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Sa, 9. Dezember 2006, 15:27

Gesellschaft::Politik/Recht

Free Software Foundation Europe kritisiert Novells OpenXML-Implementierung

Georg Greve, Präsident der Free Software Foundation Europe, hat Novells jüngste Ankündigung als Danäergeschenk bezeichnet.

Ein Danäergeschenk ist ein Geschenk, das sich für den Beschenkten als fatal erweist. Genau das trifft laut Georg Greve, Präsident der Free Software Foundation Europe, auf Novells Ankündigung zu, das Dokumentenformat von MS Office 12, OpenXML, in die freie Office-Suite OpenOffice.org zu integrieren.

In einem Artikel, der auch auf Groklaw erschienen ist, bezeichnet er OpenXML als Spezifikation, die einem Denial-of-Service-Angriff näher komme als einem Standard. Er beruft sich auf eine Analyse von Bob Sutor von IBM. Er wirft Microsoft eine neue Strategie vor, die auch bereits im Kartellverfahren der Europäischen Union zum Einsatz gekommen sei. Statt gewisse Dinge totzuschweigen, verstecke der Konzern die essentiellen Informationen nun in einer Datenflut, die niemand mehr bewältigen könne.

So könne die Implementation von OpenXML durch Novell nur eine »pro-forma-Implementation« sein, die hauptsächlich der Migration von OpenOffice.org zu MS Office diene und nie ausreichend sein könne, um alle MS-Office-Dokumente korrekt zu lesen. Dafür sei nicht allein die Größe der Implementation ausschlaggebend, sondern auch die Tatsache, dass OpenXML von proprietären Containern Gebrauch macht, anstatt Industriestandards wie SVG zu verwenden. Die Migration von MS Office nach OpenOffice.org werde durch die Filter von Novell nicht gefördert.

So ist laut Greve OpenXML eine Spezifikation, die nur in der Theorie die Bedingungen eines offenen Standards erfüllt, in der Praxis jedoch wohl kaum. Seiner Ansicht nach wurde OpenXML geschaffen, um offene Standards zu verhindern. Daher fordert er OpenOffice.org auf, den OpenXML-Code von Novell abzulehnen. Jeder sollte OpenXML vermeiden und Informationen über die Probleme dieses Formats nach Möglichkeit weitergeben.

In einem weiteren Blog-Eintrag berichtet Greve, dass die ECMA OpenXML als offenen Standard anerkannt hat. Eine Gegenstimme gegen diesen Beschluss kam von IBM, das diesen Standard für nicht implementierbar außerhalb von Microsoft-Software hält.

Die Standardisierung durch ECMA dürfte jedoch weniger Gewicht haben als die der ISO. Während das OpenDocument-Format nun offizieller und veröffentlichter Standard (ISO 26300) ist, ist OpenXML davon noch weit entfernt. Zudem ist für viele Anwender das dringendere Problem, OpenDocument-Dateien mit MS Office öffnen zu können. Entsprechende Erweiterungen für MS Office oder Konvertierungsprogramme sind in Arbeit.

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