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Mi, 20. Dezember 2006, 14:15

EnergyXT2 in Betaversion vorgestellt

Der norwegische Entwickler Jorgen Aase hat eine neue, von Grund auf neuentwickelte Version seines Shareware-Musiksequenzers »EnergyXT« zum öffentlichen Betatest freigegeben.

EnergyXT 2 erscheint, neben einer Windows-Version, erstmals auch für Linux und unterstützt ALSA und OSS. Das Echtzeit-Audiosystem JACK soll in einer späteren Beta unterstützt werden. Das Programm soll Features großer Sequenzerstudios enthalten, wie Elastic Audio, freies Routing, Synthesiser, Multieffekte und Sampler. Es wird gesteuert durch Midi-, Schlagzeug- Automations- und Audiospuren. EnergyXT 2 erlaubt eine vollständige Fernsteuerung und Aufzeichnung aller Parameter und Steuerungselemente.

Außerdem wurde eine native Linux-Unterstützung für die von der Firma Steinberg entwickelte proprietäre Plugin-Schnittstelle VST (Virtual Studio Technology) eingebaut. Etwa 35 für Linux neu kompilierte VST-Plugins liegen bei.

Die Ankündigung Jorgen Aases Ende 2005, sein beliebtes und preiswertes modulares Musikprogramm plattformübergreifend auch für Linux anzubieten, startete auf energy-xt.com mit dem öffentlichen Betatest des Pre-Release 1, Codename »Core«, am 1. Dezember. Seitdem werden im Wochenrhythmus neue Versionen nachgeschoben, die die gröbsten Fehler beseitigen sollen. Nach den Korrekturen sollen noch zwei Feature-Updates folgen, deren Zeitplan noch nicht bekannt gegeben ist.

Der begeisterte Ubuntu-Benutzer Jorgen Aase entwickelt im Alleingang zuerst auf Windows mit Visual C++. Er passt jedoch die Linux-Version den Bibliotheken xlib, libjack und libalsa an, um dann mit gcc 4.0 zu kompilieren. Der Quelltext von EnergyXT2 ist nicht offen, aber die optionale Audioschnittstelle »libaam.so« soll quelloffen werden, wenn alle Features eingebaut sind.

Um die bisherigen Versionen von EnergyXT hat sich im Laufe der Zeit eine sehr aktive Community gebildet, die Erweiterungen, Skins, Support und Dokumentation frei zur Verfügung stellt. Die Features von EnergyXT werden in engem Kontakt und Kommunikation mit der Gemeinschaft entwickelt. Ein spezielles Betaforum begleitet auf energy-xt.com die öffentliche Testphase. In diesem Forum ist auch eine experimentelle »libaam.so« mit JACK-Support erhältlich, die noch stark verbessert werden muss. Außerdem melden Betatester, dass unter Window-Managern wie KDE, FVWM, IceWM bei Drag-and-Drop-Aktionen aus dem internen Dateimanager der Desktop einfrieren kann. Unter Gnome allerdings funktioniert alles bestens. Das mag daran liegen, dass Jorgen Aase vornehmlich auf Ubuntu arbeitet, um sein eigenes GUI-Framework an die X-Bibliotheken anzupassen. Er arbeitet aber an einer Lösung des Problems.

Jorgen Aase will zukünftig auf linux-vst.com andere VST-Entwickler mit Code-Beispielen dazu anregen, dass sich die Entwicklung von VST auf Linux »raketenartig beschleunigt«. Er plant ein plattformübergreifendes GUI-Framework. Zur Zeit ist er jedoch nur in der Lage, VSTs zu rekompilieren, die kein GUI besitzen.

Paul Kellet von Maxim Audio hat seine VST-Plugins »MDA-Suite« Jorgen Aase zum Rekompilieren zur Verfügung gestellt. Diese sind optional zur aktuellen Beta erhältlich. Im Betaforum ist auch eine Linux-VST-Version von Freeverb erhältlich. Auch der Entwickler der grafischen VST-Plugin Entwicklungsumgebung »SynthEdit«, Jeff McClintock, hat im eXT-Forum auf kvraudio.com angekündigt, dass er bereit sei, plattformübergreifenden VST-Code beizusteuern.

Bisherige Bemühungen, VST auf Linux zu integrieren, wurden immer mittels »Wrappern« realisiert, die mit Wine die win32.dll aufrufen. Das bedeutet wenig Betriebssicherheit, und außerdem nötigt es die Anwender, die unter der GPL stehende Applikation aus lizenzrechtlichen Gründen mit C-Headern aus dem frei erhältlichen, aber proprietären VST-SDK von Steinberg selbst zu kompilieren. Die GPL erlaubt es nicht, dass proprietärer und offener Code vermischt als kompiliertes Programm weitergegeben werden.

Mit der frei erhältlichen unregistrierten Version von EnergyXT kann man seine modularen Kreationen nicht speichern. Eine Lizenz kostete bisher 39 EUR. Die finale Version 2 wird etwas teurer werden, der Preis steht aber bisher noch nicht fest. Für Besitzer einer Lizenz einer früheren Version ist das Upgrade frei.

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