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Fr, 15. Dezember 2006, 09:01

Software::Kernel

Proprietäre Module im Linux-Kernel weiterhin möglich

Linus Torvalds hat deutlich gemacht, dass es auch weiterhin unfreie Module im Kernel geben kann.

Seiner Ansicht nach würden durch eine Verbannung der proprietären Module in den Userspace sich nur die Probleme an andere Stellen verlagern. Der Code bliebe nach wie vor unfrei, somit werde nichts erreicht.

Torvalds wirft den Leuten, die eine Sperrung des Kernels für proprietäre Module fordern, Heuchelei vor. Die gleichen Leute, die DRM und Gesetze wie den DMCA ablehnen, wollen durch die Reglementierung der Treiber Ähnliches im Kernel erreichen. Für Torvalds ist es jedoch besser, die Grauzone der »abgeleiteten Werke« so zu belassen, wie sie ist. Die GPL kann nur bei solchen vom Kernel-Code abgeleiteten Werken greifen. Wenn nicht einwandfrei festgestellt werden kann, ob ein Modul von Kernel-Code abgeleitet ist, dann gilt die Unschuldsvermutung. Er weist nochmals darauf hin, dass die GPL lediglich die Weitergabe, nicht die Benutzung von Code regelt. Das Laden eines Binärmoduls sei eine Benutzung und dabei dürfe den Benutzern keinerlei Einschränkung auferlegt werden.

Torvalds weigert sich strikt, den von Greg Kroah-Hartman vorgeschlagenen Code in den Kernel aufzunehmen. Erst wenn einige Distributionen den Patch integriert hätten und eine Mehrheit der Kernel-Entwickler ihn überstimme, werde er ihn akzeptieren.

Hartman hat daraufhin seinen Patch zurückgezogen. Er hat weiterhin das Gefühl, dass zahlreiche Firmen sein Copyright verletzen, doch kann der Kampf gegen die Copyright-Verletzungen nicht mit Kernel-Patches geführt werden. Seine Schnittstelle, die Treiber im Userspace ermöglicht, hält er dennoch für sinnvoll. Er will sie nochmals zur Diskussion stellen, wenn es reale Anwendungen dafür gibt.

Auch wenn proprietäre Module weiterhin möglich sind, sind sie bei den meisten Entwicklern - auch Torvalds selbst - unbeliebt. Die Kernel-Hacker und ihre Firmen werden daher weiterhin Druck auf die Hersteller ausüben, ihre Treiber und Spezifikationen vollständig zu öffnen, und Anstrengungen fördern, freie Alternativen zu unfreien Treibern zu entwickeln.

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