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Mi, 20. Dezember 2006, 09:17

Software::Distributionen::Debian

Debian-Verzögerung nicht durch mangelndes Entwickler-Interesse

Nach dem Zwischenbericht des Debian-Releasemanagers wurde in einigen Medien von einem mangelnden Interesse der Entwickler geschrieben, was laut Andreas Barth falsch ist.

Andreas Barth ist nach Steve Langasek der zweite Release-Manager, der einen Monat lang dafür bezahlt wird, Vollzeit an der Veröffentlichung von Debian arbeiten zu können. Möglich wurde dies durch das Projekt »Dunc-Tank«, das Geldspenden sammelte, um beiden Release-Managern jeweils 6000 US-Dollar für ihre Arbeit zu zahlen. Das Projekt ist umstritten, da nach Ansicht einiger Entwickler durch die Bezahlung eine Zweiklassengsellschaft in Debian entsteht. Manche witterten angesichts der Tatsache, dass der Debian-Projektleiter Anthony Towns und andere wichtige Entwickler in Dunc-Tank involviert sind, einen Interessenkonflikt. Eine Gruppe von Entwicklern beantragte sogar eine Resolution, Anthony Towns abzuberufen, die jedoch von den Debian-Entwicklern in einer Abstimmung klar abgelehnt wurde.

Trotz der bezahlten Arbeit hatte bereits Steve Langasek verkünden müssen, dass die Freigabe von Debian 4.0 »Etch« um einen Monat verschoben werden müsse. Als Grund nannte er die verzögerte Fertigstellung des Debian-Installers, der drei Monate hinter dem Terminplan lag. Vor der Freigabe von »Etch« muss noch ein weiterer Release-Kandidat des Installers erscheinen, der einen Update auf den Linux-Kernel 2.6.18 bringen soll.

Die Querelen um Dunc-Tank hatten zur Folge, dass einige Entwickler ihre Arbeit an Debian drastisch reduzierten, stellt Andreas Barth in seinem Zwischenbericht fest, den er nach Ablauf der Hälfte seiner bezahlten Zeit vorlegte. Dies bezeichnet er als großen Nachteil des Dunc-Tank-Experiments. Er selbst konnte dafür viel mehr Zeit als normalerweise für Debian aufbringen, die er zur Verbesserung einiger Tools und zum Korrigieren Release-kritischer Fehler nutzte.

So ist es laut Barth fraglich, ob Dunc-Tank als Erfolg zu werten sei. Die zurückgegangene Aktivität einiger Entwickler aufgrund von Dunc-Tank habe sich zwar bemerkbar gemacht, sie sei jedoch, anders als in einigen Medien berichtet, nicht die Ursache der Verzögerung von Etch. Die Gründe für die Verzögerung seien der Mailingliste »debian-devel-announce« zu entnehmen. Mittlerweile wurde der Freeze für Etch erreicht. Am 15. Dezember waren noch 130 Release-kritische Fehler für Etch offen. Ein offizieller Termin für Etch existiert noch nicht.

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