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Mi, 8. November 2006, 13:05

Software::Entwicklung

Gerücht: Java unter der GPL

Medienberichten zufolge plant Sun, die Mobile- (ME) und Standard-Version (SE) der Java-Plattform unter die GPL zu stellen.

Wie der englische Nachrichtenticker CRN berichtet, plant Sun bereits »in Kürze«, die Veröffentlichung von Java Mobile Edition (Java ME) und die Java Standard Edition (Java SE) unter den Konditionen der GNU General Public License (GNU GPL) bekannt zu geben. Laut nicht näher genannten Quellen soll die Java Enterprise Edition, die im Moment als Projekt GlassFish unter der CDDL vertrieben wird, ebenfalls unter den Bestimmungen der GPL freigegeben werden. Laut Aussage von CRN könnte die Ankündigung der Freigabe von Java bereits kommende Woche stattfinden.

In der Vergangenheit hatte Sun keine Angaben über die Lizenz von Java gemacht. Klar war bis dato nur, dass Sun Java im Quellcode freigeben will. Sun betonte immer wieder, dass es verhindern will, dass Java in mehrere Versionen gespalten wird und zueinander inkompatible Versionen entstehen. Beobachter hielten es deshalb für möglich, dass Sun die bereits bei Solaris und Glassfish, einer Open-Source-Variante der Java Enterprise Edition (EE), eingesetzte Community Development and Distribution License (CDDL) auch für Java ME und Java SE wählen wird. Die von der Open Source Initiative als freie Lizenz anerkannte CDDL wird allerdings von der FSF als »GPL-Inkompatible«-Lizenz beschrieben. Module, die unter der GPL und CDDL stehen, dürfen gegeneinander nicht gelinkt werden.

In der Entwicklergemeinschaft rund um Open Source brodelte es in der Vergangenheit immer stärker und Forderungen nach einer freien Java-Version wurden immer lauter. Nicht zuletzt wegen diverser Streitigkeiten haben sich diverse Gruppen einer freien Variante von Java verschrieben. So hat zum Beispiel die Apache Foundation, die mittlerweile nicht nur Apache, sondern zahlreiche Web- und Java-Technologien entwickelt, das Projekt Harmony im Mai 2005 gegründet. Auch unter dem Namen Kaffe wird eine freie virtuelle Maschine und ein SDK für Java-Programme entwickelt. Ziel beider Projekte ist es, ein freies Äquivalent zu Suns Java zu schaffen, für die VM ebenso wie für die umfangreichen Klassenbibliotheken.

Sun kommentierte die mögliche Freigabe von Java ME und Java SE unter der GPL nicht. Die Idee der Freigabe von Java ME und Java SE als freie Software ist allerdings auch den Unternehmenskreisen nicht abwegig. Im Mai dieses Jahres schrieb Sun-Chef Jonathan Schwartz in seinem Blog, dass auch die GPL als mögliche Lizenz für ein Open-Source-Java diskutiert werde.

Ob Java allerdings nur unter einer Lizenz veröffentlicht wird, darf angezweifelt werden. Die Freigabe der Plattform nur unter der GPL würde dazu führen, dass alle Entwicklungen ebenfalls unter die gleiche Lizenz gestellt werden müssten. Als mögliches Szenario ist es deshalb wahrscheinlicher, dass Sun eine duale Lizenz wählen wird, eine Praxis, die bereits von MySQL, Trolltech oder Sleepycat praktiziert wird. Im Rahmen des »Dual Licensing« bieten alle drei Anbieter ihre Produkte zum einen unter den üblichen Free Software/Open-Source-Lizenzmodellen wie GPL an. Kunden können aber auch eine kommerzielle Lizenz der Software erwerben. Mit diesen Lizenzen entfällt die Pflicht, eigene Entwicklungen wieder der Community zugänglich zu machen. Zudem stehen für Kunden mit kommerziellen Lizenzen professionelle Wartungs- und Unterstützungsangebote der Hersteller bereit.

Die Java-Community unter java.net scheint dagegen von der GPL noch nicht vollends überzeugt zu sein. In einer Abstimmung der Seite haben sich von insgesamt 965 Personen über 30 Prozent die Apache-Lizenz für Java gewünscht. Erst an zweiter Stelle taucht mit knapp über 22 Prozent die GPL auf, gefolgt von LGPL (14,6 Prozent) und CDDL (6,8 Prozent). 21 Prozent der Stimmberechtigten wünschen sich keine quelloffene Java-Version.

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