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Mi, 8. November 2006, 12:11

»Desert PC«: Linux in der Wüste

IESC Geekcorps stellte einen speziell an die Wüstengebiete angepassten »Desert PC« vor.

IESC Geekcorps

Die Sahara im Norden von Mali ist denkbar schlecht für den Einsatz von Elektronik. Extreme Temperaturen, viel Staub und wenig Elektrizität setzen herkömmlichen Computern deutliche Grenzen. Speziell für solche Gebiete haben die Entwickler von IESC Geekcorps einen versiegelten Computer entwickelt.

Der »Desert PC« verbraucht weniger als eine 60-Watt-Glühbirne und wird durch einen passiven Kühlkörper vor Überhitzung geschützt. Versorgt wird er über Solarzellen. Speziell für das System wurde eine eigene Linux-Distribution mit dem Namen Kunnafonix angepasst, unter anderem, um die Zugriffe auf den Festspeicher zu minimieren und somit wiederum Strom zu sparen.

Energieeffizienz ist für das Projekt überaus bedeutsam. Denn obwohl die Kosten der Bereitstellung eines Desert PC höher als die eines äquivalenten regulären PCs sind, ist der Gesamtkostenumfang für zum Beispiel einen Malinesen geringer, da Elektrizität dort im Verhältnis zu entwickelten Ländern sehr teuer ist.

Sand, Hitze und Stromsparen sind allerdings nicht die einzigen Herausforderungen der Region. Weil alle wesentlichen Komponenten importiert werden müssen, kommen die Entwickler nicht am Experimentieren vorbei. Die »Water Bottle WIFI Antenna« ist ein weiteres Beispiel für den Erfindungsreichtum, mit dem sich die Mitarbeiter und Freiwillige von Geekcorps der Not der Umgebung anpassen.

Oft trifft die Organisation immer wieder auf Vorurteile gegenüber Linux. In vielen Ländern, wie Ghana, Libanon und Brasilien, steht Microsoft sehr häufig für das technische Niveau eines voll entwickelten Landes. Linux-Erfahrung habe in solchen Ländern bei der Jobsuche kaum einen Wert, äußert sich der Director Wayan Vota. Bei Geekcorps dagegen basieren 90 Prozent der Geräte auf Linux. »We want what works the best, and that's the operating system we use«, erklärt Vota.

Die gemeinnützige internationale Organisation hat sich zum Ziel gesetzt, Stabilität und Wohlstand in Entwicklungsländern mit Informations- und Kommunikationstechnologien zu fördern. Mehr als 3000 Freiwillige waren bereits für Geekcorps im Einsatz. Ihre Lebenshaltungskosten werden von Geekcorps übernommen und der Job gefällt vielen so gut, dass die Mehrheit ihre Tätigkeit über die obligatorischen vier Monate hinaus verlängert. Geekcorps sucht weiterhin Helfer mit Linux-Erfahrung. (fspa)

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