware genauso frei sein wie die normale Software im Main-Archiv von Debian? Falls diese Frage von den Entwicklern bejaht wird, müsste Firmware, die ohne Quellcode oder unter unfreien Lizenzen geliefert wird, aus Debian bzw. aus der Debian-Version des Linux-Kernels entfernt werden. In diesem Fall hätte die zweite Resolution besondere Bedeutung, die vorschlägt, für Etch und die Folgezeit, »so lange wie nötig«, eine Ausnahme für Firmware im Linux-Kernel zu machen. Zwei weitere Resolutionen beziehen sich auf die Vorkommnisse um das Projekt »Dunc-Tank«. Die eine will Debian-Projektleiter Anthony Towns aus seinem Amt entfernen, während die andere ihm das Vertrauen ausspricht.

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