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Mi, 13. Dezember 2006, 19:28

Software::Desktop

Zukunft des Linux-Desktops

Auf einer Konferenz bei den Open Source Development Labs haben sich maßgebliche Entwickler auf weitere Maßnahmen zur Standardisierung des Linux-Desktops geeinigt.

In der letzten Woche trafen sich rund 45 Entwickler in Portland, um am Desktop Architects Meeting der Open Source Development Labs (OSDL) teilzunehmen. Neben Vertretern der Distributoren waren auch Entwickler von Softwareherstellern, die für Linux entwickeln, wie Adobe und Google, sowie unabhängige Entwickler anwesend.

»Audio unter Linux ist Mist« ist eines der Ergebnisse der Konferenz. Entwickler wüssten oft nicht, welches API sie verwenden sollten. Um die Sache noch schlimmer zu machen, gebe es niemand, der eine klare Vision davon hat, wie Audio unter Linux zu funktionieren habe, und es gebe keine zentrale Anlaufstelle, um darüber zu diskutieren. CODECS, Konfiguration und der gleichzeitige Zugriff mehrerer Anwendungen auf die Hardware seien nicht klar definiert. Eine große Diskrepanz gebe es auch, da Audio-Profis andere Anforderungen stellen als normale Benutzer. Lösungsmöglichkeiten sollen auf einer neuen Mailingliste und auf den nächsten Linux-Audiokonferenzen erörtert werden.

Die unabhängigen Softwarehersteller haben eine klare Forderung an die Distributoren: Sie wollen, dass eine einmal geschriebene Softwareversion unbegrenzt auf allen Distributionen lauffähig bleibt. Für die Distributoren würde das bedeuten, dass kein von Drittherstellern verwendetes API und keine Bibliothek jemals entfernt werden dürfte. Ziel ist nun, zunächst einmal Daten darüber zu erhalten, welche APIs die Hersteller verwenden. Dies soll in eine Plattform umgesetzt werden, die von den Herstellern tatsächlich verwendet wird. Offen ist noch, wie die Distributionen dies unterstützen sollen.

Die Standardisierung von Desktop-Funktionen soll im nächsten Jahr weitergehen. Die Portland-Tools sollen erweitert werden und im April 2007 in Version 1.1 erscheinen. D-BUS soll nach der Freigabe von Version 1.0 universellen Einsatz bei der Kommunikation zwischen Anwendungen finden. Neue Versionen sollen rückwärtskompatibel bleiben. Analog zum Portland-Projekt sollen weitere Desktop-Funktionen, darunter ein Dateidialog, in DAPI vereinheitlicht werden. DAPI soll aus der Portierung der KDE-Interprozesskommunikation auf D-BUS hervorgehen und im Juni 2007 in Version 1.0 vorliegen.

Auch das Drucken soll weiter vereinheitlicht werden, insbesondere mit einem von allen Anwendungen nutzbaren Druckdialog. Die OpenPriniting-Arbeitsgruppe der Free Standards Group soll bis Juni 2007 einen Prototyp entwickeln.

Die Treiber-Unterstützung von Linux stellt nach wie vor ein gewisses Problem dar. Einige Entwickler wollen ein Kit zusammenstellen, vermutlich als bootfähige CD, mit dem man die Linux-Unterstützung der Hardware ermitteln kann. Ein anderes Thema, das den Entwicklern zu schaffen macht, ist DRM (Digital Rights Management). Nach langer Diskussion wurde beschlossen, das Thema zu ignorieren und darauf zu vertrauen, dass DRM irgendwann stirbt.

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