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Do, 22. März 2007, 13:17

Gemeinschaft::Personen

Torvalds: »Ich liebe die GPLv2«

In einem Interview mit InformationWeek äußerte sich der Linux-Vater Linus Torvalds über seine Abneigung gegenüber der kommenden GPLv3 und seine Diskrepanzen mit der FSF.

LINUXMAG.com

»Zuallererst weiß ich nicht, wie die GPLv3 aussehen wird. Ich wäre komplett verrückt, wenn ich eine nicht gesehene Lizenz für meinen Code akzeptieren würde«, sagte Torvalds dem Tech-Portal InformationWeek. Er hegt keine Abneigung gegenüber der GPL. Im Gegenteil. »Ich liebe die GPLv2«, so Torvalds. Sauer stößt ihm allerdings die Diskussion über einen möglichen Einsatz der kommenden Version der GPL (GPLv3) auf, die immer noch keine klare Form vorweisen kann. Laut Torvalds wurde der Kern absichtlich unter eine »GPLv2 only«-Lizenz gestellt, um Lizenzänderungen selbst bestimmen zu können und nicht von »der Güte anderer bei so wichtigen Sachen wie der Lizenz« abhängig zu sein.

In seinem Gespräch bemängelt Torvalds darüber hinaus die Richtung der Entwicklung der GPL. Dabei spricht er nicht nur über die politische Ausrichtung der Lizenz, sondern auch über technische Fehler. Das größte Problem für Torvalds ist aber der von der FSF eingeschlagene Weg, dem Torvalds nicht folgen kann und will. Als Beispiel nennt er proprietäre Software, die von der FSF als etwas »Böses und Unmoralisches« dargestellt wird und für ihn etwas Selbstverständliches sei. Laut Torvalds ist die Art der Software weder böse noch unmoralisch, sondern nur existent. Freie und quelloffene Software kann seiner Meinung nach die Probleme zwar besser lösen, aber es ist kein Kreuzzug. »Es ist nur ein besserer Weg, zusammenzuarbeiten und Code zu generieren«, so Torvalds.

Gerade aber diese Freiheit sieht der Hacker durch die neue GPLv3 bedroht. Laut Torvalds scheint die FSF das Modell mit der Einführung der GPLv3 ändern zu wollen. Die neue Lizenz beschäftigt sich nicht mehr mit der Frage, was getan werden muss, um offenen Code entwickeln zu können, sondern mit der Frage, »was mit dem Code angestellt werden darf«. Seine These vergleicht der Programmierer mit einer naturwissenschaftlichen Entwicklung, die zwar allen zugänglich gemacht wurde, aber für bestimmte Bereiche, wie zum Beispiel den Bau einer Bombe, nicht eingesetzt werden darf. »Das ist nur blöd und nicht der Weg, dem ich folgen will«, so Torvalds. »Ich will nicht die Nutzer limitieren, was sie mit meinem Code machen dürfen und was nicht«.

Solange die Limitierungen bestehen bleiben, will Torvalds ein Gegner der neuen GPL bleiben und die Entwicklung des Kernels weiterhin unter der GPLv2 führen. Als einer der Gründe gibt er an, dass die Schöpfungen unter der GPLv2-Lizenz nicht nach einer politischen Agenda erfolgen, sondern weil sich Programmierer gegenseitig unterstützen, ohne dass die Welt in »Gut und Böse« unterteilt wird. »Das ist etwas, was ich ein "positives Feedback" nennen würde«.

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