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Fr, 13. Oktober 2006, 10:16

Unternehmen

Hat Microsoft die SCO-Kampagne gefördert?

Die Webseite »Groklaw« hat Dokumente aus dem laufenden Verfahren von SCO gegen IBM ausgewertet, die eine tiefere Verstrickung von Microsoft vermuten lassen.

Auch drei Jahre nach dem Beginn der Klageserie von SCO gegen IBM und andere Linux einsetzende Unternehmen hat der Kläger keinerlei Beweise für seine damaligen Behauptungen vorgelegt. Aktuell geht es im Prozess gegen IBM um Anträge von IBM, das Verfahren ganz einzustellen. Diesen Antrag hat IBM mit umfangreichen Dokumenten unterstützt, die Pamela Jones von Groklaw erhalten hat und nun akribisch untersucht. Die gesamten Dokumente sind als große PDF-Datei und zerlegt in einzelne Dateien auf Groklaw zu finden.

Derweil wurde Larry Goldfarb vom Risiko-Kapitalgeber BayStar in den Zeugenstand berufen. Seine unter Eid gemachten Aussagen werfen ein neues Licht auf die Rolle von Microsoft. Demnach hatte Goldfarb 2003 mit mindestens drei Microsoft-Mitarbeitern gesprochen, Richard Emerson, Kenneth Lustig und Tivanka Ellawala. Microsoft brachte nicht nur BayStar mit SCO zusammen, sondern bewegte BayStar auch dazu, SCO Kapital zu geben. Microsoft bot laut Goldfarb an, das Geschäft finanziell abzusichern. Schriftliche Aufzeichnungen zu dem Abkommen wurden von Microsoft ausdrücklich nicht gewünscht.

Daraufhin gab BayStar SCO 50 Mio. US-Dollar, weitere 30 Mio. kamen von der Royal Bank of Canada. Doch bereits Anfang Juni 2004 kam es zum Bruch aufgrund von Meinungsverschiedenheiten zwischen SCO und BayStar.

Die Aussage von Goldfarb legt nahe, dass Microsoft die treibende Kraft hinter den SCO-Aktivitäten war, mutmaßlich um Linux und der Open-Source-Welt zu schaden, jedoch ohne als Initiator der Aktion erkannt zu werden. Microsoft dementierte: »Microsoft hat keine finanzielle Beziehung zu Baystar und nie zugestimmt, Baystars 50-Millionen-Dollar-Investition in SCO zu garantieren. Die Baystar-Aussage bestätigt, dass niemals eine Garantie ausgesprochen wurde.«

Mit SCO hatte Microsoft dagegen auf jeden Fall eine Geschäftsbeziehung. Wieviel Geld im Laufe der Monate an SCO für Lizenzen von SCOs Unix-Tools floss, ist aus den SCO-Bilanzen ersichtlich. Insgesamt waren es 16,6 Mio. US-Dollar. Auch von Sun bekam SCO Lizenzgelder in Höhe von 9,3 Mio. US-Dollar.

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